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HP-Chef muss nach Sex-Skandal gehen

Sex und Dollars  

Chef von Hewlett Packard muss nach Sex-Skandal gehen

09.08.2010, 13:58 Uhr | AP, dpa, sky, dpa, dapd

HP-Chef muss nach Sex-Skandal gehen. Sex und Millionen von Dollars - HP-Chef Mark Hurd muss gehen (Foto: Reuters)

HP-Chef Mark Hurd stürzt über Sex-Affäre (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Der Computerkonzern Hewlett Packard (HP) hat seinen Vorstandsvorsitzenden Mark Hurd zum Rücktritt gezwungen. Der Weltmarktführer bei PC und Computerdruckern begründete die überraschende Entscheidung damit, dass Hurd eine Bekannte für Schein-Aufträge bezahlt habe. Zudem habe der Vorstandsvorsitzende Spesenabrechnungen und andere Unterlagen gefälscht, um eine Affäre mit der Marketing-Spezialistin zu vertuschen. Die Übernehmensführung übernimmt nun vorläufig Finanzchefin Cathie Lesjak.

Die Frau, die von den umstrittenen Abrechnungen profitiert haben soll, hatte dem 53-jährigen Hurd vor einigen Wochen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Dadurch sei die Beziehung bekannt geworden, erklärte der Leiter der Rechtsabteilung von HP, Michael Holston. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung sehe das Unternehmen allerdings nicht bestätigt.

"Keine intime Beziehung"

Die Anwältin der Frau, Gloria Allred, sagte der Nachrichtenagentur AP, ihre Mandantin habe keine intime Beziehung zu Hurd gehabt. Hurd selbst räumte ein, es habe "Fälle gegeben, in denen ich nicht die Standards von Vertrauen, Respekt und Anstand erfüllt habe, für die ich mich bei HP eingesetzt habe".

Nach Informationen der "New York Times" hatte Hurd die Frau mehrfach zu Veranstaltungen im In- und Ausland mitgenommen. Sie sei dafür nicht nur gut bezahlt worden, sondern Hurd hätte mit ihr auch häufiger auf Firmenkosten zu Abend gegessen, ohne dies später anzugeben. Hurd, so schreibt die Zeitung unter Berufung auf sein Umfeld, habe eine sexuelle Beziehung aber abgestritten.

Hurd habe die Frau nach zwei Gesprächen mit ihr persönlich eingestellt. Schon beim zweiten Mal hätten sich die beiden zum gemeinsamen Abendessen getroffen - und anschließend im gleichen Hotel übernachtet, schreibt das Blatt weiter. Hurd ist verheiratet, und die Treffen auf Firmenkosten schienen dem Manager offenbar die einzige Möglichkeit, die andere Frau ohne Gefahr zu sehen.

Eine mit dem Fall vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur AP, die umstrittenen Spesenabrechnungen lauteten auf Beträge zwischen 1000 und 20.000 Dollar. Viele davon bezögen sich auf Restaurantbesuche nach Konferenzen, die von Hurds Bekannter ausgerichtet worden seien. Der geschasste HP-Chef habe diese Rechnungen als legitime Ausgaben für Geschäftsessen verteidigt. Der Manager hätte es mit seinem Millionengehalt auch nicht nötig gehabt, bei den Spesen zu betrügen.

Hurd stand laut US-Presseberichten gerade in Verhandlungen über einen neuen Dreijahresvertrag, der ihm 100 Millionen Dollar gebracht hätte. HP hat mittlerweile eine Kommission eingesetzt, um nach einem Nachfolger für Hurd zu suchen. Interimschefin Lesjak will nach Unternehmensangaben die die Führung nicht dauerhaft übernehmen.

Millionenschwere Abfindung

Hurd wird sein unsanfter Abgang mit einer Abfindung von 12,2 Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro) versüßt. Zudem erhält er 350.000 HP-Aktien, die nach dem Schlusskurs vom Freitag rund 16 Millionen Euro wert waren, und Bezugsrechte für weitere 775.000 Aktien.

Der Manager hatte sich in seinen fünf Jahren als Unternehmenschef ein ausgezeichnetes Renommee erworben. Unter seiner Führung verdoppelte sich der Aktienkurs, und HP schaffte bei Technologie-Dienstleistungen den Anschluss an den Erzrivalen IBM.

Entsprechend schockiert reagierten Anleger auf seinen Rückzug: HP-Aktien brachen in den USA am Freitag nachbörslich um 9,7 Prozent auf 41,85 Dollar ein.

Gute vorläufige Zahlen für das gerade abgelaufene dritte Geschäftsquartal und eine Erhöhung der Prognose gingen in dem Trubel unter. Interimschefin Lesjak versuchte vergeblich, die Börsianer zu beruhigen: "Mark war ein starker Kopf, aber er hat die Initiativen am Ende nicht alleine gefahren, es war die ganze Organisation."

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