Sie sind hier: Home > Finanzen > Beruf & Karriere > Beruf >

Verdacht der Industriespionage: Wo ist Leo Apotheker?

Verdacht der Industriespionage  

Ehemaliger SAP-Chef lässt Gerichtstermin platzen

22.11.2010, 11:36 Uhr | dapd, dapd

Verdacht der Industriespionage: Wo ist Leo Apotheker?. Der frühere SAP-Chef Leo Apotheker (Foto: Reuters)

Der frühere SAP-Chef Leo Apotheker (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Wo ist Leo Apotheker? Der frühere SAP-Chef ist einer der am meisten erwarteten Zeugen im Industriespionageprozess zwischen dem US-Softwarekonzern Oracle und dem deutschen Konkurrenten SAP, das derzeit vor einem Gericht in Kalifornien verhandelt wird. Gestern ging die Verhandlung ohne seine Zeugenaussage zu Ende. Offenbar lehnt auch sein derzeitiger Arbeitgeber Hewlett Packard (HP) eine Befragung Apothekers ab.

Detektive suchten nach Apotheker

Oracle hatte bereits Privatdetektive angeheuert, die Apotheker die Vorladung zustellen sollen, falls er sich in einem Umkreis von 160 Kilometern (100 Meilen) vom Gericht in Oakland aufhält. Innerhalb dieses Radius liegt die HP-Zentrale in Palo Alto. Wenn Apotheker außerhalb dieses Kreises bleibt, kann Oracle ihn auch nicht zwingen auszusagen. Die Aufenthaltsorte seines Vorstandschefs hat HP nicht bekannt gegeben.

In dem Verfahren geht es um die inzwischen aufgelöste frühere SAP-Tochterfirma TomorrowNow, die Kundendaten von einer passwortgeschützten Oracle-Website gestohlen und den Kunden dann Angebote zu günstigeren Konditionen gemacht hatte. SAP hat dies inzwischen auch eingeräumt. Während Oracle den Schaden durch illegale Geschäftspraktiken des deutschen Konkurrenten SAP auf vier Milliarden Dollar veranschlagt, geht SAP von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Dollar aus.

SAP räumte Fehler bereits ein

In der gerichtlichen Auseinandersetzung hat sich erstmals auch SAP-Gründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner zu Wort gemeldet. "Die Sache ist denkbar blöd", zitierte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Plattner. "Wir haben einen Weg eingeschlagen, den wir nie hätten betreten dürfen." Oracle-Chef Larry Ellison "hat das Potenzial gesehen und liebt es, aufzubauschen - und das macht er jetzt." SAP habe natürlich seine Sorgfaltspflicht vernachlässigt. Aber es sei "ganz offensichtlich: Oracle will, so weit es geht, die Reputation von SAP beschädigen."

SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott hatte sich vergangene Woche vor Gericht bei Oracle entschuldigt. "Die Entschuldigung kam ganz spontan. Ich fand das angebracht", sagte er danach dem "Spiegel". Er fügte hinzu: "Keine Frage: Wir haben einen Fehler gemacht. Wir haben diesen Fehler offen zugegeben, haben uns entschuldigt und bieten Oracle eine angemessene Entschädigung für den relativ geringfügigen Schaden, der verursacht wurde." Es wird erwartet, dass die Jury Anfang Dezember in ihrem Urteil eine Schadenersatzsumme festlegt, die SAP an Oracle zu zahlen hat. Dazu sagte McDermott: "Jetzt hoffen wir auf ein faires Ergebnis. Und darauf, dass die Welt unseren Missgriff ins Verhältnis setzt zu den Jahrzehnten solider Arbeit, die wir geleistet haben."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal