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Umfrage: Deutschlands Top-Konzerne lehnen die Frauenquote ab

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Umfrage: Deutschlands Top-Konzerne lehnen die Frauenquote ab

22.02.2011, 10:28 Uhr | dapd, oca, dapd

Als erster DAX-Konzern führte die Deutsche Telekom die Frauenquote ein. Mindestens 30 Prozent der Führungspositionen will der Konzern mit Frauen besetzen. Andere Unternehmen zogen bisher nicht nach. Laut einer Umfrage lehnen die deutschen Großkonzerne sogar eine Quote für weibliche Führungskräfte mit überwältigender Mehrheit ab. 21 der 30 DAX-Unternehmen hätten den Vorschlag einer gesetzlichen Frauenquote zurückgewiesen, berichtete die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf eine eigene Umfrage. Nur der Münchner Versicherungskonzern Allianz habe sich vorsichtig zustimmend zu einer gesetzlichen Frauenquote geäußert. Die restlichen DAX-Firmen hätten eine Stellungnahme abgelehnt.

Nur jede sechste Frau eine Führungskraft

Laut Zeitung ist im Schnitt der jeweiligen Anteile bei den DAX-Konzernen nur jede sechste Führungskraft eine Frau (17,6 Prozent). Besonders wenige Frauen arbeiteten in leitender Stellung beim Industriekonzern ThyssenKrupp (6 Prozent), beim Chemiekonzern BASF (6,5 Prozent) und bei der Bergbaufirma Kali+Salz (7 Prozent).

Die für eine Frauenquote aufgeschlossene Allianz belege hinter der Lufthansa den zweiten Platz unter den Unternehmen mit den meisten weiblichen Führungskräften. Bei dem Versicherungskonzern sei nach Angaben des Unternehmens jede dritte Führungskraft eine Frau, bei der Lufthansa seien 41 Prozent der Beschäftigten mit Personalverantwortung weiblich.

Merck will Frauen stärker fördern

Derweil kündigte der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck an, den Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich erhöhen zu wollen. Weltweit solle dieser Anteil bis zum Jahr 2016 auf 25 bis 30 Prozent steigen, teilte der DAX-Konzern am Donnerstag mit. Derzeit betrage er konzernweit 22 Prozent und in Deutschland 17 Prozent.

Eine gesetzliche Quotenregelung lehne Merck allerdings ab, erklärte der Vorsitzende der Merck-Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley. "Es entbehrt jeglicher wirtschaftlicher Vernunft, Frauen nur deswegen in Führungspositionen zu bringen, um eine Quote zu erfüllen", sagte er. Unabhängig von Geschlecht, Alter und nationaler Herkunft müsse "sichergestellt sein, dass Führungskräfte ausreichend qualifiziert und in der Lage sind, diese Funktionen auch gut auszufüllen".

Merck hat nach eigenen Angaben im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen mit 43 Prozent einen relativ hohen Frauenanteil an der Gesamtzahl der Mitarbeiter. Auf den Führungsebenen sei der Anteil aber noch zu gering, sagte Kley. Deshalb sei die Talentförderung von Frauen so wichtig.

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