Amazon: Kleine Verlage kündigen aus Protest


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Aus Protest: Verleger kündigen Amazon

Von dpa, dapd, afp, t-online
Aktualisiert am 20.02.2013Lesedauer: 3 Min.
Amazon gerät immer mehr unter Druck
Amazon gerät immer mehr unter Druck (Quelle: imago-images-bilder)
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Die Kritik an Amazon reißt nicht ab. Immer mehr Partner beenden die Zusammenarbeit mit dem Online-Händler. Nun macht ein weiterer Buchverlag seinem Ärger Luft. Aus Protest gegen das Geschäftsgebaren von Amazon kündigte auch er seinen Kooperationsvertrag. Auch der Drogeriemarktkonzern dm will die Zusammenarbeit mit dem Versandhändler genauer betrachten. Doch das ist nicht alles: offenbar setzt der Internetriese auch Händler unter Druck. Das Bundeskartellamt untersucht die Preispolitik des US-Konzerns. Die Amazon-Aktiezeigte sich am Mittwoch kaum beeindruckt.

Kleinverleger kündigen Kooperation mit Amazon

Nach dem Kunst- und Literaturverlag Ch. Schroer in Lindlar bei Köln beendete nun auch der Mainzer VAT Verlag die Zusammenarbeit mit Amazon wegen "katastrophal schlechter Konditionen". Für die Lieferanten gebe es bei Amazon auch keine direkten Ansprechpartner, sagte VAT-Vertriebsleiterin Katrin Witzleben. Die Mitarbeiter der Hotline könnten oft nicht genug Deutsch.

"Es wird für uns nicht leicht werden", sagte Witzleben. "Wenn Sie nicht bei Amazon sind, sind sie auch für den Endkunden nicht präsent." Allerdings mache der 2009 gegründete VAT-Verlag, der jährlich 20 bis 25 Titel verlegt, nur 10 bis 15 Prozent seines Umsatzes über Amazon.

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"Unglaublichen Skontorahmen"

Unter anderem machten hohe Rabattforderungen und ein immenser Verwaltungsaufwand den Vertrieb der Bücher über Amazon unrentabel. André Thiele vom VAT Verlag schrieb in einem offenen Brief an Amazon: "50 Prozent Rabatt, zzgl. fünf Prozent Lagermiete, zzgl. Portokosten, zzgl. Jahresmitgliedsgebühr, zzgl. nahezu jedes mal für mich nicht nachvollziehbare zusätzliche Abzüge bei der verbleibenden Summe. De facto dürfte sich allein hieraus ein "Rabatt" zu Ihren Gunsten von über 65 Prozent ergeben. Von den verbleibenden 35 Prozent - wenn es denn bei denen bliebe! – soll ich den Druck und die Autoren bezahlen? Träumen Sie?"

Auch der Verleger Christopher Schroer hatte in seinem Kündigungsschreiben beklagt, dass sich Amazon von den kleinen Verlagen einen "unglaublichen Skontorahmen" einräumen lasse und seine "Marktmacht" rigoros ausnutze.

Arbeitskreise: Niemand muss mit Amazon zusammenarbeiten

Der Sprecher des Arbeitskreises Kleinerer Verlage beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Bernd Weidmann, sagte: "Ich kann die kleinen Verlage gut verstehen". Niemand müsse aber mit Amazon zusammenarbeiten. Das Rabattgefüge bei dem Internethändler sei zwar "hart an der Grenze", weiche aber nicht gravierend vom Höchstrabattniveau der großen Buchhändler und Grossisten ab. Von Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Drogeriemarkt will Zusammenarbeit mit Amazon prüfen

Derweil überdenk auch die Drogeriemarkt-Kette dm die Zusammenarbeit mit Amazon. "Wir prüfen für alle unsere Kooperationspartner immer wieder, wie die Kooperation von unserem eigenen Anspruch her einzuschätzen bzw. gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen ist", sagte dm-Chef Erich Harsch nach Angaben des Konzerns.

Der Karlsruher Konzern habe "die Vorwürfe sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen", sagte Harsch weiter. "Selbstverständlich werden wir mit Amazon darüber sprechen und darum bitten, die eigenen Erkenntnisse und Haltungen deutlich zu machen."

Bundeskartellamt nimmt US-Konzern ins Visier

Das Bundeskartellamt startete unterdessen eine Überprüfung der Klauseln von Amazon für Drittanbieter, die über die Online-Plattform ihre Produkte verkaufen, teilte das Amt in Bonn mit. Diese Klausel untersage den Händlern, Produkte, die sie auf Amazon anbieten, auf anderen Plattformen im Internet günstiger zu verkaufen als bei Amazon. Dies gelte etwa, wenn die Produkte neben Amazon auch über das Online-Auktionshaus eBay oder die eigenen Internetseiten der Verkäufer angeboten würden.

Mit dieser sogenannten "Preisparitätsklausel" könne Amazon "gegen das allgemeine Kartellverbot verstoßen", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Deswegen starte die Wettbewerbsbehörde nun eine Internetbefragung von 2400 Händlern, die über Amazon ihre Produkte anböten.

Freie Preissetzung behindert?

Ein Verstoß durch Amazon gegen das Kartellverbot könne vor allem dann vorliegen, wenn durch die Klausel von Amazon die freie Preissetzung der Händler behindert und dadurch der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Online-Marktplätzen beschränkt werde. "Hierfür spricht einiges", erklärte Mundt.

"Unter normalen Umständen" hätten Händler ein Interesse, ihre Waren an mehreren Plätzen im Internet anzubieten, erklärte Mundt. Bei neuen Konkurrenten im Wettbewerb der Online-Marktplätze bestehe die Möglichkeit, dass diese von Verkäufern günstigere Provisionen verlangten als Platzhirsch Amazon. Das Online-Kaufhaus streicht dadurch höhere Provisionen ein.

Preispolitik bringt erhebliche Nachteile für Kunden

Mit der Preisparitätsklausel von Amazon jedoch bestehe die Gefahr, dass Verkäufer auf neuen Online-Marktplätzen "günstigere Konditionen nicht auch in einen günstigeren Preis für den Endkunden einfließen lassen können", erklärte das Bundeskartellamt. Dies könne es für die neuen Marktplätze schwierig machen, neben Amazon eine hohe Reichweite zu erlangen.

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