Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere >

Arbeitsrecht: Über 10.000 Euro für Kosmetikerin nach dreister Frage

Dreiste Frage vom Chef  

Kosmetikerin bekommt über 10.000 Euro wegen Diskriminierung

04.09.2013, 14:47 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Arbeitsrecht: Über 10.000 Euro für Kosmetikerin nach dreister Frage. Die Klägerin sitzt am Mittwoch im Gerichtssaal des Landesarbeitsgerichts in Düsseldorf neben ihrer Rechtsanwältin Alexandra Schriefers  (Quelle: dpa)

Die Klägerin sitzt am Mittwoch im Gerichtssaal des Landesarbeitsgerichts in Düsseldorf neben ihrer Rechtsanwältin Alexandra Schriefers (Quelle: dpa)

So klar sind Fälle im Arbeitsrecht eher selten: Eine Düsseldorfer Kosmetikerin hatte ihre Arbeitszeit erhöhen wollen und war daraufhin von ihrem Arbeitgeber per E-Mail gefragt worden, ob denn bei ihr mit einer Schwangerschaft zu rechnen sei. Ihre bevorstehende Heirat lasse dies vermuten. Der Arbeitgeber hatte die Arbeitszeit schließlich nicht erhöht und der Frau sogar gekündigt. Dafür bekam sie nun 10.800 Euro Entschädigung wegen Diskriminierung zugesprochen.

Die 10.800 Euro waren der Kosmetikerin bereits in erster Instanz zugesprochen worden (Arbeitsgericht Düsseldorf, 11 Ca 7393/11, Urteil vom 12.3.2013). Die Kosmetikerin hatte ursprünglich 28.600 Euro verlangt. Gegen die Entscheidung aus dem März hatte der Arbeitgeber Berufung eingelegt. Die zog er nun vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf zurück, nachdem ihm das Gericht geringe Erfolgschancen bescheinigt hatte.

Diskriminierung "praktisch auf dem Tablett"

Die E-Mails des Arbeitgebers trugen die Betreffzeile "Berufs- vs. Familienplanung". Der Arbeitgeber habe den Zusammenhang zur Schwangerschaft und damit den Diskriminierungsgrund "mit seltener Deutlichkeit praktisch auf dem Tablett" präsentiert, sagte der Vorsitzende Richter Martin Quecke. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Noch im Gütetermin vor Gericht sei ihrer Mandantin eine fristlose Kündigung überreicht worden, sagte Rechtsanwältin Alexandra Schriefers. Das Verhalten des Arbeitgebers sei "unfassbar in dieser Direktheit". Der Arbeitgeber behauptete schließlich vergeblich, die Arbeitszeit sei aus anderem Grund, nämlich wegen schlechter Umsatzzahlen nicht erhöht worden.

Klägerin hat im neuen Job kein Glück gefunden

Ihr sei die Vollzeitstelle als Standortleiterin sogar mündlich zugesagt worden, sagte die 35-jährige Klägerin. Daraufhin habe sie ihre eigene Praxis als Heilpraktikerin aufgegeben. Aber als sie ihre Hochzeitsvorbereitungen erwähnt habe, sei plötzlich alles anders gewesen. Weil die Frau schnell eine neue Stelle fand, beendete sie das Arbeitsverhältnis ohne Abfindung. Die neue Firma war aber wenige Monate später insolvent.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: