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Nahm die Deutsche Bahn tödliche Arbeitsunfälle in Kauf?

"Süddeutsche Zeitung"  

Bahn soll tödliche Arbeitsunfälle in Kauf genommen haben

11.07.2014, 14:01 Uhr | t-online.de

Nahm die Deutsche Bahn tödliche Arbeitsunfälle in Kauf?. Fremdarbeiter bei der Bahn sollen laut einem Medienbericht wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen ums Leben gekommen sein (Quelle: dpa)

Fremdarbeiter bei der Bahn sollen laut einem Medienbericht wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen ums Leben gekommen sein (Quelle: dpa)

Bei der Deutschen Bahn soll es zu mehreren tödlichen Arbeitsunfällen gekommen sein, weil der Abstand zu den Oberleitungen zu gering war. Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) schreibt unter Bezug auf interne Dokumente, die Bahn habe jahrelang Forderungen nach besserem Schutz ignoriert - anscheinend aus Kostengründen. Mitarbeiter des Konzerns hätten vergeblich vor den Gefahren gewarnt und strengere Regeln gefordert.

Dem Bericht zufolge waren Arbeiter von Fremdfirmen betroffen, die für die Bahn beispielsweise in Gleisnähe Bäume fällen oder Reparaturen durchführen sollten. Allein zwischen 2008 und 2012 seien dabei mindestens sieben Arbeiter bei Stromunfällen gestorben. In vielen Fällen seien die Sicherheitsvorkehrungen offenbar mangelhaft gewesen, wie auch Führungskräfte der Bahn in internen Vermerken festgehalten hätten.

Gegen eine Arbeitsanweisung zum Schutz der Beschäftigten habe es offenbar Widerstände gegeben, weil "finanzielle Nachteile für unser Unternehmen zu erwarten" seien, zitierte die "Süddeutsche" aus einer E-Mail. Eine Sicherheitsüberwachung der Fremdarbeiter hätte demnach "Mehrkosten von über zwei Millionen Euro" pro Jahr verursacht, für neue Sicherheitspläne hätte man eine sechsstellige Summe aufwenden müssen. Dieses Geld sei jedoch "in keiner Weise" eingeplant.

Whistleblower geschasst?

Erst nach dem Tod von zwei Mitarbeitern 2012 sei die Anweisung dann veröffentlich worden, schreibt die Zeitung. Ein Bahn-Mitarbeiter, der Vorstände bis hinauf zu Chef Rüdiger Grube über die Gefahren angesprochen habe, sei seiner Aufgaben enthoben worden. Die Bahn habe nicht auf die Fragen der "SZ" geantwortet.

Bahn weist Vorwürfe zurück

"Spiegel Online" meldete inzwischen, die Bahn habe die Vorwürfe zurückgewiesen. "Sicherheit ist bei der Deutschen Bahn oberstes Gebot, dem hat sich alles unterzuordnen", sagte Unternehmenssprecher Martin Walden dem Medium. Die Sicherheitsvorschriften würden laufend überprüft und nötigenfalls umformuliert.

Im geschilderten Fall habe die Staatsanwaltschaft ermittelt und das Verfahren schließlich eingestellt. "Die ordnungsgemäße Einstellung des Verfahrens wurde zwischenzeitlich auf die Beschwerde der Betroffenen hin auch von der Generalstaatsanwaltschaft Celle bestätigt", sagte Walden laut "Spiegel Online".

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