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Germanwings-Streik ist beendet: Flugbetrieb läuft wieder

Tarifstreit bei Lufthansa  

Germanwings-Streik beendet

29.08.2014, 13:31 Uhr | rtr, dpa

Germanwings-Streik ist beendet: Flugbetrieb läuft wieder. Viele Germanwings-Flüge fallen am Freitag aus (Quelle: dpa)

Viele Germanwings-Flüge fallen am Freitag aus (Quelle: dpa)

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings haben ihren befristeten Streik am Freitagmittag beendet. Die Airline bestätigte, dass um 12 Uhr der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden sei. Allerdings könne es durch Verzögerungen und Verschiebungen auch am Nachmittag vereinzelt noch zu Streichungen kommen. Durch den sechsstündigen Streik waren von geplanten 164 insgesamt 116 Flüge ausgefallen und rund 15.000 Passagiere betroffen.

Trotz der Streiks der Piloten war es an den betroffenen Airports Köln/Bonn, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, Hannover, Hamburg und Dortmund zu keinen größeren Behinderungen gekommen, bestätigen Sprecher der Airports übereinstimmend. Viele Fluggäste seien vorab über ihre Reisebüros, SMS oder Mails informiert worden. Die Streiks hätten bei der Airline einen wirtschaftlichen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, sagte ein Unternehmenssprecher.

Streiks auch am Wochenende möglich

Auch an diesem Wochenende drohen durch den Pilotenstreik bei Germanwings Flugausfälle. Ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit wollte am Freitag nicht ausschließen, dass der Ausstand in den nächsten Tagen fortgesetzt werde. Davon könnten nicht nur Flüge der Germanwings, sondern auch bei Lufthansa und der Frachttochter Cargo betroffen sein. Die Pilotengewerkschaft wolle erst einmal "leichte Nadelstiche" setzen, um das Management des Konzerns in dem Tarifstreit zu Kompromissen zu bewegen und an den Verhandlungstisch zu bringen.

Am Donnerstag waren die Gespräche zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über die Übergangsrente für Flugkapitäne gescheitert. "Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können", sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens am Donnerstag. Sie warf der Gewerkschaft vor, der Streik sei bereits beschlossene Sache gewesen. Dieser Eindruck entstehe, denn es sei nicht realistisch, über ein neues Modell für eine zukunftsfähige Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine Einigung zu erzielen. Dass Cockpit am Donnerstagmorgen kurz vor Beginn der Verhandlungen den Streik angekündigt und damit ein Ultimatum für den Abschluss eines Tarifvertrags gesetzt habe, sei "nicht nachvollziehbar".

Betroffene Passagiere können kostenfrei umbuchen

Germanwings-Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, konnten kostenfrei auf ein anderes Datum umbuchen oder stornieren. Bei Inlandsflügen biete sich ein Umsteigen auf die Bahn oder andere Verkehrsmittel an, hieß es bei Germanwings.

Hauptstreitpunkt in der seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzung bei der Lufthansa ist die Übergangsversorgung für Piloten, die bislang ab 55 in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Cockpit lehnt dies ab.

Mehr Flexibilität gefordert

"Es geht einfach darum, dass wir Flexibilität fordern", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg dem Fernsehsender n-tv. "Das heißt nicht, dass jeder mit 55 nach Hause geht." Angesichts der hohen Belastungen in diesem Beruf solle jeder Pilot je nach persönlicher Situation die Möglichkeit haben, "auch vor dem Regel-Rentenalter aufhören zu können und dabei abgesichert zu sein".

Cockpit sei bereit zu finanziellen Zugeständnissen, so dass es für die Lufthansa eine Kostenentlastung gebe, sagte Handwerg. Die Gewerkschaft sei aber nicht bereit, die seit Jahrzehnten bestehende und auch überarbeitete Regelung "komplett aufzugeben".

Wegen des Streits um die Übergangsversorgung waren die Piloten bereits Anfang April drei Tage in den Ausstand getreten. Rund 3800 Flüge fielen aus. Der mehrtägige Ausstand kostete den Konzern nach eigenen Angaben über 60 Millionen Euro.

Vorerst kein Streik der Lokführer in Deutschland

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will unterdessen in dieser Woche nicht mehr streiken. Das sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky dem Radiosender "hr-info" am Donnerstag. Sollte die Bahn kein richtiges Angebot vorlegen, würden die Gremien der GDL über Warnstreiks und eine Urabstimmung beraten. Die Reisenden sollen mit ausreichendem Vorlauf über Streiks informiert werden.

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