Bahnstreik läuft: Wo Bahnreisenden geholfen wird


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Wo Bahnreisenden geholfen wird

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 15.10.2014Lesedauer: 3 Min.
Wie geht's weiter? Bahnreisende kommen heute streikbedingt in Stress
Wie geht's weiter? Bahnreisende kommen heute streikbedingt in Stress (Quelle: Symbolbild/dpa-bilder)
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Die Lokführer bei der Deutschen Bahn sind am Mittwochnachmittag bundesweit in einen 14-stündigen Streik getreten. Betroffen sind der Fern-, Regional und Güterverkehr sowie die S-Bahnen. Je nach Schicht seien 2000 bis 5000 Kollegen im Ausstand, sagte Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Er warf der Bahn vor, den Streik durch einen verfrühten Ersatzfahrplan seit Mitternacht verlängert zu haben. Kritik am zweiten Streik in acht Tagen wies er zurück. "Das ist unser gutes Recht", betonte Weselsky. Fahrgäste können bei der Live-Auskunft der Deutschen Bahn abfragen, ob ihre Verbindung noch klappt. Bis zu zwei Drittel aller Fernverkehrsverbindungen fallen am Mittwoch aus.

Auch unter der kostenlosen Servicehotline 08000/99 66 33 erhalten Fahrgäste Informationen. Laut dem Unternehmen werden die Verbindungen auf "Basis der aktuellen Verkehrslage berechnet" - und die kann sich jederzeit ändern. Gestresste Reisende sollten sich also zusätzlich kurz vor der geplanten Abfahrt nochmals informieren, ob ihr Zug auch wirklich fährt.

Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es Zugausfälle und Verspätungen geben. "Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen", sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten am Donnerstagmorgen aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen.

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Kostenlose Fahrpreiserstattung

Die Deutsche Bahn bietet betroffenen Fahrgästen eine kostenlose Erstattung ihrer Fahrkarten und Reservierungen. Möglich ist das zum Beispiel in den DB-Reisezentren. Kunden mit Online-Tickets können sich das Geld auch über ein Internet-Formular kostenfrei erstatten lassen.

Wer trotz des Streiks versuchen will, an sein Ziel zu gelangen, darf den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall werde bei zuggebundenen Tickets - wie den Sparpreis-Angeboten - die Zugbindung aufgehoben.

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Laut Gesetz bekommen Fahrgäste einen Teil ihres Fahrpreises zurück, wenn sich der Zug um mehr als 60 Minuten verspätet: Ab einer Stunde sind es 25 Prozent des Reisepreises, ab 120 Minuten 50 Prozent. Das gilt auch bei einem Streik. Die Bahn kann sich nicht auf höhere Gewalt berufen.

Neue Streiks am Wochenende?

Ob weitere Streiks eventuell am Wochenende drohen, wollte GDL-Chef Claus Weselsky nicht sagen. "Wir kündigen jede Arbeitskampfmaßnahme rechtzeitig an", sagte Weselsky dem "Tagesspiegel".

Er vertrat zudem die Ansicht, die GDL habe die Fahrgäste der Bahn rechtzeitig vor dem Ausstand gewarnt. "Am Vorabend 18 Uhr ist rechtzeitig, wenn die Streiks um 14 Uhr beginnen", sagte er.

Es geht auch um Macht

Die Bahn kritisierte den Streik als völlig unverständlich. Die GDL will das Unternehmen damit im laufenden Tarifkonflikt zu Zugeständnissen zwingen. Sie betonte, ihrerseits zu Kompromissen bereit zu sein.

Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln.

Nach zwei Warnstreiks hatten die Lokführer in der Nacht zum vergangenen Mittwoch für neun Stunden zum ersten Mal in dieser Tarifrunde regulär gestreikt - bewirkt hat es nichts. Zwischen Unternehmen und Gewerkschaft herrscht Funkstille. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Verhandlungen zu behindern.

Bahn fürchtet mehrere Tarifverträge

Die Bahn will verhindern, dass die Lokführergewerkschaft auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten verhandelt und so in Konkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft tritt. Das Unternehmen fürchtet konkurrierende Tarifverträge. Es verweist darauf, dass es schon mehrere Angebote gemacht habe.

Weselsky wirft der Bahn jedoch vor, inhaltliche Tarifverhandlungen zu verweigern. "Die Deutsche Bahn verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden", sagte Weselsky, der ein Gesetz zur Tarifeinheit fürchtet, das die Bundesregierung plant. "Wir haben keine andere Möglichkeit, als mit Arbeitskampfmaßnahmen Druck zu machen", sagte er.

Für Mittwoch geplante vertrauliche Gespräche zwischen Bahn und GDL wurden abgesagt. "Das ist jetzt Makulatur", sagte der Bahnsprecher. Dass die Lokführer trotz dieses Gesprächsangebots erneut streiken wollten, werte die Bahn als Vertrauensbruch.

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