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McDonald's reagiert auf Mitarbeiter-Proteste in USA mit Gehaltserhöhung

Reaktion auf Mitarbeiter-Proteste  

McDonald's-Beschäftigte bekommen mehr Geld

02.04.2015, 14:04 Uhr | rtr, AFP

McDonald's reagiert auf Mitarbeiter-Proteste in USA mit Gehaltserhöhung. McDonald's-Filiale in den USA: Mitarbeiter bekommen mehr Geld. (Quelle: imago/ Dean Pictures)

McDonald's-Filiale in den USA: Mitarbeiter bekommen mehr Geld. (Quelle: imago/ Dean Pictures)

Nach einer Protestwelle von Mitarbeitern erhöht die weltgrößte Schnellrestaurant-Kette McDonald's die Gehälter und gewährt weitere Zusatzleistungen. Die durchschnittliche Bezahlung der rund 90.000 US-Angestellten in 1500 Restaurants solle in zwei Schritten auf rund zehn Dollar je Stunde angehoben werde, teilte das amerikanische Unternehmen mit. Medienberichten zufolge zahlt McDonald's den Mitarbeitern derzeit einen Stundenlohn von 9,01 Dollar - umgerechnet 8,32 Euro.

Der Mindestlohn in den Vereinigten Staaten variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat stark. In Georgia etwa verdienen McDonald's-Angestellte künftig mindestens 6,15 Dollar (5,70 Euro), in Kalifornien dagegen mindestens zehn Dollar die Stunde. Einige Städte haben noch höhere Standards.

Verbesserungen nur für einen Teil der McDonald's-Beschäftigten

Der Konzern will nach eigenen Angaben darüberhinaus künftig Urlaubsgeld bezahlen und den Angestellten Bildungsangebote unterbreiten. Wer etwa wöchentlich 20 Stunden arbeitet, habe Anspruch auf rund 20 Stunden bezahlten Urlaub im Jahr, erläuterte McDonald's. Das wäre eine Woche. Wer den Urlaub nicht nutzt, bekommt einen finanziellen Ausgleich.

Die bessere Bezahlung und Zusatzangebote gelten allerdings nicht für die Mitarbeiter in den rund 14.000 US-Filialen, die über Franchisenehmer betrieben werden. Diese haben ihre eigenen Haustarife.

"Diese Ankündigung betrifft fünf Prozent der McDonald's-Angestellten im Land. Das ist zu wenig", kritisierte Kendall Fells, Chef der Kampagne, die seit 2012 für eine Anhebung des Mindestlohns in den USA auf 15 Dollar pro Stunde kämpft. Auch die McDonald's-Angestellte Kwanza Brooks aus Charlotte in North Carolina sagte: "Das ist eine schlappe Entscheidung für ein Unternehmen, das 5,6 Milliarden Dollar Gewinn macht." Fells kündigte einen weiteren Aktionstag am 15. April an.

McDonald's folgt mit den Maßnahmen Wal-Mart Stores und anderen Einzelhändlern, die vor kurzem die Einstiegsgehälter erhöht hatten.

Beschäftigte protestierten für mehr Arbeitnehmerrechte

McDonald's war zuletzt wegen der Entlohnung der Mitarbeiter unter Beschuss geraten. Angestellte in den USA protestierten für eine bessere Bezahlung und mehr Arbeitnehmerrechte.

McDonald's kämpft derzeit mit einem schwachen Geschäft - vor allem auf seinem amerikanischen Heimatmarkt. Auch Probleme in Asien und die harte Konkurrenz machen dem Konzern zu schaffen. Für das vierte Quartal 2014 wies die Kette deutliche Einbußen aus. Der Umsatz sackte um mehr als sieben Prozent ab auf 6,57 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach um gut ein Fünftel ein auf 1,1 Milliarden Dollar.

Mehr Kunden sollen gelockt werden

Der neue Chef Steve Easterbrook ist seit Anfang März im Amt. Er soll eine Strategie gegen den Kundenschwund und sinkende Umsätze finden. Die Ratingagentur Standard & Poor's drohte am Mittwoch mit einer Absenkung der Kreditwürdigkeit von McDonald's: Die Chancen, wieder mehr Kunden in die Restaurants zu locken, stünden eins zu drei.

Easterbrook erklärte am Mittwoch, die Angestellten "machen unsere Marke jeden Tag für unsere Kunden lebendig". McDonald's habe verstanden, dass sie nicht nur eine bessere Bezahlung, sondern auch bezahlten Urlaub und finanzielle Unterstützung bei Weiterbildungen wollten.

Konzern musste sich entschuldigen

In den USA jagen dem Konzern kleinere Rivalen wie Chipotle Mexican Grill und Shake Shack Kunden ab. In China hatte das Unternehmen 2014 mit einem Fleischskandal bei einem örtlichen Zulieferer zu kämpfen. Außerdem sah sich McDonald's zu einer Entschuldigung bei Kunden gezwungen, nachdem in Speisen Plastikteile und ein Zahn gefunden worden waren.

Die McDonald's-Aktie schloss am Mittwoch an der Wall Street mit Verlusten.

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