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Deutsche haben weniger Lust auf Selbstständigkeit

Gründungsmonitor 2017  

Existenzgründungen auf Rekordtief

30.05.2017, 11:43 Uhr | dpa

Deutsche haben weniger Lust auf Selbstständigkeit. Immer weniger Deutsche sind bereit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen (Archiv).  (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Immer weniger Deutsche sind bereit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen (Archiv). (Quelle: Britta Pedersen/dpa)

Die Zahl der Existenzgründer sank im vergangenen Jahr um 91.000 auf das Rekordtief von 672.000 Personen. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt dämpfe die Lust der Deutschen auf Selbstständigkeit.

"Zur steten Erneuerung unserer Volkswirtschaft benötigen wir vor allem mehr Chancengründer, die häufiger Marktneuheiten an den Start bringen", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung des KfW-Gründungsmonitors. Fehlten heute die Gründer, leide morgen die Wettbewerbsfähigkeit.

Den Angaben zufolge waren im vergangenen Jahr nur neun von 100 Gründern vorher arbeitslos, 2005 waren es noch 22. Die Zahl der "Notgründer", die mangels besserer Alternativen den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, sank deutlich um 40.000 auf 166.000. Allerdings setzen auch weniger Menschen ihre Geschäftsidee in die Tat um, obwohl sie sich große Chancen auf unternehmerischen Erfolg ausrechneten (Chancengründer). Generell falle die Entscheidung häufiger gegen die Selbstständigkeit, weil bessere Jobchancen die teilweise erheblichen Risiken einer Gründung überwögen, analysierten die KfW-Ökonomen. 

Am beliebtesten war nach wie vor der Dienstleistungsbereich. Dort starteten wie in den Vorjahren sieben von zehn Gründern, gefolgt von 16 Prozent im Handel und 12 Prozent im Produzierenden Gewerbe. Jeder fünfte Gründer ging mit einem Angebot auf den Markt, das nur durch den Einsatz von digitaler Technologie nutzbar ist.

Hamburg auf Platz 1 bei Gründungen

Regional gesehen gab es die meisten Gründer je 10.000 Erwerbsfähigen in Hamburg, gefolgt von dem früheren Spitzenreiter Berlin. In beiden Städten sei die Aktivität stark von der Medien- und IT-Branche mit ihren freiberuflichen Gründern geprägt, erläuterte die KfW. Hessen behauptete sich den Angaben zufolge auf dem dritten Platz.

Für dieses Jahr erwartet die KfW ein Ende der Talfahrt. Zwar werde die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt anhalten, der Rückgang der Erwerbslosenquote dürfte sich aber verlangsamen. Die Ökonomen gehen davon aus, dass wieder mehr Menschen – ermuntert durch die stabile Konjunktur – ihre Geschäftsidee in ein Unternehmen umsetzen.

Der KfW-Gründungsmonitor basiert auf einer repräsentativen
Befragung von 50.000 Personen. Die Telefonbefragung findet in dieser
Form jährlich seit 2002 statt.

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