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Urlaubsgeld gibt es nur für die Hälfte der Beschäftigten

Kein gesetzlicher Anspruch  

Urlaubsgeld gibt es nur für die Hälfte der Beschäftigten

11.06.2018, 12:44 Uhr | dpa-AFX, dpa-tmn

Urlaubsgeld gibt es nur für die Hälfte der Beschäftigten. Symbolfoto Urlaubsgeld (Quelle: imago images/Joko)

Urlaubsgeld: Wer einen Tarifvertrag hat, bekommt häufig auch eine Sonderzahlung für seinen Urlaub. (Quelle: Joko/imago images)

Beim Urlaubsgeld geht jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland leer aus. Ein gesetzlicher Anspruch auf Urlaubsgeld besteht nicht. Vielmehr zahlt der Chef diese Leistung freiwillig. Was Sie wissen sollten und wie die Verteilung in Deutschland aussieht.

Oft sind Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld vertraglich nicht geregelt – weder im Arbeitsvertrag, noch in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen. Was gilt aber, wenn ein Arbeitnehmer jahrelang Urlaubsgeld bekommen hat und der Chef diese Zahlung plötzlich einstellt? 

Das ist für Arbeitnehmer wichtig

Zahlt der Arbeitgeber die freiwillige Sonderzahlung in jeweils gleicher Höhe über mehrere Jahre in Folge, kann er bei ausbleibenden Zahlungen in die Pflicht genommen werden. Denn ab dem dritten Jahr besteht laut Verdi eine rechtliche Bindung. Diese ergibt sich aus der sogenannten betrieblichen Übung – dabei handelt es sich um eine Art Gewohnheitsrecht.

Der Chef kann die Zahlung dann also nicht ohne Weiteres einstellen – das gilt auch, wenn sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verschlechtert. Er müsste dafür eine Änderungsvereinbarung oder eine Änderungskündigung vereinbaren. Ausnahme: Er hat vorher vertraglich einen Freiwilligkeitsvorbehalt vereinbart. Dann kann er jedes Jahr neu entscheiden, ob er das Urlaubsgeld zahlt.

Nur die Hälfte erhalten Sonderzahlungen

Die Chancen auf die Sonderzahlung steigen, wenn man in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeitet, erklärt das WSI-Tarifarchiv der gewerksnahen Hans-Böckler-Stiftung auf der Grundlage einer Online-Befragung von mehr als 28.000 Beschäftigten. 71 Prozent der Tarifbeschäftigten erhalten demnach Urlaubsgeld, während es ohne Tarifvertrag nur 38 Prozent sind.

Durchschnittlich können Männer mit 54 Prozent häufiger mit einem Urlaubsgeld rechnen als Frauen (41 Prozent). Arbeitnehmer im Osten (36 Prozent) sind in dieser Frage schlechter gestellt als die Kollegen im Westen mit 52 Prozent. Ähnlich sieht es zwischen Kleinbetrieben (38 Prozent) und größeren Unternehmen aus, wo 65 Prozent die Sonderzahlung erhalten.

Bis zu 2.300 Euro Sonderzahlung

Die Höhe des Urlaubsgeldes schwankt stark nach Branchen  – zwischen 156 Euro im Steinkohlenbergbau und mehr als 2.300 Euro in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie im Westen. Ausgezahlt wird das Geld oft mit dem Maigehalt, es gibt aber keinen allgemeingültigen Zeitpunkt. Im Öffentlichen Dienst sind Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld zu einer Jahressonderzahlung zusammengefasst.

Kein gesetzlicher Anspruch

Einen gesetzlichen Anspruch auf den Zuschuss für die Urlaubskasse gibt es nicht. Die Sonderzahlungen können vom Arbeitgeber freiwillig gezahlt werden oder tariflich vereinbart sein. Zahlt der Arbeitgeber regelmäßig, kann ein Anspruch aus Gewohnheit entstehen.

Industriebeschäftigte haben im Schnitt bessere Chancen auf die Sonderleistung als Mitarbeiter in Dienstleistungsberufen. So erhält nach der WSI-Auswertung im Gesundheits- und Sozialwesen gerade einmal ein Viertel der Beschäftigten das Extrageld, im Gastgewerbe sind es 34 Prozent. In der Industrie bekommen dagegen knapp zwei Drittel der Mitarbeiter den Nachschlag zur Sommerzeit.

In elf von 22 Branchen gab es im vergangenen Jahr Zuwächse – zum Beispiel im Bauhauptgewerbe mit einem ausgehandelten Zuschlag von 30 Prozent für die gewerblichen Beschäftigten im Westen. Meist bewegten sich die Erhöhungen aber im Rahmen der allgemeinen Tarifabschlüsse, weil die Zahlung in einem Prozentsatz des Tarifgehalts ausgedrückt wird und so automatisch mit steigt.

Verwendete Quellen:
  • dpa-afx, dpa-tmn


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