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Nach Kartellamtskritik: Große Möbeleinkäufer dürfen nicht kooperieren

Nach Kartellamtskritik: Große Möbeleinkäufer dürfen nicht kooperieren

12.09.2019, 15:33 Uhr | dpa-AFX

BONN (dpa-AFX) - Nach Bedenken des Bundeskartellamts haben zwei große Einkaufsfirmen aus der Möbelbranche ihre Pläne aufgegeben, miteinander zu kooperieren. Nach vorläufigen Erkenntnissen wäre diese Zusammenarbeit so umfassend, dass die Grenze des Zulässigen "klar überschritten" wäre, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit.

Es ging um die größte deutsche Möbeleinkaufskooperation, die VME Union, die bereits mit einem anderen Marktteilnehmer, dem Küchenhandelsverband MHK, zusammenarbeitet. Diesem Zusammenschluss wollte die Krieger/Höffner-Gruppe (KHG) beitreten, doch daraus wird nun nichts.

In Einkaufskooperationen bekommen Händler von Möbelherstellern bessere Konditionen, weil ihr Auftragsvolumen durch gemeinsame Bestellungen höher ist, als hätten sie allein bestellt. Solche Kooperationen sind üblich und aus Sicht des Gesetzgebers durchaus gewollt: Sie sollen es dem Mittelstand ermöglichen, am Markt gegen große Konkurrenz bestehen zu können, in dieser Branche etwa Ikea. Doch es sind Grenzen gesetzt. "Bei der Beurteilung solcher Kooperationen müssen wir immer auch eventuelle Nachteile für die Verbraucher sowie für die Marktgegenseite, also hier kleine und mittelständische Möbelhersteller, im Blick haben", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Das Kartellamt beobachtet die Fusionen in der Möbelbranche schon seit längerem mit Argusaugen. So kam es unlängst zum Zusammengehen der Einkaufskooperationen EMV und Garant. Zudem wuchs der Giga-Verband unter Führung der XXXLutz-Gruppe, als diese Gruppe die Möbelhändler Poco und Dodenhof übernahm. XXXLutz wird von Deutschlands obersten Wettbewerbshütern zudem in einem anderen Punkt kritisch beäugt: Das Unternehmen forderte vor einiger Zeit seine Lieferanten auf, 2020 wegen seines 75-jährigen Firmenjubiläums einen 7,5 Prozent-Rabatt zu gewähren. Diese Maßnahme ist möglicherweise nicht rechtmäßig - die Bonner Behörde forderte das Unternehmen zur Stellungnahme auf./wdw/DP/stk




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