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Banken: Die Fehlspekulationen bei der WestLB und ihre Folgen

Chronologie  

Die Fehlspekulationen bei der WestLB und ihre Folgen

26.07.2007, 14:43 Uhr | dpa, 26.07.2007, t-online.de

Fehlspekulationen haben die WestLB in den vergangenen Monaten abermals in Turbulenzen gebracht. Eine Chronologie der Ereignisse:

4. April 2007: Die misslungenen Spekulationen werden durch einen Medienbericht bekannt, in dem die Verluste auf rund 100 Millionen Euro beziffert werden.

5. April 2007: Die WestLB bestätigt die Entlassung zweier Mitarbeitern. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Werner Taiber hat es Regelverstöße im Eigenhandel der Bank gegeben.

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10. April 2007: Die WestLB hat gegen die beiden entlassenen Aktienhändler Strafanzeige gestellt. Vorstandschef Thomas Fischer kündigte eine vorbehaltslose Aufklärung des Sachverhalts an.

11. April 2007: Weitere Details werden bekannt. Die entlassenen Mitarbeiter sollen jahrelang die Schlusskurse der Vorzugsaktien von Metro, BMW und VW manipuliert haben. Dabei sollen sie auf ein Sinken der Kursdifferenz von Vorzügen und Stammaktien gesetzt haben.

13. April 2007: Bankchef Fischer stellt den Eigenhandel auf den Prüfstand. Aufgaben, Strukturen und Prozesse sollen überprüft und wenn nötig angepasst werden. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin kündigt eine Sonderprüfung bei der WestLB an.

17. April 2007: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nimmt gegen die beiden ehemaligen Aktienhändler der WestLB Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue auf.

19. April 2007: Bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Landtages von NRW werfen Oppositionspolitiker von SPD und Grünen Fischer vor, über das Ausmaß der Verluste keine Auskunft zu geben. Auch wird ihm vorgehalten, bei der Bilanzpressekonferenz Ende März kein Wort über erhebliche Risiken im Eigenhandel verloren zu haben.

26. April 2007: Die WestLB löst wesentliche Positionen im Eigenhandel auf, darunter ein Aktienpaket von VW-Papieren.

8. Mai 2007: Weitere personelle Konsequenzen werden bekannt: Zwei Mitarbeiter waren bereits vor zwei Wochen beurlaubt worden, "um den Sachverhalt vollständig aufzuklären". Es soll sich um einen Angestellten aus der Abteilung für die Überwachung des Aktienhandels der Bank und um einen Mitarbeiter des Risiko-Managements handeln.

26. Juni 2007: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nennt die Spekulationen bei der WestLB mit VW-Aktien als Grund für die Aufstockung des eigenen Volkswagen-Anteils. Porsche habe einen massiven Anstieg des Handelsvolumens mit VW-Aktien beobachtet und dahinter einen Finanzinvestor vermutet.

30. Juni 2007: WestLB-Chef Fischer spricht im Zusammenhang mit den Verlusten von einem "Anschlag auf die Bank". Der größte Teil der Verluste von insgesamt rund 240 Millionen Euro beruhe auf kriminellen Aktivitäten.

10. Juli 2007: Die WestLB verliert ein weiteres Vorstandsmitglied. Kurzfristig scheidet Robert Stein aus dem Vorstand aus. Der 45- Jährige wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung widmen. Sein Ausscheiden habe nichts mit den Vorfällen im Eigenhandel zu tun, hieß es. Stein war bis Februar 2007 auch für den Eigenhandel zuständig.

24. Juli 2007: Eine kurzfristig anberaumte Sitzung des Aufsichtsrats wird bekannt. Nach übereinstimmenden Berichten stehen Bank-Chef Fischer und mehrere Vorstandsmitglieder auf der Kippe, nachdem die BaFin gravierende Managementfehler festgestellt habe.

26. Juli 2007: In der Düsseldorfer Zentrale der WestLB beginnt die Krisensitzung.

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