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WestLB-Chef Fischer gefeuert

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WestLB-Chef Fischer gefeuert

26.07.2007, 15:03 Uhr | dpa, 26.07.2007, t-online.de

Spektakulärer Führungswechsel bei der WestLB: Vorstandschef Thomas Fischer stürzt über die millionenschweren Fehlspekulationen bei der drittgrößten deutschen Landesbank. Nachfolger wird der frühere Chef der HSH Nordbank, Alexander Stuhlmann (59), wie WestLB-Aufsichtsratschef Rolf Gerlach mitteilte. Fischer war wegen der Fehlspekulationen unter Druck geraten, die zu Verlusten von bislang 243 Millionen Euro führten. Neben Fischer wurde auch Risikomanager Matthijs van den Adel aus dem Vorstand abberufen. Stuhlmann sieht sich selbst als Übergangslösung an der Spitze der WestLB. Er wolle nur für eine Übergangszeit an der Spitze der Bank stehen. Er gehe davon aus, dass es binnen Jahresfrist zu Veränderungen in der Landesbankenszene kommen werde.

Chronologie - Die Fehlspekulationen bei der WestLB und ihre Folgen
Finanzbranche - WestLB verspekuliert Millionen (04.04.07)
Vorwürfe - Kurse in großem Stil manipuliert? (11.04.07)
Millionen-Debakel - WestLB zeigt Ex-Händler an (10.04.07)

Kein kompletter Kahlschlag
Die anderen Vorstandsmitglieder bleiben allerdings im Amt. Damit kommt es nicht zu dem kompletten Kahlschlag an der Spitze der Bank, über den zuvor spekuliert worden war. Aufsichtsratschef Gerlach schloss zwar nicht aus, dass auch weitere Vorstände abberufen werden könnten. Derzeit könne man aber davon ausgehen, dass "alles Notwendige getan ist".

Dringende Sitzung in der Urlaubszeit
Die Sitzung des Aufsichtsrats, an der auch der Chef der deutschen Bankenaufsicht BaFin, Jochen Sanio, teilnahm, war kurzfristig mitten in der Urlaubszeit einberufen worden. Die Behörde hatte einen Zwischenbericht von Sonderprüfern zu den umstrittenen Aktiengeschäften der WestLB an den Aufsichtsrat geschickt. Die BaFin soll nach unbestätigten Berichten gravierende Managementfehler bei ihren Untersuchungen festgestellt haben. Börsenhändler der Bank haben Berichten zufolge jahrelang Aktienkurse manipuliert, um auf dem Papier hohe Gewinne für die Bank zu erzielen und damit ihre Bonuszahlungen zu sichern.

Der Nachfolger: Alexander Stuhlmann
Unterdessen wurden bekannt, dass der frühere Chef der HSH Nordbank, Alexander Stuhlmann, neuer Chef der WestLB wird. Dies erfuhr dpa aus Eigentümerkreisen der WestLB. Stuhlmann kehrt nach einer kurzen Familienpause zurück ins Bankengeschäft - und gleich wieder in einen Chefsessel. Der frühere Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank soll die skandalumwitterte WestLB in ruhigeres Fahrwasser bringen. Das dürfte dem nach außen stets gelassen wirkenden 59-Jährigen mit seinem Wissen um Recht und Ordnung nicht schwer fallen, schließlich wollte er einst Richter werden.

Norddeutsch zurückhaltend
Der Jurist ist aber auch mit der Finanzmaterie bestens vertraut. 1976 kam er zur Hamburgischen Landesbank, war zunächst in der Rechtsabteilung und im Vorstandsstab tätig und bekam dessen Leitung 1992 übertragen. Der Hamburger macht Karriere, stellt sich - norddeutsch zurückhaltend - aber nicht ins Rampenlicht. Vier Jahre später war er Mitglied des Vorstands, zwei Jahre später wiederum übernahm er den Vorsitz des Gremiums. Im Juni 2003 wurde er dann Vorstands- vorsitzender der HSH Nordbank, die aus der Fusion der Landesbanken in Kiel und Hamburg entstand. Am neuen Institut hatte auch die WestLB einen Anteil von 27 Prozent, den sie im Herbst 2006 für 1,2 Milliarden Euro an internationale Investoren verkaufte.

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