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WestLB: Noch höhere Verluste - Ermittlungen gegen Vorstand


WestLB  

Noch höhere Verluste - Ermittlungen gegen Vorstand

30.08.2007, 13:13 Uhr | AFP/ dpa, t-online.de

Die millionenschweren Fehlspekulationen bei der WestLB haben im ersten Halbjahr ein noch tieferes Loch in die Bilanz gerissen als befürchtet. Die drittgrößte deutsche Landesbank habe 604 Millionen Euro Verluste aus den spekulativen Geschäften der Börsenhändler verbucht, teilte die WestLB am Donnerstag (30.08.07) in Düsseldorf mit. Bislang hatte die Branche mit rund 500 Millionen Euro gerechnet. Dadurch rutschte die Bank tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Minus von 170 Millionen Euro. Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus zeigte sich dennoch zuversichtlich, im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben, zumindest vor Abzug der Steuern.



Mit BMW, Volkswagen und Metro verspekuliert
Börsenhändler der WestLB sollen sich unter anderem mit Aktien von BMW, Volkswagen und Metro verspekuliert haben. Vor gut einem Monat hatte WestLB-Chef Thomas Fischer deswegen seinen Stuhl räumen müssen und wurde durch Alexander Stuhlmann ersetzt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben ehemalige und noch aktive Vorstandsmitglieder.

Nicht das erste Mal
Die WestLB war nicht zum ersten Mal mit Fehlspekulationen in die Negativ-Schlagzeilen gerutscht. 2003 hatte sich das Institut mit riskanten Krediten an den britischen TV-Verleiher Boxclever verhoben, was die WestLB tief in die roten Zahlen gestürzt hatte. Daraufhin musste der damalige Bank-Chef Jürgen Sengera seinen Posten räumen.

Justiz ermittelt gegen sieben Vorstandsmitglieder
In die Affäre um millionenschwere Spekulationsverluste bei der WestLB hat sich die Justiz eingeschaltet. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittle gegen sieben ehemalige und noch aktive Vorstandsmitglieder der Landesbank wegen Verstoßes gegen das Aktiengesetz, sagte ein Behördensprecher. Es solle geprüft werden, ob die Vorstände der drittgrößten Landesbank ihre Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat verletzt hätten. Die Ermittlungen richteten sich auch gegen WestLB-Chef Thomas Fischer, hieß es in mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen.

Dem Aufsichtsrat wichtige Informationen vorenthalten
Fischer hatte vor gut einem Monat wegen der Affäre seinen Posten räumen müssen. Er wurde von dem früheren Chef der HSH Nordbank, Alexander Stuhlmann, an der Spitze der Landesbank abgelöst. Die Ermittlungen richten sich laut Staatsanwaltschaft nicht gegen Aufsichtsratsmitglieder der WestLB. Schon die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte dem WestLB-Management vorgeworfen, dem Aufsichtsrat entscheidende Informationen zu den riskanten Aktiengeschäften der Bank verschwiegen zu haben.

Landesregierung und Ver.di gegen vorschnelles Handeln
Nach Bekanntgabe der Verlustzahlen sieht die nordrhein-westfälische Landesregierung keinen Anlass für eine schnelle Fusion der Düsseldorfer Bank mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Es helfe nicht weiter, "vorschnell auf den Zug LBBW aufzuspringen", sagte NRW-Finanzminister Helmut Linssen im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages. Auch die Gewerkschaft Ver.di fordert den Erhalt der WestLB als eigenständige Bank. Eine Zusammenlegung mit der LBBW stelle keine zufriedenstellende Lösung dar, erklärte Ver.di in Berlin. Eine Fusion beider Banken würde mehrere tausend Arbeitsplätze vor allem in Düsseldorf und Stuttgart kosten. Den Verkauf von WestLB-Anteilen an private Investoren, den die Landesregierung nicht ausschließt, lehnt Ver.di als indiskutabel ab.

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