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Sportfive pokert mit um die Bundesliga

Sportrechte  

Sportfive pokert mit um die Bundesliga

13.09.2007, 19:04 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Der Sportrechte-Vermarkter Sportfive steigt mit Handball-, Basketball- und Volleyball-Übertragungen ins Pay-TV-Geschäft ein und will in Zukunft auch die Fußball-Bundesliga zeigen. Bisher werden über den kostenpflichtigen Sender Sportdigital.tv mehr als 100 Spiele der Handballbundesliga sowie mehr als 200 Basket- und Volleyballspiele gezeigt.



Druck auf Premiere wächst
"Es ist absolut klar, dass wir um die Fußball-Rechte mitbieten werden", sagte Sportfive-Manager Lars P. Reckwitz. Durch den Vorstoß des Vermarkters wächst der Druck auf den Bezahlsender Premiere, der sich erst jüngst mit einer Kapitalerhöhung für die nächste Versteigerung Rechte gerüstet hat. Durch die Ausgabe neuer Aktien sollen bis zu 250 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens fließen. Und die dürfte Premiere auch benötigen, denn der Preis für die Lizenz könnte bei einem Bietergefecht noch einmal in die Höhe schnellen.

Ganz andere Liga
Für die Münchener wird es dabei im doppelten Sinne eng, denn anders als Arena konkurriert Premiere nicht mit einem Branchenneuling. Das im Jahr 2001 aus der Fusion von Sport Plus (Canal Plus), UFA Sports (RTL) und der Groupe Jean-Claude Darmon hervorgegangene Unternehmen verfügt über lange Erfahrung mit der Vermarktung von Sport und hat neben den Fernsehrechten für die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008 auch ein eigenes Bezahlfernsehen inne. In Deutschland gehören laut Unternehmensangaben sieben der 18 Bundesliga-Vereine zu seinen Kunden. Im November 2006 wurde Sportfive vom französischen Konzern Lagardère aufgekauft.

Ende der Sportschau-Debatte?
Premiere dürfte es deshalb schwer haben, seine Forderung nach mehr Exklusivität durchzusetzen. Erstes Zeichen dafür ist die Signalisierung einer Kompromissbereitschaft in der Frage nach der Sportschau. Premiere drängt nicht mehr auf die Abschaffung der frei empfangbaren Sendung in der ARD, wenn dafür die Anstoßzeiten aufgefächert werden. Spiele könnten samstags dann bereits um 13.30 Uhr oder sogar erst spät am Abend beginnen. Was die "Sportschau" retten könnte, dürfte Stadiongänger nicht erfreuen. Schon jetzt sorgen die versprengten Anstoßzeiten für Ärger, besonders bei Auswärtsfahrern.

"Die Konkurrenz wächst"
Der Aktienkurs des Bezahlsenders ist in Folge der Meldungen am Donnerstag unter Druck geraten und brach zwischenzeitlich um über drei Prozent ein. Gegen Ende des Handels erholte sich die Aktie dann jedoch noch einmal leicht auf minus 1,8 Prozent. "Die Konkurrenz für Premiere verschärft sich und das belastet die Aktien", sagte ein Händler. Bereits die Kapitalerhöhung sorgte bei Börsianern für Unsicherheit. "Das hat bereits signalisiert, dass die Rechte sehr teuer werden könnten", sagte ein Händler. Analyst Ralf Marinoni von Equinet bestätigte: "Die Pläne von Sportfive sind nicht gut für Premiere". Sportfive sei im Gegensatz zu Arena "kein Neuling am Markt und verfüge über exzellente Marketing-Erfahrung. Auch wenn Premiere die erste Wahl für die Deutsche Fußball Liga (DFL ) sein dürfte, könnte der erhöhte Wettbewerb den Preis weiter antreiben.

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