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Microsoft muss Rekord-Strafe zahlen

Kartellverfahren  

Microsoft muss Rekord-Strafe zahlen

17.09.2007, 13:08 Uhr | dpa / T-Online, 17.09.2007, t-online.de

Microsoft wird die verhängte Kartellstrafe in Höhe von 497 Millionen Euro wohl zahlen müssen. Im Streit um EU-Sanktionen gegen den Softwarekonzern haben sich die EU-Richter hinter die Brüsseler Wettbewerbshüter gestellt und bekräftigen damit die Ansicht der Europäischen Kommission, die im Jahr 2004 die Kartellbuße gegen Microsoft verhängt hatte. Der Konzern klagte gegen die Entscheidung und verlor nun vor dem Europäischen Gericht (EuG).

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Marktbeherrschende Stellung ausgenutzt
Die Europäische Kommission wirft Microsoft Marktmissbrauch vor und verhängte bereits in der Vergangenheit Millionen-Strafen. Hauptvorwurf: Der Konzern nutze seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen dazu aus, Konkurrenten zu behindern, indem anderen Softwareentwicklern den Marktzutritt verwehrt werde. Dies ist möglich, da Microsoft wichtige Schnittstelleninformationen (API) unter Verschluss hält. Diese muss der Softwarekonzern nun für Konkurrenten offen legen, damit die "Interoperabilität" von Fremd-Software mit Windows-Systemen gewährleistet wird. Zudem fällten die Richter eine wichtige Entscheidung zum Windows Media Player.

Urteil mit weitreichenden Folgen
In der Software-Industrie wird das Microsoft-Urteil der EU-Richter einen Meilenstein setzen. Konzerne wie Microsoft werden künftig penibel darauf achten müssen, sich in den von Luxemburg aufgezeigten Grenzen am Markt zu bewegen. Für die Verbraucher werden die Auswirkungen des Richterspruchs dagegen wesentlich weniger spektakulär ausfallen.

"Flash"-Technologie als dominierendes Multimedia-Format
Die von der EU-Kommission kritisierte Koppelung von Windows Media Player mit dem Betriebssystem Windows ist für "Otto-Normal-Anwender" schon lange kein Thema mehr. Die von Brüssel erzwungene Windows-Variante ohne eingebauten Media-Player hat sich am Markt als Flop erwiesen. Bei diesem Thema ist die Karawane ohnehin längst weitergezogen. Mit Videoportalen wie YouTube hat sich die "Flash"-Technologie von Microsoft-Konkurrent Adobe als dominierendes Multimedia-Format im Web durchgesetzt, nicht der "Windows Media Player". Microsoft tritt hier mit seiner neuen Technologie "Silverlight" als Herausforderer an, allerdings nicht als Marktführer.

Microsoft verfolgte eine Hinhaltetaktik
Microsoft hat sich gegen die Offenlegung der API stets gewehrt. Diese stellen aus Sicht der Microsoft-Anwälte ein schützenswertes geistiges Eigentum dar, das nicht ohne weiteres offengelegt werden dürfe. Durch die Klage gegen die Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter hatte Microsoft die Offenlegung der API drei Jahre hinausgezögert. Nun gilt abzuwarten, inwiefern der Software-Konzern der Entscheidung des EuG nachkommt und die erforderlichen Informationen seinen Konkurrenten zugänglich macht. Diese hatten stets bemängelt, dass sie ohne die erforderlichen Informationen keine windows-kompatiblen Konkurrenzprodukte anbieten könnten. Entsprechend dominant ist Microsofts Marktmacht etwa in den Bereichen Bürosoftware oder Media-Player. Mit dem Urteil haben sich nun die Chancen von Softwareentwicklern erhöht, entsprechende Konkurrenzprodukte anbieten zu können.

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