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Kartellverfahren: EU-Bußgeld gegen Reißverschlusshersteller

Kartellverfahren  

EU-Bußgeld gegen Reißverschlusskartell 

19.09.2007, 15:52 Uhr | dpa / T-Online, 19.09.2007, t-online.de

Immer wieder werden Konzerne wegen illegaler Preisabsprachen oder Verstöße gegen das europäische Recht verurteilt. Erst vor wenigen Tagen hat der Europäische Gerichtshof das Millionenbußgeld der EU-Kommission gegen Microsoft bestätigt. Jetzt hat die Kommission das Kartell von Reißverschlussherstellern ins Visier genommen und mit einem Bußgeld von 328,6 Millionen Euro belegt.
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Deutscher Anbieter kommt glimpflich davon
Die EU-Kommission verhängte die Strafe wegen unerlaubter Preisabsprachen. Den ganz überwiegenden Teil der Strafe müssen die Unternehmen YKK und Coats zahlen. Allein auf den japanischen Hersteller YKK entfallen rund 150,2 Millionen Euro. Glimpflicher ist dagegen mit 40,5 Millionen Euro der deutsche Anbieter Prym weggekommen. Der Grund: Der Prym-Konzern beichtete als erster die Absprachen den Wettbewerbshütern. Dennoch kritisierte Prym die Entscheidung der EU-Kommission und bezeichnete das Bußgeld als "nicht nachvollziehbar und unverhältnismäßig". Gemessen an der Wirtschaftskraft eines mittelständischen Unternehmens sei die Geldbuße von 40,5 Millionen Euro einmalig in der Geschichte der EU, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Engelhardt. Die seinerzeit verantwortliche Unternehmensleitung sei nicht mehr im Amt, und Prym habe bei den Ermittlungen der Kommission kooperiert. Auf die anderen Anbieter, wie die Scovill, A. Raymond und Berning & Söhne GmbH & Co und den Fachverband Verbindungs- und Befestigungstechnik, entfallen vergleichsweise geringe Bußen.

Webnews und Mr. Wong 

Illegale Absprachen seit 1991
Einige der Absprachen bestanden laut EU-Kommission seit 1991. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte dazu: „Es ist empörend, dass sich die großen Verbindungsproduktehersteller über einen so langen Zeitraum abgesprochen haben, um künstliche Preisniveaus aufrechtzuerhalten und Kunden sowie Märkte für Produkte, die unzählige Verbraucher alltäglich benutzen, untereinander aufzuteilen. Das erste Kartell, an dem die Konzerne YKK, Prym, Scovill sowie A. Raymond, Berning & Söhne und der deutsche Fachverband VBT beteiligt waren, erstreckte sich von 1991 bis mindestens 2001. In dieser Zeit vereinbarten die genannten Unternehmen jährlichen „Preisrunden“ im Rahmen von Arbeitsgruppen, die von dem Fachverband VBT organisiert wurden.

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