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US-Finanzinvestor nimmt TUI-Zerschlagung ins Visier

Touristikkonzern  

US-Finanzinvestor nimmt TUI-Zerschlagung ins Visier

30.09.2007, 13:30 Uhr | dpa / onWirtschaft, 30.09.2007, t-online.de

Der beim Touristikkonzern TUI eingestiegene US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte will seinen Aktienanteil aufstocken und nimmt eine Zerschlagung des Reise- und Schifffahrtskonzerns ins Visier. "Ich bin willens, weitere Aktien zu kaufen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Zugleich will er andere Aktionäre als Verbündete gewinnen, um bei TUI einen radikalen Kurswechsel durchsetzen zu können: "Die Frage ist nicht, wie viele Aktien ich kaufe, sondern wer meine Denkweise teilt."

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Vorgehen noch nicht kommuniziert
Auf die Frage, ob er eine Zerschlagung fordere, sagte er der Zeitung zufolge: "So etwas in der Art. Aber ich werde meine Pläne noch nicht offenlegen. Dazu ist es noch zu früh." In einem Interview mit "manager-magazin.de" bestätigte Wyser-Pratte, dass er bereits Kontakt zu anderen kritischen TUI-Aktionären aufgenommen habe: "Oh ja, das habe ich. Die sind sehr froh, dass ich jetzt an ihrer Seite stehe."

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Absetzung des Konzernchefs gefordert
Wyser-Pratte hat bislang nach eigener Darstellung für rund 40 Millionen Euro ein Prozent der TUI-Aktien erworben und umgehend die Absetzung von Konzernchef Michael Frenzel gefordert. An der Börse kletterte das TUI-Papier am Freitag in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf rund 19 Euro. Frenzel steht wegen der schwachen Entwicklung des Aktienkurses und der TUI-Ertragsschwäche bei Anlegern seit langem in der Kritik. Der umstrittene Investor hatte bei mehreren deutschen Unternehmen einen Radikalumbau verlangt und damit in
einzelnen Fällen Erfolg gehabt.

Wyser-Pratte: "TUI ist ein Konglomerat"
Wyser-Pratte bekräftigte seine Kritik an der TUI-Struktur: "TUI ist ein Konglomerat. Wo ist der Vorteil? Dieses Konzept ist vor 30 Jahren gestorben", sagte er der "FAZ". In "Euro am Sonntag" sagte Wyser-Pratte zudem, die Finanzberichterstattung des Konzerns sei undurchsichtig: "Es ist an der Zeit, dass TUI sauber die Resultate der einzelnen Segmente aufschlüsselt und publiziert." Er kündigte zudem an, er wolle für eine Kürzung der Vorstandsgehälter sorgen und eine Nutzung der TUI-Flugzeugflotte durch Führungskräfte verbieten. Wyser-Pratte hatte bereits zuvor Frenzel massives Missmanagement vorgeworfen. Ein TUI-Sprecher wollte die jüngsten Äußerungen laut "FAZ" nicht kommentieren.

TUI ohne bestimmenden Großaktionär
TUI ist der erste DAX-Konzern, den der Amerikaner ins Visier nimmt. Bei der TUI gibt es derzeit keinen bestimmenden Großaktionär. Der überwiegende Teil der Aktien befindet sich im Streubesitz. Jeweils rund fünf Prozent halten die spanische Hoteliersfamilie RIU, ein spanisches Kreditinstitut sowie ein marokkanisches Finanzinstitut. Diese Aktionäre gelten als Frenzel-Verbündete. Ebenfalls fünf Prozent besitzt der norwegische Großreeder John Fredriksen, der als Anhänger einer TUI-Zerschlagung gilt. Mehr als fünf Prozent der TUI-Aktien hält auch eine Tochter der US- Investmentbank Lehman Brothers.

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