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US-Notenbank senkt abermals Leitzins


Finanzkrise  

US-Notenbank senkt abermals Leitzins

01.11.2007, 08:21 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Die US-Notenbank (Fed) hat die Leitzinsen der USA erneut gesenkt und eine ausgewogene Risikoeinschätzung mit Blick auf künftige Inflations- und Wachstumsrisiken in der größten Volkswirtschaft der Welt gegeben. Die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das US-Wachstum seien "größtenteils ausgeglichen", schreibt die US-Notenbank in einer Erklärung. Zuvor hatte sie die Leitzinsen wie von Experten mehrheitlich erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 4,50 Prozent gesenkt. Allerdings fiel die Entscheidung der Fed nicht einhellig. Die Entscheidung sei mit neun zu einer Stimme im Offenmarktausschuss (FOMC) der Notenbank gefallen. Gegen eine Zinssenkung und für unveränderte Zinsen hatte sich der Präsident der regionalen Notenbank von Kansas, Thomas Hoenig, ausgesprochen.



Fed gibt Risikoabschätzung ab - auch Diskontsatz gesenkt
Erst im September hatte die Notenbank einen überraschend deutlichen Zinsschritt nach unten um 0,50 Punkte vorgenommen. Grund waren die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Auch hat die Notenbank wieder eine explizite Risikoabwägung zwischen Wachstum und Inflation vorgenommen, nachdem sie dies in ihrer Erklärung zur Zinsentscheidung vom September vermieden hatte. Die Notenbank werde die weiteren Entwicklungen beobachten und das Nötige tun, um die Preisstabilität und das nachhaltige Wachstum zu sichern, heißt es in der Erklärung. Neben der bedeutsamen "Fed Funds Rate" - dem Leitzins - reduzierte die Notenbank auch den weniger bedeutsamen Diskontsatz um 0,25 Punkte auf 5,00 Prozent. Bereits im September hatte die Fed den Diskontsatz um 0,50 Punkte auf 5,25 Prozent reduziert, nachdem sie ihn Mitte August um überraschend um ebenfalls 0,50 Punkte gesenkt hatte.

Erneute Aufwärtsrisiken für Inflation
Das US-Wachstum im dritten Quartal sei robust ausgefallen, und die Lage an den Finanzmärkten habe sich nach den jüngsten Turbulenzen wieder etwas beruhigt, schreibt die Notenbank in ihrer Erklärung. Gleichwohl werde das Wachstumstempo in der kurzen Frist wohl abnehmen, vor allem aufgrund der anhaltenden Wachstumsschwäche des Häusermarkts. Die Kerninflation habe sich im laufenden Jahr zwar leicht verbessert. Gleichwohl sieht die Notenbank erneute Aufwärtsrisiken bei der Inflation. Sie verweist dabei insbesondere auf steigende Rohstoff- und Energiepreise. Die Zinssenkung solle mögliche negative Effekte auf das Wachstum im Vorfeld verhindern, die sich ansonsten angesichts der Turbulenzen an den Märkten ergeben könnten.

Reaktion an den Finanzmärkten gemischt
Die Reaktionen an den Finanzmärkten auf den Zinsschritt der Fed fielen gemischt aus. Der Euro gab zunächst etwas nach, stieg danach aber auf einen neuen Rekordstand von 1,4493 US-Dollar und damit knapp unter die Marke von 1,45 Dollar. Die US-Börsen reagierten mit kräftigen Schwankungen auf die Entscheidung der US-Notenbank. Zeitweilig gab der Leitindex Dow Jones sämtliche Gewinne ab und fiel mit rund 0,1 Prozent in die Verlustzone. Zuletzt erholte er sich aber wieder vollständig. Die deutschen Anleihen quittierten die Zinsentscheid mit deutlichen Kursverlusten. Die Festverzinslichen sanken nach dem Entscheid auf bis zu 112,86 Punkte, nachdem sie zuvor bei 113,30 Punkten notierten. Die Ölpreise zeigten sich indes nur geringfügig bewegt und notierten nach der Entscheidung weiterhin in der Nähe ihrer jüngsten Rekordstände von über 90 US-Dollar.

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