Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Springer und TNT planen Bündnis gegen die Post


Logistik  

Springer und TNT planen Bündnis gegen die Post

02.11.2007, 14:54 Uhr | Spiegel Online, t-online.de

 Axel Springer-Gebäude in Berlin (Foto: dpa) Axel Springer-Gebäude in Berlin (Foto: dpa) Gemeinsam gegen die Nummer eins: Der Axel-Springer-Verlag mit seiner Mehrheit beim Post-Dienstleister Pin und die holländische TNT planen eine Kooperation in Deutschland, um der Deutschen Post Konkurrenz zu machen. In Branchenkreisen ist sogar von einer Fusion die Rede.



Schlagkräftige Konkurrenz zur Post denkbar
Pin und TNT, Nummer zwei und Nummer drei im deutschen Briefgeschäft, wollen dem "Handelsblatt" zufolge gemeinsam den Marktführer Deutsche Post angreifen. Der mehrheitlich zum Axel-Springer-Verlag gehörende Postdienstleister Pin und der niederländische Postkonzern TNT führen Gespräche für ein gemeinsames Vorgehen, berichtet die Zeitung. Aus Branchenkreisen erfuhr Spiegel Online, denkbar sei sogar eine Fusion von Pin und der deutschen TNT-Tochter, um eine "schlagkräftige Konkurrenz zur Post" zu bilden.

Pin in Verlagshand
Springer hält derzeit knapp 64 Prozent an Pin, weitere Anteile halten der Verlag Georg von Holtzbrinck, die WAZ-Gruppe sowie der Madsack-Verlag. Springer hatte Ende Juni rund 510 Millionen Euro in die Übernahme der Mehrheit der Pin-Anteile investiert. Damals hatte Springer-Vorstand Mathias Döpfner angekündigt, die Briefsparte zu einer weiteren starken Säule des Verlags ausbauen zu wollen.

"Kooperation macht Sinn"
Einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Springer-Verlag nun einen Rückzug aus dem Postgeschäft plane und Anteile an TNT verkaufen wolle, dementierte eine Sprecherin des Verlags. Dies sei angesichts der großen Investitionen im Sommer auch nicht sinnvoll. Springer und TNT wollten die Gespräche über eine Zusammenarbeit nicht bestätigen. Aus Branchenkreise hieß es jedoch, eine Kooperation mache "sehr viel Sinn, um eine schlagkräftige Konkurrenz zur Post zu bilden". Pin und TNT seien mit sehr großem Abstand die Nummer zwei und drei in Deutschland, daher sei es eine "strategische Option, sich zusammenzutun". Allerdings müsste eine Zusammenarbeit wirtschaftlich Sinn machen.

Mindestlohndebatte beschleunigte Gespräche
Wie es in den Kreisen weiter hieß, seien die Gespräche zwischen Springer-Verlag und TNT im Anfangsstadium. "Sollte es zu keiner Einigung über ein gemeinsames Vorgehen kommen, werden beide Seiten auf getrenntem Wege versuchen, mit der Post zu konkurrieren". Aus dem Umfeld von Springer und TNT war auch zu hören, dass die Debatte über Mindestlöhne für Briefzusteller in Deutschland die Gespräche miteinander zwar beschleunigt hätte, aber nicht ursächlich für die Verhandlungen waren. "Klar ist, dass die Einführung eines Mindestlohns Druck auf die privaten Postdienstleister machen würde."

Post will Monopolstellung behaupten
Die Deutsche Post ist für die Einführung eines Mindestlohns, private Postdienstleister lehnen ihn ab und werfen der Post vor, auf diese Weise ihre Monopolstellung im Briefgeschäft festigen zu wollen. Mehrere Zeitungshäuser, darunter auch Springer, starteten eine Werbekampagne, in der Post und Politik gemeinsames Spiel bei der Aufrechterhaltung des Monopols vorgeworfen wird.

Post streicht Anzeigen
Die Post reagierte: Sie strich im Oktober bis Ende des Jahres Anzeigen in Springer-Blättern. Dabei ging es vor allem um Anzeigen der Postbank Chart zeigen, aber auch Deutsche-Post-Töchter wie den Paketdienst DHL. Die Stornierung von Anzeigen umfasste ein Gesamtvolumen von rund 800.000 Euro, bestätigte Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel dem SPIEGEL, betonte aber, die Aktion treffe nicht nur den Springer-Verlag. Ein Deutsche-Post-Sprecher sagte, es handele sich nicht um eine "Strafaktion" gegen Springer.

Springer-Kurs verliert an der Börse
Ärger beschert der Ausflug ins Postgeschäft dem Springer-Verlag auch an der Börse: Die Aktienmärkte bewerten das Geschäft als zu risikoreich. Der Kurs der Springer-Aktie verlor in den vergangenen drei Monaten gut 30 Euro auf rund 104 Euro.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal