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Edeka erhält Zuschlag für Plus


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Edeka erhält Zuschlag für Plus

17.11.2007, 12:30 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Ein neuer Discount-Riese entsteht (Foto: dpa)Ein neuer Discount-Riese entsteht (Foto: dpa) Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka schmiedet mit der Tengelmann-Gruppe den nach Aldi und Lidl drittgrößten deutschen Discounter mit einem Umsatz von elf Milliarden Euro. Der Tengelmann-Discounter Plus und die Edeka-Tochter Netto gehen dafür eine Partnerschaft ein. Am neuen Gemeinschaftsunternehmen wird Edeka mit 70 Prozent die Mehrheit halten, wie beide Unternehmen am Freitag in Mülheim/Ruhr mitteilten. "Wir stoßen damit in die Spitzengruppe im deutschen Discount-Markt vor", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Es handelt sich laut Haub um die größte Transaktion im deutschen Handel. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Zudem wurde eine Zusammenarbeit im Einkauf zwischen der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann und Edeka vereinbart.

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Nur 800 von 2900 Plus-Filialen behalten ihren Namen
Der neue Discount-Riese wird über ein Netz von mehr 4100 Läden verfügen von denen nur noch 800 den Namen Plus tragen sollen. Somit werden 2100 der derzeit noch mehr als 2900 Plus-Filialen ihren Namen in Netto wechseln. Ab kommenden Mai werde die Umstellung mit Investitionen von rund 300 Millionen Euro beginnen, kündigte Edeka- Chef Alfons Frenk an. Der Umbau werde bis zu zweieinhalb Jahre dauern.



Langfristige Partnerschaft - 300 neue Märkte pro Jahr
Die Partnerschaft mit Edeka sei sinnvoll, weil sich die Konzepte und die Filialnetze von Plus und Netto ideal ergänzten, sagte Haub. Bei dem Zusammenschluss handele es sich um eine langfristige Partnerschaft. Edeka-Chef Frenk kündigte eine kräftiges Wachstum des neuen Gemeinschaftsunternehmens an. "Die Expansionspläne sehen die Eröffnung von mehr als 300 Märkten pro Jahr vor."

Lidl auf den Fersen
Allerdings sei nicht angepeilt, sich mit dem neuen Unternehmen an die Spitze des deutschen Discount-Marktes zu setzen. "Eine Veränderung des Rangplatzes ist nicht das erklärte Ziel", sagte Frenk. Während der deutsche Discount-Primus Aldi mit einem Umsatz von rund 22 Milliarden Euro mit großem Abstand an der Spitze steht, ist der neue Zusammenschluss dicht an den Branchen-Zweiten Lidl herangerückt. Mit einem Umsatz von etwa 13 Milliarden Euro erwirtschaftet Lidl derzeit zwei Milliarden Euro Umsatz mehr als der neue Konkurrent.

Kein Personalabbau geplant
Durch das geplante kräftige Wachstum werde es unter dem Strich zu keinem Personalabbau kommen, sagte Frenk. Beide Unternehmen beschäftigen derzeit zusammen mehr als 51.000 Mitarbeiter. Mit dem Netto-Konzept sehe man sich gut für den Kampf mit der Konkurrenz auf dem deutschen Discount-Markt gerüstet, sagte Edeka-Vorstandsmitglied Markus Mosa.

Frische Ware statt Aktions-Artikeln
Im Vordergrund werde künftig ein breites Angebot von Markenartikel sowie der Verkauf von frischer Ware stehen. In etwa jeder zweiten Netto-Filiale existiere derzeit noch eine Theke mit Bedienung für den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren. Auf den Verkauf von sogenannten Aktions-Artikeln außerhalb des Geschäfts mit Lebensmitteln werde man dagegen weitgehend verzichten.
Unklar sei derzeit noch der Standort der Unternehmenszentrale des künftig unter dem Namen Netto Marken-Discount firmierenden Unternehmens. Während die Tengelmann-Tochter Plus ihren Sitz in Mülheim/Ruhr hat, liegt die Netto-Zentrale im bayerischen Maxhütte-Haidhof bei Regensburg.

Obi geht nach Russland
Tengelmann-Chef Haub kündigte eine weitere Expansion des Familienunternehmens an. Dies gelte insbesondere für die Baumarkttochter Obi, an der Tengelmann seinen Anteil vor einiger Zeit auf 75 Prozent aufgestockt hatte. Eine Komplett-Übernahme von Obi sei derzeit jedoch nicht geplant, sagte er. Ziele der geplanten Expansion von Obi seien derzeit Russland und die Ukraine. Daneben sei aber auch ein Ausbau des Textil-Discounters Kik geplant.

Gegen Rewe durchgesetzt
Mit dem Zusammenschluss im Lebensmittel-Discount-Bereich hat sich Edeka im Bieterrennen gegen den Lebensmittelkonzern Rewe durchgesetzt, der ebenfalls Interesse an Plus hatte. Rewe erinnerte daran, dass ein "riesiger Kraftakt" notwendig gewesen wäre, um dieses Geschäft rentabel zu gestalten. "Abgerechnet wird erst nach Ladenschluss", sagte Rewe-Vorstandschef Alain Caparros. "Wir werden in Deutschland und im Ausland weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis."

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