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Tiefensee: Bahn legt Lokführern neues Angebot vor


Deutsche Bahn  

Tiefensee: Bahn legt Lokführern neues Angebot vor

19.11.2007, 11:10 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

 ICE (Foto: dpa) ICE (Foto: dpa) In den festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Bahn kommt Bewegung. Erstmals seit Wochen wollen sich Gewerkschaft und Unternehmen wieder an einen Tisch setzen und laut Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD) ist die Bahn mittlerweile dazu bereit, der Lokführergewerkschaft ein neues Angebot zu unterbreiten. Der Chef der Gewerkschaft der Lokomotivführer GDL Manfred Schell ist zuversichtlich, dass der Bahnkonflikt noch vor Weihnachten gelöst sei. Unterdessen muss die Bahn vor Gericht eine empfindliche Schlappe einstecken. Die Praxis des Konzerns, zur Verhinderung von Streiks eine Vielzahl von Arbeitsgerichten anzurufen, sei "willkürlich und rechtsmissbräuchlich", urteilte das Arbeitsgericht Nürnberg.

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Bahn und GDL - Der ganze Streik im Überblick
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Tiefensee rechnet mit Lösung innerhalb eines Monats
"Die Bahn ist bereit, einen Schritt auf die Gewerkschaft der Lokführer zuzugehen und ein neues Angebot zu offerieren", sagte Tiefensee am Montag in Dresden. Er sei sich sicher, "dass damit eine neue Phase intensiver Gespräche anbricht". Dann hoffe er, dass diese in sieben bis 14 Tagen in eine konkrete Verhandlungsphase übergehe und in etwa einem Monat ein Ergebnis vorliege. Die Bahn bestätigte unterdessen, dass Bahnchef Hartmut Mehdorn und der GDL-Vorsitzende Manfred Schell ein neues Zusammentreffen der Tarifparteien vereinbart hätten. Das Treffen soll am Dienstag an einem geheimen Ort stattfinden. An der Zusammenkunft wird nach Auskunft der GDL auch Schells Stellvertreter Claus Weselsky teilnehmen und wahrscheinlich ebenso der andere GDL-Vize Günther Kinscher. Schell teilte in Frankfurt mit: "Unser Ziel ist es, den Tarifkonflikt zu befrieden." Schell ist sich aber sicher, dass es noch vor Weihnachten einen Kompromiss im Tarifstreit mit der Bahn geben werde.

Mitglieder stehen "Gewehr bei Fuß"
In einem RTL-Interview vom gestrigen Sonntag hatte Schell ein zumindest zweistelliges Tarifangebot als Voraussetzung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch genannt. Später sagte er in der Sendung "Anne Will", die GDL-Tarifkommission könne etwa ein Angebot von 15 Prozent mehr Lohn sicherlich bejahen. Bei zehn Prozent werde es "schon etwas schwieriger". Zugleich unterstrich die Gewerkschaft ihre Kampfbereitschaft. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte die GDL zu einem unbefristeten Streik aufrufen. "Unsere Mitglieder stehen Gewehr bei Fuß", sagte eine GDL-Sprecherin am Sonntag der dpa.

Bahn erleidet Schlappe vor Gericht
Vor Gericht musste der Bahn-Konzern unterdessen eine empfindliche Schlappe einstecken. Das Verhalten des Unternehmens, zur Verhinderung von bundesweiten Streiks eine Vielzahl von Arbeitsgerichten anzurufen, sei "willkürlich und rechtsmissbräuchlich", stellten die Richter des Arbeitsgerichts Nürnberg fest. Zugleich erklärte sich das Gericht in einem noch in Nürnberg anhängigen Rechtsstreit für unzuständig und verwies das Verfahren an das Arbeitsgericht Frankfurt.

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