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Deutsche Post: Michael Glos kritisiert private Aktiengeschäfte von Klaus Zumwinkel


Gehaltsdebatte  

Glos kritisiert Aktiengeschäfte des Post-Chefs

06.12.2007, 08:35 Uhr | dpa / AFP / T-Online, t-online.de

Wirtschaftsminister Michael Glos (Foto: ddp)Wirtschaftsminister Michael Glos (Foto: ddp) Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die privaten Aktiengeschäfte von Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel kritisiert. Der "Bild" sagte Glos: "Der Zeitpunkt des Verkaufes ist nicht nur eine Frage des Börsenkurses. Führende Wirtschafts-Persönlichkeiten sollten sich nicht ohne Not dem Verdacht aussetzen, dass sie erwartete Monopolrenditen zu Geld machen." Zugleich betonte Glos, dass der auch mit Gewerkschaftsvertretern "paritätisch besetzte Aufsichtsrat" der Post AG "über die Vergütungsbedingungen" des Konzern entscheide.

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Lohndebatte weiter angeheizt
Zumwinkel hatte mit Datum von Montag Aktien-Optionen des eigenen Unternehmens an der Börse verkauft und dafür insgesamt rund 4,73 Millionen Euro eingenommen. Der Wert der Aktien der Deutschen Post war nach der Entscheidung für den Mindestlohn um mehr als fünf Prozent gestiegen. Die Nachricht über den Verkauf platze in die ohnehin brisante Diskussion um den Mindestlohn und die Höhe von Manager-Bezügen. Der Verkauf der mehr als 200.000 Aktienoptionen brachte dem obersten Briefträger Deutschlands gut 4,7 Millionen Euro ein. Dies sei "moralisch verwerflich" empörte sich auch die Fraktionsvize der Grünen, Christine Scheel.



Post weist Vorwürfe zurück
Ein Konzernsprecher wies solche Vorwürfe zurück: "Der Zeitpunkt des Verkaufs hat rein technische Gründe." Einen "richtigen Zeitpunkt" gebe es für in der Öffentlichkeit stehende Manager nie. "Verkauft er bei schlechtem Kurs, heißt es, die Ratte verlässt das sinkende Schiff. Verkauft er bei gutem Kurs, wird ihm persönliche Bereicherung vorgeworfen", sagte der Sprecher. Ausschlaggebend für den Verkauf sei allein ein "juristisches Zeitfenster" gewesen, in dem der Post-Chef überhaupt habe verkaufen dürfen. Vorstandsvorsitzende können in Deutschland nach einer Selbstverpflichtung nur zu bestimmten Zeiten Aktien verkaufen oder Optionen einlösen. Kurz vor der Bekanntgabe von Geschäftszahlen etwa ist dies verboten. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) konnte sich eine Spitze gegen die Wirtschaftselite aber nicht verkneifen: "Die Aufregung kann ich verstehen", sagte er im Sender N24. Manager müssten Vorbilder sein.

Kommentar - Etwas stimmt nicht

Streit um Mindestlohn eskaliert
Unterdessen entwickelt sich der vermeintlich schon abgehakte Post-Mindestlohn entwickelt überraschend neue Sprengkraft. Für Aufregung sorgen die Ankündigungen der privaten Postkonkurrenten: Die PIN AG will mehr als 1000 Arbeitsplätze abbauen, TNT - der Ableger der niederländischen Post - prüft alle Optionen bis hin zum Ausstieg aus dem Privatkundengeschäft. Beide Unternehmen nennen als Grund die Einführung des Mindestlohnes für Briefdienste mit bis zu 9,80 Euro pro Stunde. Sie sehen sich damit im Wettbewerb mit der Post nicht konkurrenzfähig.

Einigung unter Zähneknirschen
Abgesegnet wird die neue Regelung trotz deutlicher Bedenken in den eigenen Reihen von der Union. Ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", die Union habe die Beendigung des Post-Briefmonopols gewollt, die SPD habe dies in einen Zusammenhang mit dem Mindestlohn gestellt. "Beides zusammen war die Vereinbarung. Daran halten wir uns." Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Laurenz Meyer (CDU), sagte der "Berliner Zeitung" (BZ): "Ein Aufknüpfen der Pläne ist derzeit nicht absehbar."

Merkel will Entwicklung beobachten
Zugleich machten führende Unionsvertreter erneut ihr Unbehagen über die Aufnahme der Briefdienstbranche in das Entsendegesetz deutlich. Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte der "Frankfurter Rundschau" (FR), die Union habe vor den schädlichen Folgen für die Arbeitsplätze gewarnt. Die SPD habe versucht, sie kleinzureden. "Ich fürchte, dass dies nicht das Ende der Entwicklung sein wird", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die Ankündigungen der Post-Konkurrenten. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) machte darauf aufmerksam, dass es keine Lösung sei, wenn wegen zu hoher Mindestlöhne Arbeitsplätze verloren gingen und Beschäftigte arbeitslos würden. Die Entwicklung sei "sorgsam weiter zu beobachten".

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