Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Post-Dienste: Springer will Brieftochter PIN Group angeblich schließen


POST-DIENST  

Springer will Brieftochter angeblich schließen

08.12.2007, 10:46 Uhr | dpa/ AFP/ T-Online, t-online.de

Mitarbeiter der PIN-Group (Foto: dpa)Mitarbeiter der PIN-Group (Foto: dpa) Das Schicksal des Postkonkurrenten PIN Group entscheidet sich nach Darstellung von Nachrichtenmagazinen noch vor Weihnachten. Wie "Der Spiegel" und "Focus" übereinstimmend vorab berichteten, soll bei der Sitzung des Springer-Aufsichtsrats an diesem Montag darüber gesprochen werden, ob der Verlag als Mehrheitseigner der PIN Group noch einmal Geld nachschieße, um das Unternehmen zu erhalten. Nicht ausgeschlossen werde auch ein Insolvenzverfahren, berichteten beide Blätter. Die Sprecherin des Axel-Springer-Konzerns, Edda Fels, sagte auf Anfrage, man befasse "sich ernsthaft mit allen Optionen". Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen.

PIN Group - Post-Rivale will Mindestlohn umgehen
Reaktionen auf Mindestlohn - TNT und Hermes stoppen Investitionen
Post-Branche - Springer prüft Ausstieg aus Briefgeschäft

Springer-Chef Döpfner neige zur Schließung
Nach der Einigung der großen Koalition auf Einführung eines Post- Mindestlohns hatte der Briefdienstleister PIN Group am Donnerstag die Entlassung von zunächst 880 Mitarbeitern angekündigt. Post- Konkurrenten sehen den Mindestlohn-Beschluss als existenzgefährdend an. Aus dem Umfeld von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ist laut "Focus" derzeit zu hören, dass dieser zu einer Schließung der PIN-Group mit ihren 9000 Mitarbeitern neige. Ein Verkauf der Springer- Anteile gelte als ziemlich aussichtslos, weil Interessenten fehlten, berichteten beide Magazine. Bis jetzt habe der Verlag mehr als eine halbe Milliarde Euro in seine etwa 70-prozentige Mehrheit an PIN investiert. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge soll sich Döpfner im Aufsichtsrat die Rückendeckung geholt haben, um PIN wenn nötig in die Insolvenz schicken zu können.



Unternehmensberater bei der PIN Group am Zug
Auch die Minderheitseigner vor allem die Verlage WAZ und Holtzbrinck seien nicht bereit, noch einmal Geld in die Hand zu nehmen, berichtete der "Spiegel". Angeblich fehlten aktuell rund zehn Millionen Euro, erfuhr das Magazin aus dem Kreis der PIN- Mitgesellschafter. Bei einer Unternehmens-Tochter könnten seit vergangener Woche schon keine Löhne mehr gezahlt werden. Bei der PIN Group ist laut "Spiegel" in der vergangenen Woche neben der Unternehmensberatung Roland Berger auch der Insolvenzexperte Horst Piepenburg eingezogen, der prüfen soll, ob eine Fortführung der Firma möglich ist. Deren Einschätzung werde nach der Bundesratssitzung am 20. Dezember erwartet, auf der voraussichtlich der Post-Mindestlohn behandelt wird.

PIN-Group-Chef will Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht stellen
Gleichwohl will PIN-Group-Chef Günter Thiel laut "Focus" nach der erwarteten Zustimmung des Bundestages zum Post-Mindestlohn am Donnerstag kommender Woche (13. Dezember) einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht stellen. Laut Thiel liegen dem Unternehmen mehrere juristische Gutachten vor, dass die Einigung auf den 9,80- Euro-Stundenlohn verfassungswidrig sei. Thiel forderte die Bundesregierung auf, das Mehrwertsteuerprivileg der Post zu kippen. Dieses Privileg hat der Marktführer wegen seiner bundesweiten Beförderungspflicht. Thiel sagte dem "Focus": "Wenn die Koalition das ändert, haben wir trotz Mindestlohn eine halbwegs faire Wettbewerbschance."

Die Post ist nach ARD-Informationen angeblich bereit, Mitarbeiter des Konkurrenten PIN Group, die durch Stellenabbau ihren Arbeitsplatz verlieren, zu übernehmen. Wie das ARD-Hauptstadtstudio in der Nacht zum Samstag berichtete, habe dies der SPD-Vorsitzende und rheinland- pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck erklärt. Die Post AG habe Beck demnach zugesichert, dass, wenn Leute bei PIN entlassen würden, sie "zu vernünftigen Löhnen" bei der Post AG angestellt werden könnten.

Berliner Zeitung: SPD über Umweg an Post-Konkurrent PIN beteiligt
Unterdessen ist die SPD nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" indirekt an dem Briefdienstleister PIN Group beteiligt, der wegen angekündigter Massenentlassungen in der Kritik steht. Demnach hält die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft einen Anteil von 23,1 Prozent am Madsack-Verlag, der wiederum mit 5,9 Prozent an PIN beteiligt ist. Mehrheitlich gehört der Konkurrent der Deutschen Post zum Medienkonzern Axel Springer. Wegen des Beschlusses für einen Post-Mindestlohn, der auf Bestreben der SPD zustande gekommen war, will PIN mindestens 800 Beschäftigte entlassen.

Mehr zum Thema:
Zu wenig zum Leben - Die niedrigsten Stundenlöhne
Gehalts-Check -
Einigung - Mindestlohn im Postsektor kommt
Lohnpolitik - ZEW fordert Verzicht auf Mindestlohn
November - Springer und TNT planen Bündnis gegen die Post

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal