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Wirtschaftsaufschwung: Deutsche halten Einkommensverteilung für ungerecht


Einkommen  

Deutsche halten Verteilung für ungerecht

10.12.2007, 14:23 Uhr | AFP / dpa / T-Online, t-online.de

Lohntüte  (Foto: dpa)Lohntüte (Foto: dpa) Arbeitnehmer werden im kommenden Jahr mehr in ihren Lohntüten finden. Davon gehen Wirtschaftsexperten aus. Damit würde der wirtschaftliche Aufschwung auch bei den Beschäftigten ankommen, die wiederum noch nicht so recht daran glauben wollen. Trotz starker Konjunktur meinen die wenigsten Bundesbürger einer Allensbach-Umfrage zufolge, sie würden vom Aufschwung profitieren – im Gegenteil: Sie halten die Einkommensverteilung für ungerecht.


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Deutlich höhere Lohnabschlüsse
„Wir gehen von einem durchschnittlichen Plus der Tariflöhne von knapp drei Prozent aus“, sagte der Chefökonom des Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, der „Bild"-Zeitung. Auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnete mit deutlich höheren Abschlüssen. Dann bleibe den Arbeitnehmern auch nach Abzug der Inflation mehr Geld in der Tasche, sagte der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Adolf Horn. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet im kommenden Jahr mit einer Teuerungsrate von 2,5 Prozent.

In diesem Jahr ein Minus
In diesem Jahr stiegen die Tariflöhne nach Experten-Angaben um zwei Prozent. Angesichts einer von der EZB erwarteten Inflation von 2,1 Prozent hätten die Arbeitnehmer unter dem Strich damit weniger im Geldbeutel. Im November betrug die Inflation nach vorläufigen Berechnungen sogar erstmals seit 13 Jahren wieder 3,0 Prozent.

Einkommensverteilung als ungerecht erachtet
Vielleicht lässt diese Erfahrung die Bundesbürger die Lage skeptisch sehen; aber auch die Diskussion um Managergehälter wirkt sich auf die Einschätzungen aus. Nur 15 Prozent der Deutschen halten die Einkommensverteilung in Deutschland für gerecht, wie die Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab.

Für viele vom Ideal weit entfernt
Damit sei ein „historischer Tiefstand“ erreicht, teilte die Stiftung in Gütersloh mit. Noch 2006 hätten 28 Prozent der Bundesbürger angegeben, das Einkommen sei gerecht verteilt. Für nur fünf Prozent der Bürger sei Deutschland das Industrieland, das ihren Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit am nächsten komme.

Schweden und Dänemark als Vorbilder
Für mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten aber sind die USA das Industrieland mit der geringsten sozialen Gerechtigkeit, elf Prozent nannten Großbritannien. Als Vorbilder sahen 57 Prozent der Befragten Schweden und Dänemark. Für die Studie waren im August insgesamt 2026 Menschen befragt worden.

Kinderarmut im Fokus
Am wenigsten verwirklicht sehen die Bundesbürger der Befragung zufolge die Verteilungsgerechtigkeit – 44 Prozent der Befragten sehen sie nur wenig, 29 Prozent gar nicht verwirklicht. Als wichtigsten Beitrag zur Behebung nannten 74 Prozent der Deutschen die Bekämpfung von Kinderarmut, 72 Prozent die steuerliche Entlastung von Geringverdienern. 69 Prozent setzten auf Mindest- oder Kombilöhne. Höhere Leistungen für Empfänger des Arbeitslosengeldes II hielten dagegen nur 28 Prozent der Bürger für geeignet.

Reformen befürwortet
In der Frage der Generationengerechtigkeit sprachen sich 81 Prozent der Befragten für Reformen des Renten- und Gesundheitssystems aus. Gut zwei Drittel (68 Prozent) hielten Hilfe bei der privaten Altersvorsorge für sinnvoll, 64 Prozent stärkere Förderung der Familien. 81 Prozent der Befragten stimmten zudem der Forderung nach einer Ausbildungsplatzgarantie für alle Schulabgänger zu.

 

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