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Börsenjahr 2008: Deutscher Aktienmarkt wird weiter steigen


Ausblick 2008  

Deutscher Aktienmarkt wird weiter steigen

23.12.2007, 11:14 Uhr | dpa-AFX/ T-Online

Börsen-Händler (Foto: dpa)Börsen-Händler (Foto: dpa) Den vielen Hiobsbotschaften zufolge hätte es kein gutes Jahr für Aktionäre sein dürfen: Kreditkrise, Rekord-Ölpreis und das Schreckgespenst einer Rezession in den USA trieben Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Doch der deutsche Leitindex DAX gewann im Jahr 2007 gut 20 Prozent (vgl. DAX-Jahres-Chart). Damit übertrumpfte er locker den amerikanischen Dow Jones Index, der aber trotz der US-Turbulenzen immerhin noch auf gut 7 Prozent plus kam. Auch für 2008 sind die meisten Experten optimistisch, dass die Rekordjagd zumindest an den deutschen Börsen weitergeht. Und selbst für die USA erwarten die Fachleute überwiegend deutliche Aktiengewinne.

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Kleiner Rückblick: Rekorde und Crash-Angst
"Das war ein Jahr zwischen Euphorie und Panik", bilanziert die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Gertrud Traud. Am 1. Juni kletterte der DAX erstmals seit März 2000 über die 8000er-Marke, nur sechs Wochen später wurde der sieben Jahre alte Rekord eingestellt und der Index sprang zeitweise gar auf 8150 Punkte. Dann schickte die Krise auf dem US-Häusermarkt weltweit die Börsen auf Talfahrt, Händler berichteten von "Panikverkäufen", Angst vor einem Crash machte sich breit. Doch der DAX erholte sich relativ rasch - auch dank brummender deutscher Konjunktur und starkem Export, der Auto- und Maschinenbauern gute Gewinne bescherte.

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Deutsche Aktien weiterhin günstig bewertet
Anleger, die trotz der heftigen Schwankungen die Nerven behielten, konnten denn auch erneut kräftig an der Börse verdienen: Wer Anfang des Jahres 1000 Euro in einen Korb aus den 30 DAX-Werten investierte, hatte Ende Dezember rund 1200 Euro in seinem Depot. Deutsche Aktien seien nach wie vor gut bewertet, sagt die Commerzbank, "weshalb der derzeit vorherrschende Pessimismus die Kurse kaum nach unten drücken konnte". Zum Jahresende kletterte der DAX wieder über die 8000er-Marke.



Schwieriges erstes Quartal steht bevor
Im Jahr 2008 sehen Bankexperten beim DAX nach einem sehr positiven Jahr auch weiter gute Chancen auf steigende Kurse. Zu Jahresbeginn jedoch dürften die Notierungen kaum in Schwung kommen - vor allem in den ersten drei Monaten könnten die Verwerfungen am Kreditmarkt noch auf die Stimmung drücken, sind sich Marktstrategen einig. Optimistisch stimmt viele Analysten jedoch, dass die in Deutschland in Angriff genommenen Reformen und Umstrukturierungen helfen sollten, die Auswirkungen der US-Immobilienkrise zu kompensieren.

Große Umfrage: Wo sehen Sie den DAX Ende 2008?
8390 Punkte lautet die durchschnittliche Prognose von 18 Banken für den Stand des DAX Ende 2008. Dies bedeutet ein Plus von weniger als fünf Prozent, gemessen am derzeitigen Kursniveau des Leitindex. - Große T-Online Umfrage: Auch in diesem Jahr können Sie Ihre eigene Schätzung zum Schluss-DAX abgeben. Klicken Sie dazu oben rechts in die Umfrage-Box.
Im vergangenen Jahr lagen die meisten Teilnehmer übrigens gar nicht schlecht: von den 15.750 Teilnehmern tippten bis Ende Januar 2007 gut 44 Prozent auf einen DAX-Jahresschluss 2007 zwischen 7000 und 8000 Punkten. Über der Marke von 8000 Punkten prognostizierten damals allerdings nur 8,5 Prozent. Ein Drittel der Voter glaubte an einen DAX unter 7000 Punkten, 14 Prozent sahen den DAX gar unter 6000 fallen.

Banken tippen oft zu niedrig
Bei der Umfrage vor einem Jahr äußerten sich die Experten von der Commerzbank und von der BHF Bank am optimistischsten unter allen Bankern. Sie erwarteten den DAX Ende 2007 bei 7400 bzw. 7300 Punkten. Leicht verschätzt. Bereits in den letzten drei Jahren hatten die Banken den tatsächlichen Anstieg des DAX zum Teil deutlich unterschätzt. Insgesamt gingen die Experten für 2007 von einem moderaten Anstieg um 5,3 Prozent aus - in Wahrheit verbuchte der Index zuletzt einen Gewinn von rund 20 Prozent. Im Juli hatte er bei 8151,57 Zählern gar ein neues Rekordhoch erklommen, was einem Plus von 23,5 Prozent entsprach.

UniCredit prognostiziert Abschläge
Mit Abschlägen in den ersten Wochen des Jahres rechnet etwa Gerhard Schwarz, Leiter Global Equity Strategy von UniCredit. Themen wie Inflationsangst und die Furcht vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession würden weit oben auf der Agenda der Investoren stehen und daran erinnern, dass die Auswirkungen der Kreditkrise noch nicht überstanden seien. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres könnte der DAX deshalb nachgeben und nach Einschätzung der Experten die Marken von 7200 bis 7400 Punkten testen.

M.M. Warburg erwartet Stimmungsumschwung ab Juli
Auch Thomas Grüner von der Landesbank Berlin (LBB) sieht in den ersten drei Monaten des Jahres ein hohes Kursrisiko. Die anhaltenden Spannungen am Hypothekenmarkt führten dazu, dass die Banken vor der Bilanzvorlage im ersten Quartal weiterhin ihre Bücher nach faulen Krediten durchforsten dürften. Dabei könnte sich im schlimmsten Fall herausstellen, dass ganze Marktsegmente, wie etwa die Verbriefung und Weiterreichung von schlecht besicherten Immobilienkrediten, nicht mehr funktionieren. Dadurch droht sich die Hypothekenkrise auf die Gesamtwirtschaft auszudehnen. In diesem Fall müssten auch Unternehmen außerhalb der Finanzwirtschaft ihre Gewinnschätzungen zum Teil deutlich zurückschrauben, ergänzte Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Frühestens im zweiten Quartal ist nach Einschätzung der Experten mit einer Erholung zu rechnen. Die DAX-Jahresschluss-Prognose der Hamburger: 8500 Punkte.

Schwächeres Wirtschaftswachstum dämpft
Für einen langsamen Stimmungsumschwung im Frühjahr spricht nach Ansicht der UniCredit das große Aufwärtspotenzial bei den deutschen Standardwerten im Vergleich zu vielen ausländischen Aktienmärkten. Hinzu kämen die rekordhohen Dividenden, welche die Unternehmen in den ersten Monaten des Jahres ausschütten. Allerdings nehme das Potenzial für darüber hinaus gehende Ertragssteigerungen ab, merkten die Münchener Experten kritisch an. Den Gewinnanstieg bremsen könnten zum Beispiel das sich leicht abschwächende Wirtschaftswachstum in Deutschland und die hohen Nahrungsmittel- und Energiepreise, die einen dämpfenden Einfluss auf die Nachfrage haben sollten. Somit gebe es kaum Grund zur Annahme, dass der DAX im weiteren Jahresverlauf deutlich über die derzeitigen Stände hinausschießt. Schwarz sieht den Leitindex denn auch Ende 2008 bei 7900 Zählern - die geringste Prognose unter den 18 befragten Banken (vgl. Tabelle unten). Die Société Générale liegt mit 7950 DAX-Punkten allerdings nicht weit entfernt.

WestLB skeptisch
Zu den Skeptikern zählen auch die Analysten der WestLB. "Das goldene Zeitalter mit stark steigenden Gewinnen" neige sich dem Ende zu, schrieben die Experten. Überhaupt dürften sich die Anforderungen an die Unternehmensgewinne dauerhaft erhöhen und über das alleinige Gewinnstreben hinausgehen. Vielmehr komme es in Zukunft verstärkt darauf an, stabile und besser prognostizierbare Erträge zu erwirtschaften.

Positive Wirkungen durch Steuerreform
Doch gerade deutsche Unternehmen könnten gestärkt aus den Turbulenzen im Zuge der Marktverwerfungen hervorgehen, unterstrich Wolfgang Sawazki, Leiter Aktien-Research bei Sal. Oppenheim. So dürften im Laufe des kommenden Jahres vor allem die Steuerreform und erfolgreichen Umstrukturierungs-Maßnahmen bei DAX-Schwergewichten wie Siemens oder Daimler immer stärker ihre positiven Wirkungen entfalten. Weitere Pluspunkte, die für den deutschen Aktienmarkt sprächen, seien die vorteilhaften Folgen der Sozialkassen-Reformen und das günstige Marktumfeld für einheimische Immobilien-Unternehmen.

Deutsche Unternehmen international gut aufgestellt
Ähnlich argumentierten die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): "Die meisten der von uns beobachteten 160 deutschen Aktiengesellschaften haben sich längst auf die veränderten Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft eingestellt." Diese Unternehmen würden deshalb beim Umsatz teilweise beträchtlich zulegen können und böten ein erhebliches Kurspotenzial. Hinzu kommt laut Sal. Oppenheim, dass deutsche Aktien derzeit auch gegenüber alternativen Anlageklassen - wie etwa Anleihen - relativ günstig seien. In der Summe präsentiere sich Deutschland damit als interessanter Investitionsstandort für das internationale Kapital, fasste Sawazki seine optimistische Sicht auf den heimischen Markt zusammen. Das Index-Ziel von Sal. Oppenheim: 8400 Punkte.

Großes Special -

DekaBank erwartet 9000 Zähler
Am weitesten lehnten sich die Analysten der DekaBank und der Conrad Hinrich Donner Bank aus dem Fenster. So stütze die weiterhin dynamische Weltwirtschaft die Aktienmärkte, an denen es durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken in den letzten Jahren nicht zu einer Überhitzung gekommen sei, schrieben die Deka-Experten. Unter dem Strich sehen sie deshalb für Ende 2008 eine faire Bewertung des deutschen Marktes bei 9000 Punkten - ein sattes Plus von etwa 13 Prozent. Denselben Jahresendstand beim DAX prognostizieren die Analysten der Hamburger Privatbank. Der deutsche Aktienmarkt dürfte von Vorzieheffekten im Rahmen der Anfang 2009 in Kraft tretenden Abgeltungssteuer profitieren, meinte Jörg Laser, Bankdirektor und Leiter Private Banking bei der Conrad Hinrich Donner Bank. Hintergrund: Wer bis zum 31. Dezember nächsten Jahres Aktien kauft, braucht Kurserträge nach einem Jahr nicht zu versteuern.

Indexziele für den DAX zum Jahresende 2008

Bankges.Berlin

8200

Bayern LB

8500

BHF Bank

8700

Commerzbank

8600

Con.H. Donner Bank

9000

DekaBank

9000

Deutsche Bank

8300

Dresdner Bank

8300-8500

DZ Bank

8300

Helaba

8500

HSBC

8100

LBBW

8500

M.M. Warburg

8500

NordLB

8200

Sal. Oppenheim

8400

Société Générale

7950

UniCredit

7900

WestLB

8000



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