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Organisierte Kriminalität: Banden dominieren Falschgeld-Szene


Hintergrund  

Banden dominieren Falschgeld-Szene

10.01.2008, 17:43 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Drucker und Scanner erleichtern Betrügern heutzutage die Arbeit. Bastler am heimischen Computer sind aber seltener geworden. Die europäische Fälscherszene wird von Banden dominiert, die von der Fertigung bis zur Verbreitung der falschen Scheine alles organisieren. Laut Polizei steuern Betrüger an einem Tag gezielt in einer bestimmten Stadt eine Geschäftsstraße an und versuchen, das Falschgeld auszugeben. Wer eine Blüte in seiner Geldbörse hat, bekommt keinen Ersatz, sondern nur eine Quittung. Verbraucher sollten sich gleich bei der Polizei melden - denn wer das Geld weitergibt, macht sich strafbar.

Auch Scherzscheine gefährlich
In ihrer Eile achtete die Kassiererin nicht auf den Geldschein. Ohne jeden Argwohn nahm die Frau in Baden- Württemberg von einer Kundin den Tausend-Euro-Schein für Kosmetika entgegen und gab ihr anstandslos 800 Euro Wechselgeld heraus. Pech für die Verkäuferin: Einen Tausend-Euro-Schein gibt es überhaupt nicht. Die pinkfarbene Fantasie-Banknote mit nackten Frauen ist ein reiner Jux. Im Internet bietet eine Mainzer Firma knallbunte Scheine im Wert von angeblich 300, 600 und 1000 Euro an - zu bestellen für gerade mal 60 Cent pro Stück. Selbst die Deutsche Bundesbank hält diese Scherzartikel für unbedenklich und hat sie genehmigt.

Bundesbank setzt auf Prävention
"Solche Fantasieblüten sind sehr selten und wir unterziehen sie einer genauen Prüfung, ob eine Verwechslungsgefahr mit tatsächlichen Banknoten besteht", sagt der Leiter des Analysezentrums der Bundesbank, Rainer Elm. Die Notenbank bekommt jährlich etwa 60 Anträge und genehmigt rund 20 Werbe- oder Scherzwährungen. Zu ihren Aufgaben im Kampf gegen Falschgeld gehört auch die Prävention. Die Bundesbank schult regelmäßig Kassierer und zeigt ihnen Tricks zum schnellen Prüfen von Banknoten. Im vergangenen Jahr nahmen gut 12.000 Verkäufer an den Kursen teil. Und dennoch gelangt immer wieder wertloses Papier in den Umlauf. Vor allem in kleinen Läden wie Apotheken, kleinen Geschäften oder Tankstellen taucht Falschgeld auf.

Geldscheine genau betrachten
Manche Fälschungen fallen sofort ins Auge. So tauchten im vergangenen Jahr mehrfach eine grüne 300-Euro-Note und ein 55-Euro- Schein auf. Künstlerisch begabte Fälscher malten mit Buntstiften von Hand einen 20-Euro-Schein. Auf einen "falschen Fuffziger" klebte ein Betrüger als Hologramm eine Silberfolie und stanzte mit Kugelschreiber die Zahl "50" ein. Doch manchmal steckt die Tücke im Detail: Eine internationale Fälscherbande brachte nahezu perfekte falsche Fünfziger in den Handel - allerdings vergaßen die Betrüger, dass die auf den Banknoten aufgedruckten Nummern bei den 60.000 von ihnen produzierten Scheinen kaum variierten.

Fälscher hinterlassen Handschrift
"Jeder Fälscher hinterlässt eine charakteristische Handschrift auf dem Schein", sagt Falschgeldexperte Roland Müller. Die Spezialisten der Bundesbank lesen aus dem verwendeten Papier - das manchmal noch ein Wasserzeichen wie "100 Prozent Baumwolle" enthält - oder aus dem Stempel des Wasserzeichens und anderen Details Informationen, die der Polizei bei der Fahndung helfen.

Weniger Falschgeld - aber immer hochwertiger
Die Zahl der Fälschungen geht zurück - doch der Schaden wächst. 2007 zogen die Fahnder rund 40 000 Blüten aus dem Verkehr, so wenig wie seit 2002 nicht mehr. Weil Fälscher immer öfter höherwertige Scheine nachmachen, wuchs der wirtschaftliche Schaden von 3,2 auf 3,8 Millionen Euro. "Bei kleinen Scheinen lohnen sich das Risiko und der Aufwand nicht", erklärt Experte Elm. Ein Grund für den Rückgang sind die Fahndungserfolge der Polizei. "Im vergangenen Jahr wurden Fälscherwerkstätten ausgehoben und Händlerringe gesprengt", sagt eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA). Die meisten Blüten, die in Deutschland auftauchten, stammten aus Italien.


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