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Deutsche Bahn: Mehdorn kündigt infolge des Tarifstreits Stellenabbau und Preiserhöhungen an


Bahn-Tarifstreit  

Bahn kündigt Stellenabbau und Preiserhöhungen an

15.01.2008, 09:59 Uhr | dpa / T-Online , t-online.de

Bahnchef Hartmut Mehdorn (Foto: dpa) Bahnchef Hartmut Mehdorn (Foto: dpa) Die Deutsche Bahn kündigt nach der Tarifeinigung mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL Preiserhöhungen und den Abbau von Arbeitsplätzen an. Der bevorstehende Abschluss ginge "weit über das wirtschaftlich vertretbare Maß hinaus" und werde sowohl für die Bahn als auch für den Standort Deutschland schwerwiegende Folgen haben, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn.

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Breite Ablehnungsfront
Mit seiner Androhung stößt der Bahnchef auf eine breite Ablehnungsfront. Für ein "so starkes Unternehmen" gebe es keinerlei Gründe, sofort mit "Entlassung von Beschäftigten und Verlagerung von Arbeitsplätzen zu drohen", kritisierte Bundesverkehrsminister Tiefensee.

Zusätzliche Milliardenbelastung erwartet
Konkrete Angaben zu geplanten Maßnahmen machte Mehdorn bislang noch nicht. "Es wird uns gelingen, aber die Konsequenzen werden für uns bitter sein", sagte der Bahnchef und nannte "zusätzliche Belastungen in Milliardenhöhe über den Planungszeitraum der nächsten fünf Jahre", die nun aufzufangen seien.



Gewerkschaften: Stellenabbau mit allen Mitteln verhindern
Transnet-Vorstand Alexander Kirchner und GDBA-Vize Heinz Fuhrmann kritisierten, es sei verantwortungslos von Mehdorn, mit den Ängsten der Beschäftigten zu spielen nach dem Motto "Wenn Du mehr Geld willst, wirst Du Deinen Job los". Falls die Bahn den Pakt zur Beschäftigungssicherung tatsächlich kündigen sollte, würden darauf "die passenden Antworten" gefunden. Beim Widerstand gegen einen Abbau von Arbeitsplätzen seien auch Streiks nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher. Die GDL wollte sich nicht äußern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte vor weiteren Streiks bei der Bahn. Die Gespräche zwischen den Tarifpartnern müssten zu Ende geführt werden. "Ich hoffe, dass das auf gutem Wege ist".

Tarifeinigung mit weitreichenden Konsequenzen
Die Bahn und die GDL hatten sich nach monatelangem Ringen am vergangenen Samstag bei einem Treffen im Bundesverkehrsministerium auf Eckpunkte eines Tarifvertrags geeinigt. Demnach bekommen die Lokführer 800 Euro Einmalzahlung sowie bei einer Laufzeit bis Ende Januar 2009 schrittweise elf Prozent mehr Geld. Zum 1. Februar 2009 soll dann die Wochenarbeitszeit bei gleicher Bezahlung um eine Stunde auf 40 Stunden gesenkt werden.

Ergebnisse der Tarifeinigung (Grafik: dpa)Ergebnisse der Tarifeinigung (Grafik: dpa) Verkehrsverband: Preisanhebung ist die "völlig falsche Richtung"
Der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sagte, Mehdorn gehe mit den Plänen einer erneuten Preisanhebung "in die völlig falsche Richtung". Er solle lieber nachdenken, wie er mit motivierten Lokführern und motivierten anderen Beschäftigten mehr Kunden gewinne. Die Bahnexpertin des Verkehrsclubs Deutschland, Heidi Tischmann, nannte die Ankündigung "eine Frechheit". Bereits die Anhebung am 9. Dezember um durchschnittlich 2,9 Prozent sei mit Mehrkosten wegen der Tarifrunde begründet worden. Zugleich mache der Konzern Gewinne.

Tiefensee: Kein Grund für Preiserhöhungen
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee forderte vom Konzern, "die gute Partnerschaft mit den Gewerkschaften fortzusetzen". Die Einigung mit der GDL trage den Belangen der Beschäftigten, des Unternehmens und der Volkswirtschaft Rechnung. Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder, Sachsen-Anhalts Ressortchef Karl-Heinz Daehre (CDU), sagte der Deutschen Presseagentur dpa, bei der Lohnerhöhung dürfte es sich "eher um Millionenbeträge handeln, und die müssen ins Verhältnis gesetzt werden zu den Gewinnen, die der Konzern in den letzten Jahren eingefahren hat."

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