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Nokia: Kampf um Standort Bochum entfacht


Nokia  

Kampf um den Nokia-Standort in Bochum

17.01.2008, 08:20 Uhr | dpa-AFP / T-Online, t-online.de

Bochumer Nokia-Werk (Foto: dpa)Bochumer Nokia-Werk (Foto: dpa) Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers will die angekündigte Schließung des Nokia-Werks in Bochum durch direkte Gespräche mit der Konzernleitung abwenden. Dem finnischen Mobilfunkunternehmen sollten Vorschläge zur Senkung der Herstellungskosten gemacht werden, sagte Rüttgers im ZDF. Zudem warnte er Nokia vor Einbußen im Deutschland-Geschäft im Fall einer Schließung des Bochumer Werks. Die EU-Kommission prüft laut "Bild"-Zeitung, ob das Unternehmen EU-Fördergelder erhielt. Zuvor war berichtet worden, Nokia habe die Produktionsverlagerung nach Rumänien bereits lange geplant.

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Konzernleitung soll umgestimmt werden
Um die geplante Schließung des Bochumer Werks zu verhindern, wollten Landesregierung, Vertreter der Landtagsparteien, die Stadt Bochum sowie der Betriebsrat in den kommenden Tagen eng zusammenarbeiten, sagte Rüttgers. Der Geschäftsleitung des finnischen Mobilfunkunternehmens sollten notwendige Veränderungen im Betrieb, bei der Produktion und bei der Arbeitsweise der Mitarbeiter vorgeschlagen werden. Zugleich betonte der Ministerpräsident: "Bisher hat es keinen nachvollziehbaren Grund gegeben, warum diese Schließung erforderlich ist." Die Löhne machten nach Angaben von Nokia gerade mal fünf Prozent der Kosten eines Mobiltelefons aus.



Mögliche Imageschäden sollen Nokia umstimmen
In der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" warnte Rüttgers Nokia vor langfristigen Folgen einer Werksschließung in Bochum. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen, das weltweit tätig ist und auch künftig auf dem deutschen Markt seine Produkte verkaufen will, bereit ist, einen Imageschaden hinzunehmen." Das Mobilfunkunternehmen solle bedenken, "was das für Folgen - auch wirtschaftlich haben könnte", unterstrich der CDU-Politiker.

Bericht: Rumänien produziert bereits erste Prototypen
Während in Bochum noch Entsetzen herrschte und Politiker wie Gewerkschaften auf eine Rücknahme der Entscheidung pochten, wurden nach rumänischen Medienberichten am neuen Standort bereits die ersten Handy-Prototypen produziert. Im Februar soll dann die Massenproduktion starten. Später sollen dort 3500 Menschen arbeiten. Nokia äußerte sich zu den Berichten bislang nicht.

Genaue Untersuchungen angekündigt
Rüttgers kündigte eine genaue Untersuchung an, ob EU-Subventionen für die Verlegung des Werks mit 2300 Beschäftigten aus Bochum nach Rumänien geflossen seien. Nach "Bild"-Informationen prüft die EU-Kommission, ob Nokia Geld aus einem regionalen Förderfonds erhalten hat oder erhalten soll. Dabei gehe es um den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, über dessen Mittelverwendung die rumänische Regierung selbstständig entscheiden kann, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kommissionskreise. Auch wenn Nokia bestreite, direkte Finanzmittel von der EU erhalten zu haben, habe eine Sprecherin eingeräumt, das Unternehmen könne in Rumänien von indirekten Fördergeldern vor Ort profitiert haben, berichtete die "Bild" weiter.

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