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Kraftwerksbau: E.ON schickt ein Kohlekraftwerk auf Weltreise


E.ON  

Ein Kohlekraftwerk auf Weltreise

17.01.2008, 10:28 Uhr | AFP / T-Online, t-online.de

Kraftwerk von E.ON (Foto: E.ON)Kraftwerk von E.ON (Foto: E.ON) Logistischer Wahnsinn oder zwingende Notwendigkeit? Der Energiekonzern E.ON AG baut ein neues Steinkohlekraftwerk in Datteln (Nordrhein-Westfalen) und verschifft dazu 4000 Tonnen Material nach China. Dort werden die Einzelteile zusammengebaut und dann wieder nach Deutschland zurück gebracht. Umweltschützer schlagen Alarm und sprechen von "ökologischem Wahnsinn".

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Transportkosten bis zu 40 Millionen Euro geschätzt
E.ON begründet die weite Reise der Kraftwerksteile damit, dass es in Europa keine kompetenten Kesselbauer mehr gebe. Kraftwerksbau fand hier in den letzten Jahren nahezu nicht mehr statt, es gebe keine Anbieter mehr, die entsprechende Qualität liefern können. "China verfüge inzwischen beinahe über eine Monopolsituation", teilte ein E.ON-Sprecher mit. Alleine 2000 Tonnen Material gehen vom Duisburger Hafen aus nach China, die andere Hälfte wird von Japan aus nach Shanghai angeliefert. Dort hat der weltgrößte Kesselfertiger Boilerworks seinen Firmensitz, der die Großdampfanlagen zusammenbaut. Die Kosten für den Mega-Transport sollen sich nach Angaben eines Sprechers der mit dem Kesselbau beauftragten Hitachi Power Europe GmbH auf bis zu 40 Millionen Euro belaufen.

Umweltschützer kritisieren gigantischen Aufwand
Umweltverbände kritisierten den gigantischen Aufwand, der betrieben wird, um in Datteln ein aus ihrer Sicht umstrittenes Kraftwerk entstehen zu lassen. "Unter ökologischen Gewichtspunkten ist das ein Wahnsinn", teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mit. Der Sprecher der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Reiner Priggen, äußerte sich ebenfalls kritisch zu dem Projekt. "Es ist hochgradig unvernünftig, solche Kessel quer durch die ganze Welt zu schicken", sagte er.

Geförderte Klimaschutzforschung
Unterdessen veröffentlicht E.ON auf seiner Website eine Pressemitteilung, in der die Entwicklung klimafreundlicher Kraftwerkstechnik angekündigt wird. Man wolle gemeinsam mit Siemens an kostengünstigen und effizienten Methoden zur CO2-Abscheidung arbeiten, heißt es in der Mitteilung. Die neu entwickelten Verfahren sollen nicht nur bei Kraftwerksneubauten zum Einsatz kommen, sondern auch für die Nachrüstung in Bestandsanlagen geeignet sein, heißt es weiter. Das Vorhaben wird vom Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft gefördert.

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