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Nokia-Werksschließung: Gewerkschaften bereiten Großkundgebung in Bochum vor


Nokia  

Großkundgebung gegen Nokia-Werkschließung

22.01.2008, 10:13 Uhr | dpa-AFP / T-Online, t-online.de

Das Bochumer Nokia-Werk (Foto: dpa)Das Bochumer Nokia-Werk (Foto: dpa) Der Konflikt um das Werk Bochum des Handyherstellers Nokia hält weiter an. Gestern trafen sich Arbeitnehmervertreter in Finnland mit dem Nokia-Management, um für den Erhalt des Werks zu kämpfen. Allerdings bleiben die Finnen bei ihren Plänen. Das Management habe "die harte Linie eingeschlagen", sagte IG-Metall- Chef Berthold Huber in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Doch die Gewerkschaften lassen nicht locker. Heute Mittag werden in Bochum zu einer Großkundgebung rund 20.000 Menschen erwartet. Derweil warnen Arbeitgebervertreter und Politiker vor einer allzu einseitigen Kritik an Nokia.

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Teure Werkschließung 
"Das gibt eine knüppelharte Auseinandersetzung, wenn es nicht anders geht und wenn das Management nicht von seiner Position abrückt", sagte Huber. Huber wird heute Mittag neben Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf der Kundgebung in Bochum sprechen. Ob Nokia damit von der geplanten Werkschließung abrückt, darf bezweifelt werden. Doch das dürfte die Finnen teuer zu stehen kommen. Die Kosten für das Aus der Handyproduktion in Bochum beliefen sich auf mehrere hundert Millionen Euro, berichtete die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Besonders der Sozialplan mitsamt den Abfindungen und des Kosten für die Gründung von Beschäftigungsgesellschaften fällt dabei ins Gewicht.

 

Finnische Medien kritisieren Nokia-Chef
Unterdessen wächst auch in Finnland die Kritik am Handyhersteller. Die Zeitung „Ilta-Sanomat“ hob am Montag in einer Kolumne hervor, dass Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo auf kritische Äußerungen und Fragen aus fast der kompletten politischen Führungsspitze in Deutschland mit Schweigen reagiert habe: „Kallasvuo hat die Entscheidung zur Schließung von Bochum immer noch nicht kommentiert, obwohl ihn Deutschlands politische Spitzenkräfte einschließlich Kanzlerin Angela Merkel dazu auffordern.“ Auch andere finnische Medien griffen die Nokia-Spitze scharf an.

BDI-Chef warnt vor neuer Staatsgläubigkeit 
Allerdings stoßen in Deutschland die einseitige Kritik an Nokia und der Aufruf zum Boykott von Nokia-Produkten auf Widerspruch von Arbeitgebervertretern und Politikern. Aktuell sei die Stimmung geprägt von „einer neuen Staatsgläubigkeit, von Skepsis gegenüber der sozialen Marktwirtschaft und der Globalisierung“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann. Die Politik müsse aufklären und dürfe die Skepsis nicht vergrößern. Für FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zeugt der Boykottaufruf mehrerer Politiker gegen Nokia von Ohnmacht. Selbst SPD-Chef hatte in den letzten Tagen indirekt zum Boykott von Nokia aufgerufen.

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