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Nokia-Werksschließung: In Bochum demonstrieren 15.000 Menschen


Nokia  

15.000 Menschen demonstrieren gegen Nokia

22.01.2008, 14:38 Uhr | dpa-AFP / T-Online, t-online.de

Demonstrant mit Anti-Nokia-Transparent (Foto: Reuters)Demonstrant mit Anti-Nokia-Transparent (Foto: Reuters) Mit einem Demonstrationszug haben heute Mittag tausende Menschen vor dem Bochumer Nokia-Werk gegen die Schließung des Standorts demonstriert. IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte das Management des Handy-Herstellers zu Verhandlungen auf, drohte aber zugleich einen Arbeitskampf an, falls der Schließungsbeschluss bestehen bleibe. Die Bundeskanzlerin sagte den betroffenen Mitarbeitern inzwischen Hilfen der Bundesregierung zu.

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Nokia-Sarg an der Spitze des Zuges
An der Spitze des Zugs trugen die Teilnehmer einen Sarg mit der Aufschrift "Nokia". Dem Zug mit Beschäftigten des Bochumer Handy-Werks hatten sich zahlreiche Mitarbeiter anderer Betriebe angeschlossen. Auch Politiker wie der Chef der Linken, Oskar Lafontaine, waren zugegen. Auf der zentralen Kundgebung in Bochum forderte IG Metall-Chef Berthold Huber das Management des Handy-Herstellers zu Verhandlungen auf, drohte aber zugleich einen Arbeitskampf an, falls der Schließungsbeschluss bestehen bleibe. „Eine solche Auseinandersetzung wird die Marke Nokia nicht ungeschoren lassen“, sagte Huber. "Wenn Sie noch einen Funken Anstand haben, dann nehmen Sie Ihre Entscheidung zurück", sagte Huber. Der IG-Metall-Chef sicherte zudem den betroffenen Mitarbeitern in Bochum die bundesweite Unterstützung der gesamten IG Metall an. "Hinter euch steht die gesamte Metall, von Ost bis West, von Nord bis Süd."

 

Gespräch mit Konzernleitung ohne Resultate 
Am Montag hatte ein erstes Gespräch zwischen der Nokia-Führung und Arbeitnehmervertretern des Bochumer Werks zu keinem Ergebnis geführt. "Die Unternehmensleitung hat die Schließungspläne nochmals dargelegt und nochmals die bis dahin dürftigen und bekannten Argumente vorgetragen", teilte die IG Metall in Düsseldorf nach den Gesprächen mit. "Wir sehen das Gespräch als Auftakt zu einer Reihe weiterer Gespräche", sagte IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm. Sie erwarte jetzt insbesondere von der Politik, dass auch sie weiterhin ihren Einfluss auf Nokia geltend mache.

Kanzlerin kritisiert Kommunikationspolitik von Nokia
Doch die Politik dürfte den Beschluss des Nokia-Managements kaum beeinflussen können. Immerhin sagte die Bundeskanzlerin den Mitarbeitern des Bochumer Werks ihre Unterstützung zu. Wenn der Handy-Hersteller seine Entscheidung zur Schließung des Werks nicht revidiere, „wofür manches spricht“, müsse alles daran gesetzt werden, den Betroffenen eine Perspektive zu geben, sagte Merkel dem Sender NDR Info. „Ich kann für die Bundesregierung sagen, wir werden das, was in unserer Macht steht, auch tun, um den Menschen so weit wie möglich zu helfen.“ Merkel sprach von einer „bitteren Entscheidung“ für die Arbeitnehmer in Deutschland. Die Kanzlerin kritisierte zudem die Kommunikation des Handyherstellers über seine Planungen. Diese sei „nicht vernünftig und nicht akzeptabel“ gewesen.

Finnische Medien kritisieren Nokia-Chef
Unterdessen wächst auch in Finnland die Kritik am Handyhersteller. Die Zeitung „Ilta-Sanomat“ hob am Montag in einer Kolumne hervor, dass Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo auf kritische Äußerungen und Fragen aus fast der kompletten politischen Führungsspitze in Deutschland mit Schweigen reagiert habe: „Kallasvuo hat die Entscheidung zur Schließung von Bochum immer noch nicht kommentiert, obwohl ihn Deutschlands politische Spitzenkräfte einschließlich Kanzlerin Angela Merkel dazu auffordern.“ Auch andere finnische Medien griffen die Nokia-Spitze scharf an.

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