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US-Zinssenkung beruhigt den Aktienmarkt etwas


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US-Zinssenkung beruhigt den Aktienmarkt etwas

| dpa/ AFP/ T-Online

Viel Frust an der Frankfurter Börse (Foto: Reuters)Viel Frust an der Frankfurter Börse (Foto: Reuters) Dramatische Umstände rechtfertigen dramatische Lösungen: Börsenpanik und Rezessionsangst halten die Welt seit Wochenbeginn in Atem, die US-Notenbank Fed reagierte am Dienstag mit einer drastischen Rettungsaktion: Ohne Vorankündigung setzten die Währungshüter den Leitzins von 4,25 Prozent auf 3,5 Prozent herunter. Es war ein überraschend deutliches Notsignal, das den taumelnden Märkten Halt verschaffen und den Absturz ins Bodenlose verhindern sollte. Die Talfahrt an den Börsen verlangsamte sich tatsächlich. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht, denn die Fed selbst prophezeite: "Für das Wachstum bleiben nennenswerte Abschwungrisiken bestehen."

Fed sorgt sich wegen Börsensturz
Das gefürchtete "R-Wort" - also: Rezession - mieden die Zentralbanker, um die Panik nicht noch weiter zu nähren. Gute Nachrichten konnten sie aber nicht bieten: Für das Wachstum in den USA bestünden Risiken, hieß es. Die Konjunkturaussichten hätten sich eingetrübt, die Kredit- und Immobilienkrise dauere an, und auch am US-Arbeitsmarkt gebe es einen negativen Trend. Das Timing der Zinsentscheidung verriet, wie groß die Sorge der Fed vor einem Börsensturz war: Der Schritt wurde ein Stunde vor Öffnung der Wall Street bekannt gegeben. Dort war am Montag wegen eines US-Feiertages Handelspause, deswegen war die Öffnung am Dienstag mit großem Bangen erwartet worden. Zu starken Verlusten kam es an der Wall Street zunächst jedoch nicht.

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Deutsche Indizes schließen im Plus
Der DAX schloss nach den Xetra-Handel nach einer heftigen Berg-und-Tal-Fahrt letztlich um 0,3 Prozent niedriger bei 6769 Punkten. Der MDAX gewann 3,9 Prozent auf 8248 Zähler. Für den TecDAX ging es um 3,5 Prozent auf 751 Zähler hoch. Der Euro kostete zeitweise unter 1,44 US-Dollar, steht am Abend aber bei 1,4618 Dollar. Der Preis für eine Feinunze Gold verteuert sich auf gut 890 US-Dollar. Der Preis für leichtes US-Öl steht bei 88,30 Dollar ebenfalls höher als am Mittag.

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DAX zeitweise unter 6500 Punkten
Im frühen Handel sackten die deutschen Aktienkurse am Dienstag zunächst weiter ab. Belastet von neuerlichen Kurseinbrüchen an den asiatischen Handelsplätzen rutschte der DAX anfangs um weitere fünfeinhalb Prozent auf 6420 Zähler, bevor sich der Index nach der US-Zinssenkung wieder in die Plus-Zone hangelte. Für den MDAX ging es anfangs ähnlich stark abwärts auf 7508 Punkte. Der TecDAX rutschte im Tief um weitere 6,5 Prozent ab 678 Punkte ab.

Massive Bewegungen bei Anleihen-Kursen
Die deutschen Anleihen haben am Dienstag auf die erneut sehr schwachen Aktienmärkte zunächst mit erheblichen Kursgewinnen reagiert. Der für den Rentenmarkt richtungweisende Euro-Bund-Future kletterte am Morgen auf bis zu 118,08 Punkte und legte damit zum Vortagsschluss um fast einen ganzen Prozentpunkt zu. Zuletzt notierte der Future bei 116,27 Punkten und damit mit 0,5 Prozent im Minus.

Finanzkrise - EZB hält sich für Finanzspritzen bereit

US-Börsen beginnen mit Abschlägen
Trotz der Zinsentscheidung stürzte der Dow Jones zunächst um mehr als drei Prozent ab, erholte sich dann aber wieder leicht. Der gefürchtete Crash blieb aus. Gegen 18.10 Uhr liegt der Leitindex Dow Jones 0,8 Prozent unter Freitagsschluss bei 11.995 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index verliert ein Prozent auf 1312 Zähler. Der technologielastige NASDAQ Composite büßt 1,6 Prozent auf 2303 Punkte ein.

Enttäuschende Zahlen der Bank of America
Die zu den führenden US-Finanzkonzernen zählende Bank of America hat nach Milliarden-Abschreibungen im Schlussquartal 2007 einen drastischen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich verdiente die Bank lediglich 268 Millionen Dollar nach 5,3 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Allein wegen der Kreditkrise musste die Bank 5,3 Milliarden Dollar (3,7 Mrd. Euro) abschreiben. Selbst bei Berücksichtigung der Kreditkrise sei das Abschneiden der Bank unerfreulich, räumte Konzern-Chef Kenneth Lewis am Dienstag in New York ein. Für 2008 sei er vorsichtig optimistisch, obwohl das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte schwach bleiben werde.

Schwarzer Dienstag - Kursrutsch setzt sich in Asien fort

Angst vor Rezession in den USA
Der weltweite Kursrutsch an den Börsen hat sich auch in Asien fortgesetzt. "Wenn die USA einen Schnupfen bekommen, kriegt Asien eine Grippe" - Diese alte Ökonomen-Weisheit bewahrheitet sich in diesen Tagen einmal mehr aufs Neue. Die Sorge vor einer Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt und damit auf Asiens wichtigstem Absatzmarkt löste am Dienstag erneut Massenverkäufe in der gesamten Region aus.
Die Aktien in Japan gaben bis zum Handelsschluss um 5,6 Prozent nach, in Australien fiel der wichtigste Index um 7,1 Prozent. An den Börsen im südkoreanischen Seoul und im indischen Bombay wurde der Handel nach heftigen Verlusten zeitweise ausgesetzt.

Nikkei-Index auf tiefstem Stand seit September 2005
Der Nikkei in Tokio schloss 753 Punkte niedriger bei 12.573 Punkten. Damit lag der der Index der 225 wichtigsten Werte erstmals seit 26 Monaten unter der 13.000-Punkte-Marke und erreichte seinen tiefsten Stand seit September 2005. Bereits am Montag waren die Aktien an der Tokioter Börse um 3,9 Prozent gefallen. In Australien verzeichnete der Aktienmarkt die höchsten Kursverluste innerhalb eines Tages seit Oktober 1997. Der S&P/ASX 200 schloss 394 Punkte im Minus bei 5187 Zählern. Das war der zwölfte Börsentag in Folge, den die Börse von Sydney mit einem Abschlag abschloss - die längste Verlustphase seit 1982.

China-Indizes fallen um mehr als sieben Prozent
Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab bis zum Mittag rund acht Prozent nach. Die Börse in Shanghai schloss mit einem Minus von 7,2 Prozent. Dort wurde der Handel der Aktie der Bank of China zwischenzeitlich ausgesetzt. Zuvor hatten Medien berichtet, das zweitgrößte chinesische Finanzinstitut sei ebenfalls von Verlusten durch die US-Immobilienkrise betroffen.

Korea- und Indien-Handel zeitweise ausgesetzt
In Seoul wurde der Handel zwischenzeitlich ausgesetzt, nachdem der Kospi 6,23 Prozent nachgegeben hatte. Nach Wiederaufnahme des Handels legte der Index wieder etwas zu und schloss den Dienstagshandel mit einem Minus von 4,43 Prozent. In Bombay waren die Aktienkurse gleich nach Handelsbeginn um fast zehn Prozent eingebrochen, weshalb auch dort der Handel ausgesetzt wurde. Auch hier legte der maßgebliche Sensex nach Wiederaufnahme des Handels wieder zu und verzeichnete gegen sieben Uhr MEZ ein Minus von 6,5 Prozent. Tags zuvor hatte der Index seinen größten Absturz innerhalb eines Tages in der Geschichte der Börse hingelegt und 7,4 Prozent nachgegeben.

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