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Nokia: Europaweite Proteste gegen Werksschließung geplant


Handyhersteller  

Internationale Nokia-Proteste geplant

29.01.2008, 19:11 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Demonstration für Erhalt des Nokia-Werkes  (Foto: ddp)Demonstration für Erhalt des Nokia-Werkes (Foto: ddp) Gegen die angekündigte Schließung des Bochumer Nokia-Werks wollen Gewerkschaften und Betriebsräte weiterer Nokia-Standorte jetzt auch auf internationaler Ebene vorgehen. Zu den europaweit geplanten Aktionen könnten auch Streiks gehören, kündigte der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes Peter Scherrer im Deutschlandradio Kultur an. So solle erreicht werden, dass der Mobilfunk-Konzern die Schließung des Bochumer Werks aussetze und über Alternativen nachdenke.

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Streiks nicht ausgeschlossen
Einzelheiten des geplanten Vorgehens sollen bei einem Treffen der Nokia-Betriebsräte in Brüssel beraten werden, kündigte ein Sprecher der IG Metall in Düsseldorf an. Dabei seien Streiks nicht ausgeschlossen, bestätigte er Generalsekretär Scherrer. An den Gesprächen werde auch die Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Nokia- Werks Gisela Achenbach teilnehmen. Mit der Ankündigung, sein Bochumer Werk mit 2300 Beschäftigten schließen zu wollen, hatte das finnische Unternehmen vor zwei Wochen eine Protestwelle ausgelöst.

 

Unwahrscheinliche Hoffnungen auf Erhalt des Werkes
Nokia reagierte skeptisch auf die Berichte über neue Hoffnung für den Erhalt des Bochumer Werkes. Unternehmenssprecherin Arja Suominen sagte in Helsinki: "Es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass irgendwelche neue Fakten auftauchen, die ein Umdenken bei uns zur Folge haben könnten." Sie bestätigte, dass Nokia in Verhandlungen mit dem indisch-finnischen Unternehmen Sasken Technologies über eine Übernahme der Bochumer Forschungs- und Entwicklungsabteilung Adaption Software stehe. Betroffen seien 40 Arbeitsplätze. Dies war bereits bei der ersten Ankündigung der Schließungspläne am 15. Januar öffentlich mitgeteilt worden.

Betriebsrat will Vorschläge zum Erhalt vorlegen
Möglicherweise über 200 derzeitige Nokia-Mitarbeiter könnten ihren Arbeitsplatz bei einem erfolgreichen Abschluss von Verhandlungen über den Verkauf des Bereichs Automotive Business behalten. Hier werde mit einem ehemaligen Nokia-Bereichsleiter und der Beteiligungsgesellschaft Equity Partners verhandelt, hieß es bei Nokia. Der Betriebsrat hatte angekündigt, der Unternehmensführung eigene Vorschläge zum Erhalt des Standortes vorlegen zu wollen.

Kein Absatzrückgang bei Nokia-Handys
Einbrüche beim Verkauf von Handys des finnischen Herstellers hat es zumindest nach Angaben von T-Mobile in Deutschland trotz der anhaltenden Proteste nicht gegeben. "Wir stellen keinen Absatzrückgang fest", sagte T-Mobile-Deutschland-Chef Philipp Humm. Vor dem Tor des Bochumer Werks gingen auch die Aktionen weiter. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) kritisierte die Schließungsentscheidung des finnischen Weltmarktführers bei einem Besuch in Bochum als "nicht nachvollziehbar" und "nicht akzeptabel". Auch der Essener Weihbischof Franz Grave zeigte sich mit der von der Schließung bedrohten Belegschaft solidarisch.

Beck: Nokia soll Pläne überprüfen
Der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck hatte Nokia auf einem Parteitag der SPD in Bochum-Wattenscheid bereits am Montagabend aufgefordert, das geplante Aus für das Bochumer Werk zu überdenken. "Der Kampf um Nokia in Bochum ist noch lange nicht verloren", sagte Beck. Zudem müsse die europäische Subventionspolitik überprüft werden, forderte der SPD-Chef. Bei der Globalisierung dürften Menschen nicht "Versuchskaninchen" sein.

Internetfirma will 50.000 Handys vor Nokia-Werk verschrotten
Aus Protest gegen die angekündigte Schließung des Bochumer Handy-Werks wollen die Betreiber einer Internet-Auktionsplattform 50.000 gebrauchte Nokia-Handys vor dem Werkstor verschrotten. "Was Nokia macht ist eine Frechheit", begründete der Sprecher von "Undertool.de", Jürgen Bauer, die Aktion am Dienstag im westfälischen Ahaus. "Aus diesem Grund rufe ich alle Menschen auf: Schickt uns Euer Nokia-Handy!" Nach den Plänen der Auktionsplattform für Dienstleistungen und Handwerker soll ein Fuhrunternehmen die Mobiltelefone vor die Tore des Bochumer Nokia-Werks kippen; anschließend soll ein Schrotthändler die Handys vernichten. Der finnische Handybauer will sein Werk in der Ruhrgebietsstadt zur Jahresmitte aus Kostengründen schließen.

Übrigens! Wenn Sie mehr über die Unternehmensgeschichte von Nokia erfahren möchten, dann klicken Sie einfach doppelt auf den Begriff "Nokia" und dann auf Wikipedia. Probieren Sie es einfach mal aus.

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