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Internet: Google will Übernahmepläne von Microsoft durchkreuzen


Software-Branche  

Google will Microsoft stoppen

04.02.2008, 12:12 Uhr | dpa-AFX / T-Online

Logo von Google (Foto: ddp)Logo von Google (Foto: ddp) Um die Vorherrschaft im Internet ist ein heftiger Machtkampf entbrannt: Der Softwareriese Microsoft stößt bei seiner milliardenschweren Offerte für den Internet-Konzern Yahoo auf erbitterten Widerstand. Erzrivale Google bot Yahoo am Montag seine Hilfe zur Abwehr der Übernahme an. Yahoo selbst prüft alle Chancen anderer Partnerschaften oder einer weiteren Unabhängigkeit. Microsoft und Google beschuldigen sich unterdessen gegenseitig, das Internet dominieren zu wollen.

Milliarden-Angebot - Microsoft will Yahoo
Video - Microsoft kauft Yahoo

Google will gegen Übernahmepläne kämpfen
Google-Chef Eric Schmidt offerierte Yahoo-Mitgründer Jerry Yang laut Medienberichten telefonisch seine Unterstützung in jeder Hinsicht. Über eine Kooperation von Yahoo und Google wird heftig spekuliert. Yahoo könnte seine eigene Internet-Suche kostengünstig auslagern und über die Google-Suche laufen lassen. Dagegen gilt aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ein eigenes Übernahmeangebot des Suchmaschinenriesen als unwahrscheinlich.



Weitere Übernahmeangebote möglich
Gegengebote anderer Interessenten halten Experten für möglich. Denkbar seien private Investoren oder Medienkonzerne wie die News Corp des Multimilliardärs Rupert Murdoch oder Time Warner. Allerdings wäre ein solches Angebot derzeit wegen der Kreditkrise schwer finanzierbar und Microsoft könnte es mit seiner prall gefüllten Kasse kontern.

Microsoft-Angebot zu niedrig
Bislang seien noch keine Konkurrenzgebote zur Microsoft-Offerte bei Yahoo eingegangen, berichtete das "Wall Street Journal". In einer E-Mail an die Mitarbeiter betonte Yahoo-Chef Yang, es sei "absolut noch keine Entscheidungen getroffen" worden. Yahoo hatte zuvor erkennen lassen, eine Antwort an Microsoft werde einige Zeit dauern. Yahoo betrachtet die Offerte aber Berichten zufolge in jedem Fall als zu niedrig.

Microsoft will Dominanz von Google brechen
Mit der angestrebten Übernahme von Yahoo für rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) will Microsoft die Dominanz von Google bei der Online-Suche und der Internet-Werbung brechen. Die Offerte erfolgte nicht einvernehmlich mit Yahoo. Entsprechende Vorschläge Microsofts hatte Yahoo zuvor abgelehnt. Die Übernahme wäre die bisher größte innerhalb der Internet-Branche. Microsoft-Chef Steve Ballmer sieht zum geplanten Kauf von Yahoo keine Alternative. "Wir brauchen die gemeinsame Forschungs- und Entwicklungskapazität, um mit dem Marktführer mitzuhalten", sagte er am Montag. Anders sei die Dominanz des Erzrivalen nicht zu brechen.

Google sieht "beunruhigende Fragen"
Google warnte, die angestrebte Fusion werfe "beunruhigende Fragen" zur Offenheit des Internets und zu womöglich unrechtmäßigem Einfluss auf. Microsoft wolle womöglich seine Dominanz beim PC aufs Internet ausdehnen. Yahoo und Microsoft hätten gemeinsam einen gewaltigen Anteil bei webbasierter E-Mail sowie Online-Sofortnachrichten ("instant messaging"). Sie betrieben auch die am meisten besuchten Web-Portale, sagte Googles Chef-Jurist David Drummond. Auf diese Fragen müssten Entscheidungsträger in aller Welt den Verbrauchern befriedigende Antworten geben. Microsoft habe eine Vorgeschichte ernster Verstöße gegen Gesetze und Wettbewerbsrecht, sagte Drummond.

Konflikte zwischen Microsoft und Wettbewerbshütern
Zwischen dem Softwareriesen und den Wettbewerbshütern in den USA sowie besonders in Europa hatte es mehrfach schwere Differenzen gegeben. Widerstand gegen die Fusion erwarten Experten am ehesten in Europa. Doch angesichts Googles Übermacht bei Online-Suche und Internet-Werbung rechnen sie eher nicht mit großen Hürden. Ein Ausschuss des US-Kongresses will sich mit dem Fall befassen. Microsoft wies die Vorwürfe zurück: Der geplante Zusammenschluss mit Yahoo werde bei Internet-Suche und Online-Werbung für mehr Konkurrenz sorgen.

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