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Getreidepreise: Weizen kostet erstmals über zehn Dollar


Getreide  

Rekord: Weizen kostet erstmals über zehn Dollar

06.02.2008, 10:22 Uhr | AFP / dpa / T-Online, t-online.de

Weizenfeld (Foto: dpa)Weizenfeld (Foto: dpa) Der Weltmarktpreis für Weizen ist auf ein neues Rekordhoch geklettert und hat in Chicago erstmals die Zehn-Dollar-Marke überschritten. Am wichtigsten US-Handelsplatz sprang der Preis am Dienstagabend um 30 Cent pro Scheffel (etwa 27 Kilogramm) nach oben und schloss bei 10,03 Dollar (6,85 Euro). Analysten zufolge wirkten sich vor allem Nachrichten aus Kanada aus, wonach die dortigen Lagerbestände an Weizen niedriger sind als bisher gedacht. Das bekommt der Verbraucher auch schon zu spüren. In den letzten Monaten stiegen zum Beispiel die Preise für Süßwaren, Brot und Bier an.

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Bier wird teurer
Da Kanada einer der wichtigsten Exporteure des Getreides ist, reagierte der Markt sofort mit einem Preissprung. Der Preis für Weizen steigt seit Monaten kontinuierlich an, was nicht nur dem Bäckerhandwerk Sorgen bereitet. Die Süßwaren- und die Brauerei-Branche ist stark davon betroffen. Denn nach Einschätzung des Marktführers Radeberger Gruppe wird 2008 das härteste Jahr seit langem. Der Chef der Braugruppe, Ulrich Kallmeyer, sagte einen Rückgang des deutschen Biermarktes um vier Prozent voraus. Er wies auf die anstehenden Bierpreiserhöhungen hin, die zahlreichen Brauereien für 2008 bereits angekündigt haben. Massive Kostensteigerungen bei den Brauereien und die steigende Konzentration im Einzelhandel werde den Konsolidierungsprozess weiter verschärfen. "2008 wird ein Schicksalsjahr der Auslese im deutschen Biermarkt. In diesem Jahr wird sich endgültig die Spreu vom Weizen trennen...", erklärte Kallmeyer.

Schleckmäuler müssen tiefer in die Taschen greifen
Die steigenden Rohstoffpreise werden in diesem Jahr weitere Waren verteuern. Für Schokolade, Plätzchen und andere Süßigkeiten muss wohl bald mehr gezahlt werden. Wegen der deutlich gestiegenen Preise für Milcherzeugnisse, Weizen und anderer Zutaten versuche so gut wie jeder Hersteller, die Preise zu erhöhen, sagte der Geschäftsführer des Süßwarenhandelsverbandes Sweets Global Network, Hans Strohmaier. Einige Hersteller planen Preiserhöhungen von mindestens zehn Prozent. Bereits im vergangenen Jahr habe die Branche ihren Umsatz nur durch höhere Preise leicht steigern können. Die Gewinnmarge sei aber gesunken.

Fertiggerichte werden ebenfalls teurer
Auch die Preise für Tiefkühl- und Fertiggerichte werden in den kommenden Monaten voraussichtlich deutlich steigen. Die Frosta AG, einer der führenden deutschen Hersteller von Tiefkühlkost, will beim Lebensmittelhandel Preiserhöhungen von durchschnittlich acht Prozent für ihre Produkte durchsetzen, teilte das Bremerhavener Unternehmen Ende März mit. Ursache seien drastische Kostensteigerungen bis zu 50 Prozent für nahezu alle Rohstoffe, etwa für Weizen, Molkereiprodukte, Gemüse, Fleisch und Fisch. Da alle Hersteller von den Rohstoffkosten gleichermaßen betroffen sind, seien Preiserhöhungen auf breiter Front zu erwarten oder schon eingetreten.

Subventionierung für Bio-Kraftstoffe ist schuld
"Von jedem Euro, den wir einnehmen, geben wir fast 60 Cent für Rohstoffe wieder aus", sagte Finanzvorstand Stephan Hinrichs. "Das können wir nicht auffangen, sondern müssen es in den Preisen weitergeben." Ebenso wie andere Hersteller von Nahrungsmitteln macht auch Frosta im wesentlichen die Subventionierung von Bio-Kraftstoffen für die steigenden Lebensmittelpreise verantwortlich. Mit einer Normalisierung sei erst zu rechnen, wenn diese Politik wieder verändert werde.

Mehr Getreide und weniger Raps angebaut
Die deutschen Bauern haben den Trend zu steigenden Getreidepreisen auch erkannt und im Herbst mehr Getreide und weniger Raps ausgesät. Für die Ernte 2008 wurde auf einer Ackerfläche von rund 5,7 Millionen Hektar Wintergetreide angebaut. Damit haben die Landwirte das Anbaugebiet im Vergleich zum Mai 2007 um fünf Prozent vergrößert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. "Die Explosion des Weizen-Preises hat viele Landwirte veranlasst, anstelle von Raps nun Weizen anzubauen", sagte Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband.

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