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Standort Deutschland: Bereits 200.000 Jobs ins Ausland verlagert


Studie  

Firmen haben knapp 200.000 Jobs ins Ausland verlagert

08.02.2008, 16:36 Uhr | Spiegel Online, t-online.de

Demonstrant mit Anti-Nokia-Transparent (Foto: Reuters)Demonstrant mit Anti-Nokia-Transparent (Foto: Reuters) Nokia ist nur einer von vielen: Laut Statistischem Bundesamt sind seit der Jahrtausendwende fast 200.000 Jobs aus Deutschland abgewandert. Fast 20 Prozent der Unternehmen haben schon Jobs verlagert - oder planen das.#
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Nokia geht nach Rumänien
Der Aufschrei war groß: Nokia schließt sein Werk in Bochum und verlagert die Produktion nach Rumänien, mehr als 2000 Arbeitsplätze gehen in Deutschland verloren. Dabei ist Nokia nur ein Beispiel von vielen. Das geht aus einer Studie des Statistischen Bundesamts hervor, die sich auf eine EU-weite Umfrage unter 20.000 Unternehmen beruft.

188.000 Stellen in fünf Jahren gingen verloren
Erschreckendes Ergebnis: Zwischen 2001 und 2006 gingen insgesamt 188.000 Stellen in Deutschland verloren, weil Firmen ganz oder teilweise abgewandert sind. Fast ein Fünftel der größeren deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze ins Ausland verlagert - oder planen dies. 14 Prozent der Firmen mit 100 und mehr Mitarbeitern haben diesen Schritt in den Jahren 2000 bis 2006 bereits vollzogen, vier Prozent wollen demnächst Stellen ins Ausland verlagern.

Die meisten Verlagerungen innerhalb der EU
In den meisten Fällen wandern die Unternehmen innerhalb der Europäischen Union. 60 Prozent der Firmen verlagerten Jobs in die neuen Mitgliedsstaaten der EU, in 36 Prozent der Fälle ging es nach China. Laut dem Fraunhofer-Institut, das ebenfalls Verlagerungen untersucht, verlegten zuletzt aber wieder weniger Firmen Jobs ins Ausland. Immerhin: Die Unternehmen, die Jobs verlagert haben, schufen auch hierzulande neue - allerdings nur 105.000. Im Saldo bleibt damit ein Minus. Dies ist jedoch nur eine rechnerische Größe. Die Unternehmen selbst argumentieren, dass die Standorte im Ausland auch Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

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Buchhaltung, Callcenter und Produktion besonders betroffen
Unklar ist, welche Jobs genau in Deutschland verloren gingen. Derzeit werde noch ausgewertet, wie hoch der Anteil von Niedrig- und Hochqualifizierten sei, hieß es beim Statistischen Bundesamt. Fest stehe nur, dass Jobs in der Buchhaltung, in Callcentern oder in der Produktion besonders betroffen seien. Die meisten Jobs verlagerten Industrieunternehmen ins Ausland. In diesem Sektor sind rund 26 Prozent der Unternehmen ganz oder teilweise abgewandert. Im Hochtechnologiebereich der Industrie waren es sogar 33 Prozent. In der übrigen Wirtschaft wanderten nur neun Prozent der Unternehmen ab oder planen dies.

Wettbewerb ein wichtiges Kriterium für Verlagerung
Die Unternehmen selbst machten mit den Verlagerungen überwiegend positive Erfahrungen. 73 Prozent der Firmen gaben an, sie seien dadurch besser im Wettbewerb aufgestellt. 67 Prozent nannten geringere Lohnkosten als einen wesentlichen Vorteil. 55 Prozent der Unternehmen nannten den besseren Zugang zu neuen Märkten als Pluspunkt. Als Nachteil gaben 14 Prozent der Firmen an, dass sich der Aufwand für Transport und Logistik erhöht habe.

Manche Unternehmen kommen wieder zurück
Diese kritischen Aspekte betont auch das Fraunhofer-Institut. Experte Steffen Kinkel sagte, dass auf jedes vierte bis sechste Unternehmen, das Jobs ins Ausland verlagere, binnen vier bis sechs Jahren ein Unternehmen komme, das seine Produktion zumindest in Teilen wieder zurück nach Deutschland hole. Das Fraunhofer-Institut befragt regelmäßig mehr als 1600 Betriebe zu Verlagerungen und Rückverlagerungen.

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