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Südafrikas Energiekrise treibt Platin-Preise


Platin  

Südafrikas Energiekrise treibt Platin-Preise

14.02.2008, 14:01 Uhr | dpa/ T-Online, t-online.de

Platin-Barren zwischen Platin-Brocken (Foto: imago)Platin-Barren zwischen Platin-Brocken (Foto: imago) Südafrikas Energiekrise inspiriert die weltweiten Höhenflüge von Gold- und Platin. Die Krise wirkt sich nach Angaben des Bergbau-Konzerns Impala Platinum (Implats) in diesem Jahr negativ auf den Markt für Platin und Rhodium aus. Nachdem die wichtigsten Bergbau-Unternehmen des Landes tagelang ihre Produktion eingestellt hatten, ist klar: der Kap-Staat, der 2007 erstmals seinen jahrhundertealten Status als weltgrößter Gold-Produzent verloren hat, fördert nicht mehr genug Edelmetalle für den weltweiten Bedarf. Die Nachricht ließ ausländische Investoren aufhorchen, die bisher in Afrikas wichtigstes Industrieland investierten. Denn der Musterknabe vom Kap muss tief in die Tasche greifen, um den Notstand zu beheben.

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Platin-Preis erstmals bei 2000 Dollar
Die Platin-Preise befinden sich auf Höhenflug und erreichten am Donnerstag (14.02.08) erstmals die 2000-Dollar-Marke für die Unze. Nach Schätzungen der Standard Bank dürfte die Produktion für 2008 rund 400.000 Unzen unter dem Bedarf liegen. Der Preis für eine Feinunze Gold hält sich unterdessen auf hohem Niveau über der 900-Dollar-Marke. Den bisherigen Höchststand markierte Gold Anfang Februar bei 937 Dollar (vgl. Gold-Chart).

Kein Strom - kein Bergbau
Seit Jahresbeginn gehen täglich irgendwo im Land für mehrere Stunden die Lichter aus, weil der Staatskonzern Eskom den Bedarf nicht mehr decken kann. "Die Energiekrise beeinträchtigt Aktien und (die Landeswährung) Rand", schrieb die Wirtschaftszeitung "Business Day". Experten mahnen, dass der Rohstoff-Gigant Südafrika - der rund 70 Prozent der weltweiten Platin-Produktion repräsentiert - bisher kaum vom Boom bei den Edelmetallpreisen profitiert hat. Im Gegenteil: Schwierige geologische Bedingungen, Sicherheitsprobleme und nun auch noch die Energiekrise machen einer Branche zu schaffen, die seit zwei Jahren schon unter sinkenden Produktionszahlen leidet.



Wirtschaftswachstum schrumpft
Das nationale Büro für Wirtschaftsforschung (BER) mahnt bereits vor Konsequenzen fürs Wirtschaftswachstum, das statt wie bisher um jährlich fünf Prozent in diesem Jahr nur noch um 3,4 Prozent steigen dürfte. Zwar macht der Bergbau direkt nur 5,5 Prozent von Südafrikas Brutto-Inlandsprodukt aus, doch indirekt kommt er auf einen Einfluss von 18 Prozent. Der Wirtschaft ist durch der Energiekrise bereits ein immenser Schaden entstanden. Allein der tägliche Ausfall in der Bergbauindustrie wird auf umgerechnet mehr als 28 Millionen Dollar geschätzt. Insgesamt arbeiten in dem Wirtschaftszweig rund 450.000 Menschen, allein 100.000 im Goldbergbau.

Erster Konzern senkt Dividende
"Der Bergbau war eine ganze Zeit lang in der Problemzone und nun zeigen die Risiken definitiv nach unten. Einige Firmen denken, die Lage wird sich verschlechtern, wenn sie über einen längeren Zeitraum nur 90 Prozent Strom bekommen", erklärte der BER-Ökonom Hugo Pienaar vor Wirtschaftsjournalisten. Der Platin-Konzern Northam etwa - der bisher stets generöse Dividenden ausschüttete - hat sie für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2007/2008 gerade um 41 Prozent gesenkt. Für die zweite Hälfte dürfte die Produktion gerade mal das Niveau des Vorjahreszeitraums erreichen - vorausgesetzt, Eskom liefert die zugesagten 90 Prozent des Stroms.

Stromnetz muss überholt werden
Zwar versuchte der zuständige Minister Alec Erwin zu beschwichtigen, dass auch andere Schwellenländer ähnliche Probleme haben und die Regierung hartnäckig an einer Lösung arbeite. Doch das Institut für Elektroingenieure mahnte, dass nicht nur die Lücke bei der Stromerzeugung ein Problem sei. Auf mindestens eine Milliarde Rand (100 Mio. Euro) schätzte Institutsleiter Ian McKechnie die für eine Überholung des Netzes nötige Anschubfinanzierung. Pro Jahr müssten dann Investitionen in Höhe von 422 Millionen Rand folgen.

Hauskäufe werden zurück gestellt
Und die Krise trifft nicht nur Bergbaukonzerne und Firmen, sondern auch die Bau-Branche. Die First National Bank zitierte eine Umfrage unter potenziellen Hauskäufern, wonach bei 68 Prozent die Kaufentscheidung von der Energiekrise beeinflusst werde. Immerhin drei Prozent gaben sogar an, deswegen ernsthaft über eine Auswanderung nachzudenken.

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