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Warnstreiks legen Nahverkehr lahm


Öffentlicher Dienst  

Warnstreiks legen Nahverkehr lahm

22.02.2008, 08:26 Uhr | dpa / AFP / T-Online

Warnstreiks im öffentlichen Dienst (Foto: Reuters)Warnstreiks im öffentlichen Dienst (Foto: Reuters) Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen haben am frühen Freitagmorgen erneute Warnstreiks begonnen. In zahlreichen Bundesländern legten die ersten Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr mit Beginn der Frühschicht ihre Arbeit nieder. In Nordrhein-Westfalen wollen die Streikenden in zahlreichen Städten Busse und Bahnen zumindest für einige Stunden lahmlegen, in Baden-Württemberg und Hannover sowie einigen anderen niedersächsischen Kommunen sogar ganztägig. Der öffentliche Nahverkehr ist auch in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg betroffen sein. Obwohl die Aktionen bereits seit dem Vortag angekündigt waren, wurden viele Pendler von den Warnstreiks kalt erwischt.

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Ganztägiger Streik in Kassel
In Rostock traten um 03.00 Uhr die ersten Fahrer der Rostocker Straßenbahn AG in den Ausstand. Auch bei den Stadtwerken soll von 07.00 Uhr an gestreikt werden. In Kiel begannen Busfahrer mit Warnstreiks und auch in der Finanzmetropole Frankfurt fuhren die ersten Bahnen erst gegen sieben Uhr. Bundesweit sollen sich zehntausende Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen beteiligen. Neben dem öffentlichen Nahverkehr sollen auch Ent- und Versorgungsbetriebe sowie Kindertagesstätten bestreikt werden. Nach Angaben von Ver.di Tarifkoordinator Christian Rothländer streiken in Kassel auch die Mitarbeiter der Stadtreinigung und der kommunalen Dienststellen. Geplant war, dass in Frankfurt und Offenbach die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaften um 07.30 Uhr ihre Arbeit wieder aufnehmen. In Wiesbaden ist der Streik bis 09.00 Uhr geplant, in Kassel den ganzen Tag. In Kassel sind außerdem der Landeswohlfahrtsverband, die Sparkasse und das Landratsamt von den Arbeitsniederlegungen betroffen.



Druck auf Arbeitgeber wächst
Es ist der sechste und vorerst letzte Warnstreiktag. Am Montag sollen die Tarifverhandlungen in Potsdam in die nächste Runde gehen. Mit den neuerlichen Warnstreiks soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, ein neues Angebot vorzulegen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, will im Laufe des Tages in Stuttgart zu den Streikenden sprechen. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat. Bund und Kommunen bieten bislang fünf Prozent - allerdings in drei Schritten und verteilt auf zwei Jahre. Zudem soll die Wochenarbeitszeit wieder verlängert werden.



Auch GDL will wieder streiken
Neuer Ungemach droht Pendlern auch aus Richtung der Deutschen Bahn, wo die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) überraschend mit neuen Streiks droht. Der vorgelegte Vertrag über die Grundlagen der Tarifarbeit sei unannehmbar, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Manfred Schell, den "Ruhr Nachrichten". Streik sei daher die feste Absicht der Gewerkschaft, wenn bis zum 7. März kein unterschriftsfähiger Vertrag vorliege. Nach elfmonatigem Tarifstreit brauche man ein Ergebnis. "Es macht keinen Sinn, den Abschluss weiter auf die lange Bank zu schieben."

Schell zeigt sich unnachgiebig
Schell übte massive Kritik an dem Vertragsentwurf, den die Bahn der GDL Ende Januar vorgelegt hat. "Der Arbeitgeber will uns fesseln und knebeln", sagte er der Zeitung. So solle es etwa vom Gutdünken des Bahnvorstands und der Konkurrenzgewerkschaften abhängen, ob die GDL für ihre Mitglieder Tarifverträge bei einer Zeitarbeitsfirma abschließen dürfe. Auch solle sie sich verpflichten, langfristig keine Tarifforderungen für andere Berufsgruppen als die der Lokführer zu stellen. "Die GDL soll hier aller ihrer Rechte beraubt werden."

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