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IMK-Studie: Wirtschaftsaufschwung erreicht nur wenige Menschen


IMK-Studie  

Wenige profitieren vom Aufschwung

19.05.2008, 19:24 Uhr | T-Online, t-online.de

Viele müssen mit ihrem Geld rechnen. (Foto: Archiv)Viele müssen mit ihrem Geld rechnen. (Foto: Archiv) Vom wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen drei Jahre haben in Deutschland viel weniger Menschen profitiert als im letzten Aufschwung von 1998 bis Anfang 2001. Das sagen Wissenschaftler, die für das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie die Einkommensentwicklung der zurückliegenden Jahre untersucht haben.

Nettolöhne gesunken
Der Zuwachs an Wirtschaftsleistung sei dieses Mal „ganz überwiegend den Beziehern von Gewinn- und Vermögenseinkommen zugeflossen“. Die realen Nettolöhne je Beschäftigtem sind hingegen nach Erkenntnis der Forscher im aktuellen Aufschwung sogar um 3,5 Prozent gesunken. Zurückgegangen seien auch die staatlichen Leistungen an private Haushalte.

Geringer Beschäftigungszuwachs
Der aktuelle Aufschwung habe einigen arbeitslosen Menschen zu einer Jobperspektive verholfen, gestehen die Experten ein. Aber der Beschäftigungszuwachs liege nur wenig über dem des 2000er-Aufschwungs.

"Wachstum ohne Einkommenszuwachs"
"Der von vielen als Belohnung für Lohnzurückhaltung und Arbeitsmarktflexibilisierung versprochene erhebliche zusätzliche Beschäftigungsanstieg hat sich nicht eingestellt", sagt der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Prof. Dr. Gustav A. Horn. "Für die große Mehrheit der Bevölkerung hat der Begriff Konjunkturaufschwung eine neue Qualität bekommen: Wachstum ohne Einkommenszuwachs", so Horn.

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Wenig Chance auf Konsum-Schub
Vor diesem Hintergrund sieht das IMK nur geringe Chancen für einen Schub beim Konsum, der nach den Analysen vieler Forscher die Konjunktur in diesem Jahr antreiben muss, um einen Abschwung zu verhindern. Die Lohnentwicklung sei hinter dem Wachstum von Produktivität und Inflation zurückgeblieben. Zudem würden die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung bis in dieses Jahr wirken.

Verfügbares Einkommen stagniert
Die Einkommen sind zwar auch in den zurückliegenden Jahren gestiegen – allerdings auch die Preise. Berücksichtigt man die Inflationsentwicklung, dann hätten – so die Wissenschaftler – die Menschen nicht mehr in der Tasche; das verfügbare Einkommen stagniere. Im vorigen Aufschwung habe es preisbereinigt noch um sieben Prozent zugenommen.

Weniger in der Tasche
Der Aufschwung sei vor allem an Beziehern von Lohneinkommen bislang vorbei gegangen. Die realen Nettolohneinkommen aller Beschäftigten, gemessen in der Nettolohn- und Gehaltssumme, sind nach den Zahlen des IMK um 1,5 Prozent zurückgegangen – nach einem Zuwachs von real gut acht Prozent im Aufschwung zuvor. Die realen Nettolöhne je Arbeitnehmer seien in diesem Aufschwung sogar um 3,5 Prozent zurückgegangen.

Nullrunden und stagnierende Leistungen
Deutlich gesunken seien Zahlungen für Renten und andere Transfers an private Haushalte. Verantwortlich dafür machen die Ökonomen Nullrunden bei den nominalen Renten, stagnierende nominale Leistungen bei Kindergeld, BAföG und anderen staatlichen Leistungen. Angestiegen seien hingegen die Einnahmen von Unternehmern, vielen Selbstständigen, Aktienbesitzern und anderen Kapitaleignern.

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