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Streiks legen Deutschland lahm


Arbeitsniederlegungen  

Streiks legen Deutschland lahm

05.03.2008, 17:15 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Streik im öffentlichen Dienst  auch in München (Foto: ddp)Streik im öffentlichen Dienst auch in München (Foto: ddp) Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Mittwoch zu massiven Behinderungen im Flugverkehr geführt. Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di wurden zehn Flughäfen im Westen des Landes teilweise bis zum Mittag bestreikt. Allein am größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main fielen nach Unternehmensangaben mehr als 100 Inlandsflüge aus. Auch im Nahverkehr, in Behörden, KiTas, Stadtreinigungsbetrieben und Kliniken ruhte erneut die Arbeit. Insgesamt traten laut Ver.di 100.000 Beschäftigte des Bundes und der Kommunen in den Ausstand. In Berlin begannen zudem unbefristete Streiks bei Bussen und Bahnen. Im Fall von erneuten Streiks bei der Bahn droht in der Hauptstadt der komplette öffentliche Verkehr auszufallen.

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Fast alle deutschen Verkehrsflughäfen betroffen
Von Ausständen außerdem betroffen waren die Flughäfen München, Nürnberg, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart, Köln-Bonn, Münster-Osnabrück, Hannover, Hamburg und Saarbrücken. An den Schaltern bildeten sich lange Warteschlangen. Am Frankfurter Flughafen etwa standen die Bänder der Gepäckabfertigung still. Auch die Flughafenfeuerwehr verweigerte zum Teil die Arbeit. "Der Flugbetrieb war aber nicht bei Null, vor allem Langstrecken-Flüge wurden bedient", sagte der Unternehmenssprecher. Aufgrund der liegen gebliebenen Arbeit kam es vielerorts den ganzen Tag über zu Einschränkungen.

Lufthansa musste 300 Inlandsflüge streichen
Die Lufthansa strich 300 der 1200 innerdeutschen Tagesflüge. "Die meisten der betroffenen 18.500 Passagiere konnten auf spätere Flüge umgebucht werden, der Interkontinental-Verkehr war nicht betroffen", sagte ein Lufthansa-Sprecher in Berlin. Bei Air Berlin fielen nach Unternehmensangaben rund 30 Flüge aus. Von den Ausständen ausgenommen waren laut Ver.di die Berliner Flughäfen, Leipzig-Halle oder Erfurt. In München wurden laut einem Flughafensprecher rund 180 Flüge gestrichen. Auf dem Flughafen Düsseldorf standen seit 04. 00 Uhr die Bänder der Gepäckförderanlagen still, 60 Flüge wurden annulliert.



Auch öffentlicher Nahverkehr betroffen
Ein weiterer Schwerpunkt der Warnstreiks lag im öffentlichen Nahverkehr. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ließen tausende Bus- und Bahnfahrer die Arbeit ruhen. Allein in Nordrhein-Westfalen streikten insgesamt 67.000 Beschäftigte auch in Behörden, Kindergärten, Kliniken und von Müllabfuhren. "Die Leute haben die Nase voll", sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske dem Nachrichtensender N24.

Gehaltsangebot zu gering
Mit den Warnstreiks wollen Ver.di und andere Gewerkschaften ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Sie verlangen für die 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen eine Lohnanhebung um acht Prozent, wenigstens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll ein Jahr betragen. Die Arbeitgeber bieten eine Lohnanhebung um fünf Prozent für zwei Jahre. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit im Westen von 38,5 Wochenstunden auf 40 Stunden steigen. Am Donnerstag startet in Potsdam die fünfte und vorerst letzte Verhandlungsrunde. Bisher gab es keine Annäherung zwischen den Tarifpartnern.

Berlin besonders stark betroffen
In der Hauptstadt gingen unterdessen die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in einen unbefristeten Streik. Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen blieben in den Depots. "Der Betrieb ruht fast komplett", sagte ein Ver.di-Sprecher in Berlin. Nur ein kleiner Anteil der Busse würde noch fahren. Die Berliner können aber noch auf die S-Bahn und Regionalzüge der Bahn umsteigen. Die Gewerkschaft verlangt für die 12.500 BVG-Beschäftigten zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 250 Euro mehr im Monat bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten.

Heiner Geißler hat Verständnis für neuen GDL-Streik
Unterdessen unterstützte der CDU-Politiker und Vermittler im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn, Heiner Geißler, die Drohung der Lokführer-Gewerkschaft GDL, ab Montag erneut zu streiken. Es liege allein in der Hand der Bahn, den Streik noch zu verhindern, sagte er der "Tageszeitung". Sie müsse "auf die unzumutbare Bedingungen verzichten, die im Grundlagentarifvertrag aufgestellt werden."

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Bahn will Lösung für alle drei Gewerkschaften
Die Deutsche Bahn strebt weiter eine gemeinsame Lösung ihres Tarifkonflikts mit allen drei Gewerkschaften an. "Nur so können wir ein gegenseitiges Hochschaukeln der Gewerkschaften vermeiden", sagte Personalvorstand Margret Suckale am Mittwoch. Dafür müsse die Lokführergewerkschaft GDL ihre Verweigerungshaltung aufgeben. Damit wies der Konzern eine Forderung der größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA zurück. Diese hatten nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen zwischen Bahn und GDL beansprucht, die Interessen der Lokführer selbst zu vertreten.
Die Bahn bekräftigte, dass für ein Inkrafttreten des mit der GDL ausgehandelten Entgelttarifvertrags zusätzliche Vereinbarungen zur Eingliederung des Vertrags in das gesamte Tarifgefüge des Konzerns nötig seien. Die GDL hat dies abgelehnt und für diesen Montag unbefristete Streiks angekündigt.

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