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Appel setzt sich unter Zeitdruck


Deutsche Post  

Appel setzt sich unter Zeitdruck

07.03.2008, 09:43 Uhr | Financial Times Deutschland, t-online.de

Der neue Vorstandschef der Post: Frank Appel (Foto: dpa)Der neue Vorstandschef der Post: Frank Appel (Foto: dpa) Der neue Vorstandschef der Deutschen Post Frank Appel will im Mai eine Lösung für das hochdefizitäre Expressgeschäft in den USA präsentieren. "Wir haben unsere Optionen eingegrenzt und stehen kurz vor einem Ergebnis", sagte Appel in Bonn. Die Suche nach einem Partner für die Postbank bezeichnete er hingegen als "Luxusproblem", bei dem es keinen Zeitdruck gebe. "Wir sind hier die Handelnden", sagte der Manager selbstbewusst.

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Größtes Problem: Expressgeschäft in Amerika
Appel, der erst seit knapp drei Wochen den weltweit größten Logistikkonzern führt, präsentierte bei der Bilanzvorlage eine erste Liste von Prioritäten. Er wollte damit den Erwartungen der Aktionäre und Analysten entgegenkommen. Größtes Problem: das fehlgeschlagene amerikanische Expressgeschäft. Hier sind seit dem Jahr 2003 Verluste von sechs bis sieben Milliarden Euro angefallen. Im vergangenen Jahr kamen Wertberichtigungen in Höhe von 594 Millionen Euro hinzu, die das Konzernergebnis um mehr als 27 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro nach unten gedrückt haben.

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Nordamerika wichtig für Wachstum
"Das sind Verluste in nicht akzeptabler Höhe", sagte Appel. Mit Hochdruck arbeitet der Manager an einer Lösung, die bereits sein Vorgänger Klaus Zumwinkel eingeleitet hatte. Der Zeitplan ist dabei weder durch den abrupten Führungswechsel bei der Post noch durch die Neuordnung der Vorstandsriege durcheinandergeraten. Appel will die Vereinigten Staaten keinesfalls vollständig aufgeben. Dies sei keine Option, da der dortige Markt für die Post "ein fester Bestandteil unserer Wachstumsstrategie ist". Ein global agierendes Logistikunternehmen müsse an Nordamerika festhalten.



Post-Chef will Allianz mit Fedex schmieden
Nach FTD-Informationen favorisiert der Post-Chef ein Bündnis mit dem US-Konkurrenten Fedex, das auch auf Europa ausgedehnt werden könnte. Hier hat es bereits mehrfach Gespräche mit Fedex-Chef Frederick Smith gegeben. Um die Verhandlungsposition nicht zu schwächen, prüft Appel noch die eine oder andere Option. So könnte die Deutsche Post etwa mit zahlreichen regionalen US-Expressfirmen zusammenarbeiten, um so ein deutlich kostengünstigeres Zustellnetzwerk zu formen.

Weiter hohe Belastungen erwartet
Appel rechnet auch in diesem Jahr noch einmal mit hohen Belastungen aus dem US-Expressgeschäft, sowohl bei den Wertberichtigungen als auch bei den Verlusten. Entsprechend vage fällt daher die Ertragsprognose für dieses Jahr aus. Der Konzern will zwar das operative Ergebnis um gut acht Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro steigern - allerdings vor Einmaleffekten. Die weitgehende Bereinigung des US-Geschäfts wird sich daher frühestens im nächsten Jahr auf den Gewinn auswirken.

Kein Zeitplan für die Suche nach Postbank-Partner
Bei der Suche nach einem Partner für die Postbank will sich Appel keinem Zeitplan unterwerfen. "Wir wollen unsere Position nicht schwächen", betonte er. Sein Konzern, der 51 Prozent an Deutschlands größter Privatkundenbank hält, werde diesen Prozess "selber aktiv" angehen. Im deutschen Bankensektor gebe es derzeit einen Trend zur Konsolidierung. "Da wollen wir dabei sein, aber auf dem Fahrersitz", sagte Appel vor Analysten. Ganz so frei kann die Post-Führungsriege bei der Postbank allerdings nicht agieren. "Auch die Politik wird da eine Rolle spielen", räumte Appel ein. Kontakte mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat der Manager schon geknüpft. Ein Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ebenfalls schon fest im Terminkalender des Post-Chefs notiert. Der Bund hält über die KfW ein Drittel der Postbank-Aktien und ist der größte Anteilseigner.

Weitere Umbauten möglich
Appel kündigte an, dass die Zeit der großen Akquisitionen für die Deutsche Post bis auf Weiteres vorbei sei. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern hierfür nach Aussage von Finanzvorstand John Allan nur noch 300 Millionen Euro ausgegeben, so wenig wie noch nie in der Geschichte des börsennotierten Unternehmens. Die Post soll nun organisch wachsen und in diesem Jahr noch stärker zulegen als 2007, als die Erlöse um 4,9 Prozent auf 63,5 Milliarden Euro gestiegen sind. Appel will dies vor allem mit einer neuen Struktur erreichen. Die Geschäftsfelder sollen noch enger miteinander verzahnt werde, bei gleichzeitiger Dezentralisierung. Dabei schreckt der Post-Chef nicht vor weiteren gravierenden Umbauten zurück. Nach FTD-Informationen gibt es etwa Überlegungen, die Briefsparte stärker aus dem Konzern herauszulösen. Offenbar sind einige Einheiten zu komplex, um rasch auf Marktveränderungen zu reagieren. Appel kündigte als eines seiner wichtigsten Ziele an, auch für die Investoren den weltweit besten Logistikanbieter aufzubauen. Damit macht er öffentlich den Erfolg seiner Arbeit an der künftigen Aktienkursentwicklung messbar. Diese hatte die Analysten und Aktionäre bislang enttäuscht.

Nur wenige Worte zur Steueraffäre
Nur wenige Worte verlor Appel über seinen durch die Steueraffäre gestürzten Vorgänger Klaus Zumwinkel. Sein ehemaliger Chef habe ein gutes Fundament gelegt. Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung seien eine "rein private Angelegenheit" von Zumwinkel. Im Unternehmen sei daher nur eine Konsequenz nötig gewesen: "Zumwinkel ist nicht mehr Vorstandschef."

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