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Neuer Verhandlungsversuch zwischen Bahn und GDL


Bahn-Tarifstreit  

Neuer Verhandlungsversuch zwischen Bahn und GDL

09.03.2008, 10:46 Uhr | dpa/ AFP/ T-Online, t-online.de

Lokomotive der Deutschen Bahn (Foto: ddp) Mit neuen Gesprächen will die Deutsche Bahn AG die ab Montag drohenden Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL in letzter Minute abwenden. Am Sonntag solle mit den Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL intensiv über Lösungsmöglichkeiten verhandelt werden, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Der von Suckale angekündigte Lösungsvorschlag soll die künftige Zusammenarbeit aller drei Bahngewerkschaften bei der Aushandlung des Basistarifvertrages betreffen. Wie die Verhandlungen auch ausgehen: Am Montag gilt bei der Bahn ein Not-Fahrplan.

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Manfred Schell ist optimistisch
"Wir führen heute erneut mit der Bahn Verhandlungen", sagte GDL-Chef Manfred Schell am Samstag. Schell zeigte sich optimistisch: "Ich habe die Hoffnung, dass die Bahn endlich den ausgehandelten Tarifvertrag unterzeichnet." Mit diesem Schritt könne der neue Arbeitskampf ab Montag noch verhindert werden. Die Bahn verlangt aber zusätzlich einen Grundlagenvertrag, bevor der mit der GDL Ende Januar ausgehandelte Lokführer-Tarifvertrag mit elf Prozent Einkommensplus in Kraft treten kann.

Keine Kooperation zwischen den drei Bahn-Gewerkschaften
Suckale zeigte sich über die zuvor gescheiterten Verhandlungen der drei Bahn-Gewerkschaften über die künftige Zusammenarbeit "maßlos enttäuscht". Die Bahn wolle einen letzten Versuch unternehmen und im Interesse von Millionen Bahnreisenden und des Wirtschaftsstandorts Deutschland einen neuen Lösungsvorschlag unterbreiten. Das Unternehmen wolle an dem mit der GDL ausgehandelten Tarifvertrag festhalten.

Knackpunkt Dachtarifvertrag
Bislang hatte die Bahn ihre Unterschrift unter das Vertragswerk davon abhängig gemacht, dass die drei Bahngewerkschaften zuvor ihre Zusammenarbeit in Tarifverhandlungen verbindlich regeln. Die geplante Kooperationsvereinbarung sah vor, dass die GDL künftig den Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln sollte. Transnet und GDBA sollten für das restliche Fahrpersonal sprechen. Die Tarifverträge für die einzelnen Berufsgruppen sollten sich dann in einem übergreifenden Dachtarifvertrag einfügen. So sollte gewährleistet werden, dass die GDL wie von ihr gefordert einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln darf. Von einem gegenseitigen Zustimmungsvorbehalt sei dabei aber nie die Rede gewesen, teilte die GDL mit.
In der Vergangenheit hatten Transnet und GDBA für die bei ihnen organisierten Lokführer verhandelt. Laut GDBA vertritt die GDL rund 10.000 Lokführer, Transnet und GDBA etwa 5000.

Bahn reicht Klage gegen drohenden Streik ein
Vor ihrem Gesprächsangebot hatte die Bahn AG Klage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main gegen den drohenden Streik der GDL eingereicht. Die Klage werde damit begründet, dass die GDL ihr Tarifziel erreicht habe und nur noch "für die organisationspolitischen Ziele ihrer Funktionäre" kämpfe, gab Suckale an. Der Kampf der GDL gelte nicht mehr den Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder, fügte sie hinzu. Deshalb sei die Weigerung der GDL rechtswidrig, weiterhin den von der Bahn vorgelegten Grundlagentarifvertrag zu unterschreiben. Das Gericht sollte erst am Montagvormittag entscheiden, ob der Streik per einstweiliger Verfügung gestoppt wird.

Not-Fahrplan gilt am Montag auf jeden Fall
Fernreisende und Pendler können wegen des drohenden Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn an diesem Montag nur mit ausgedünntem Zugverkehr nach einem Notfahrplan rechnen. Im Regionalverkehr in Ostdeutschland sind demnach zehn Prozent des Angebots gesichert, in den alten Ländern soll es etwa die Hälfte sein. Im Fernverkehr soll jeder zweite Zug fahren, vor allem ICE. Intercity-Verbindungen fallen aus. Unabhängig vom Ausgang der Gespräche am Wochenende: Der Notfahrplan am Montag gilt laut Bahn in jedem Fall. Rund 1700 zusätzliche Mitarbeiter werden für die telefonische Auskunft unter der Nummer 08000-996633 zur Verfügung gestellt. Im Internet sind die Ersatzfahrpläne unter www.bahn.de/aktuell abrufbar.

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