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Steuern und Sozialabgaben: Geringverdiener werden am stärksten belastet


STEUERN UND ABGABEN  

Geringverdiener zahlen besonders hohe Abgaben

18.04.2008, 12:20 Uhr | AFP / dpa / T-Online, t-online.de

Ein Arbeitnehmer holt Geld aus seiner Lohntüte. (Bild: dpa)Ein Arbeitnehmer holt Geld aus seiner Lohntüte. (Bild: dpa) Gutverdiener sind in Deutschland in den vergangenen Jahren am stärksten von Steuern und Sozialabgaben entlastet worden. Obwohl die durchschnittliche Steuer- und Abgabenlast in Deutschland etwas gesunken ist, nahmen die Belastungen für Gering- und Normalverdiener seit 2001 kaum ab. Dies teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Berlin mit. So habe die Steuerreform 2001 zunächst zwei Prozentpunkte Entlastung für alle Steuerzahler gebracht. Diese seien bei Gering- und Normalverdienern inzwischen aber zunichtegemacht worden, bei Gutverdienern nicht.

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Steuersystem benachteiligt untere Lohngruppen
Schuld an der Entwicklung sei vor allem das deutsche Steuersystem: Steigen die Löhne von Gering- und Normalverdienern, so müssen diese mehr Steuern zahlen, weil der Steuersatz für Durchschnittseinkommen steil steigt. Steigen die Löhne von Gutverdienern, wirkt sich der Effekt weniger stark aus, weil Steuersätze bei ihnen flacher ansteigen. In vielen Ländern dagegen würden die Steuerstufen automatisch an die Inflation angepasst, erläuterte die OECD. Ein Grund für die unterschiedliche Entwicklung sei die "kalte Progression", wonach die Steuerlast mit den Nominallöhnen steigt. Durch Inflation und geringere Reallohnsteigerungen bleibe für den Durchschnittsverdiener von der Steuersenkung fast nichts übrig. Gut verdienende Singles hätten dagegen weitaus geringere Abzüge als 2000.



Hohes Einkommen, wenig Abgaben
Zudem wies die OECD darauf hin, dass in Deutschland die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben trotz der mit dem Einkommen steigenden Steuersätze bei Menschen, die sehr gut verdienen, wieder abnehme. Grund sei, dass wegen der Beitragsbemessungsgrenzen die Sozialabgaben ab einem bestimmten Einkommen komplett wegfallen.

Geringverdiener zahlen fast überall weniger
In den meisten anderen Ländern sei in den vergangenen Jahren dagegen versucht worden, vor allem Geringverdiener steuerlich zu entlasten. Grund für solche Reformen sei meist gewesen, dass wegen der Konkurrenz aus dem Ausland vor allem die Löhne von niedrig qualifizierten Arbeitskräften sinken. Dies sollte ausgeglichen werden. So fallen laut OECD derzeit in Frankreich für Arbeitnehmer mit halbem Durchschnittslohn nur noch 30 Prozent der Arbeitskosten als Steuern und Sozialabgaben an, in Deutschland seien es 45 Prozent. Besonders stark würden in Deutschland die Alleinerziehenden belastet. Die Abgabenquote für diese Gruppe liege im OECD-Mittel um 80 Prozent unter dem deutschen Niveau.

Von 100 Euro bleiben 47,80 Euro
Insgesamt sei die Gesamtbelastung durch Steuern und Sozialabgaben in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent gesunken, vor allem wegen der gesunkenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. 2007 betrugen sie für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener 52,2 Prozent der Arbeitskosten: Von 100 Euro bleiben demnach nach Lohnsteuer und Sozialbeiträgen noch 47,80 übrig. Trotz des leichten Rückgangs habe Deutschland die dritthöchsten Steuern und Sozialabgaben in der OECD, berichtete die Organisation weiter.

Niedrige Einnahmen aus Sozialabgaben
Zugleich wies sie darauf hin, dass trotz der hohen Abgabenlast die Einnahmen des deutschen Staates aus diesen Quellen niedrig seien. So machten Steuern und Sozialabgaben nur 35,7 Prozent am Bruttoinlandsprodukt aus. Dies sei weniger als der OECD-Durchschnitt. In den internationalen Vergleich der OECD fließen Steuern auf das Einkommen sowie Sozialabgaben ein. Steuern auf Kapitalerträge werden nicht berücksichtigt. Dabei geht die OECD für Deutschland von einem Durchschnittsverdienst von rund 43.000 Euro brutto im Jahr aus. Der OECD gehören 30 Staaten an, fast alle von ihnen sind Industrieländer.

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