Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

TUI: Touristikgeschäft soll von Reederei Hapag-Lloyd geteilt werden


Reise- und Schifffahrtskonzern  

TUI soll zerschlagen werden

14.03.2008, 12:16 Uhr | dpa-AFX/ T-Online

Konzernzentrale TUI  in Hannover ( Foto: imago)Konzernzentrale TUI in Hannover ( Foto: imago) TUI-Chef Michael Frenzel gibt offenbar seinen Widerstand gegen eine Aufspaltung des Reise- und Schifffahrtskonzerns auf. Er werde dem Aufsichtsrat am kommenden Montag (17.3.) vorschlagen, das DAX-Unternehmen in das Touristikgeschäft und die Reederei Hapag-Lloyd zu teilen, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Offen sei nur noch die Art und Weise einer solchen Transaktion. So könne Hapag-Lloyd als eigenes börsennotiertes Unternehmen abgespalten oder direkt verkauft werden. Eine dritte Variante wäre die Fusion mit einer anderen Großreederei zu einem Joint Venture, an dem TUI beteiligt bleibt.

Tradition verpflichtet - Die ältesten Unternehmen Deutschlands
Ranking - Die wertvollsten Marken weltweit

Norwegischer Großaktionär macht Druck
Der norwegische Großreeder John Fredriksen, der bisher mindestens fünf Prozent der TUI-Anteile hält, setzte sich zuletzt vehement für eine Zerschlagung ein, während Frenzel sie verhindern wollte. Der Grossaktionär hat nach eigenen Angaben weitere Verbündete für eine Ausgliederung der Logistik-Tochter Hapag-Lloyd gefunden. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf der Hauptversammlung die nötige Mehrheit von 75 Prozent haben werden", sagte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim der "Financial Times Deutschland" Anfang der Woche.
Der Aufsichtsrat befasst sich in der Sitzung am Montag mit den strategischen Optionen des Konzerns. Dann soll nach früheren Angaben eventuell auch über einen möglichen Umzug der TUI-Zentrale von Hannover nach Hamburg entschieden werden.

Verhandlungen mit Neptun Oriental?
Frenzel verhandelt laut dem Bericht derzeit bereits mit der singapurischen Neptune Oriental Lines (NOL) über eine mögliche Transaktion. Ein NOL-Sprecher bestätigte der "Welt" das grundsätzliche Interesse an Hapag-Lloyd, bestritt aber, dass konkrete Verhandlungen geführt würden. Andere Presseberichte wissen Konkreteres. Laut "Wall Street Journal Europe" sei die zu Singapurs Staatsholding Temasek gehörende Reederei bereit, für den deutschen Konkurrenten sechs bis sieben Milliarden US-Dollar zu zahlen. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Durch eine Fusion würde die drittgrößte Containerlinie der Welt entstehen. TUI-Aktien sind am Vormittag mit einem Aufschlag von mehr als sechs Prozent auf 17,91 (gestriger Xetra-Schluss: 16,87) Euro der größte Gewinner im DAX.

Intraday-Überblick - So stehen die DAX-Werte

TUI legte Umbaupläne auf Eis
Die TUI hatte im vergangenen Jahr ihr Touristikgeschäft weitgehend mit dem britischen Wettbewerber First Choice zur neuen TUI Travel mit Sitz in London zusammengelegt. TUI-Vorstands-Chef Frenzel plante zudem die Verschmelzung der Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd mit der Konzernmutter. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Umzug der TUI-Zentrale von Hannover nach Hamburg geprüft. Doch nach einem "Brandbrief" des norwegischen Reeders John Fredriksen gegen diesen Schritt hatte es "eine neue Situation" gegeben. Die Umbaupläne wurden auf Eis gelegt.

Mehr Themen:
Ranking - Deutschlands größte Familienunternehmen
Adidas, Pepsi & Co - Testen Sie Ihr Markenwissen!
BMW, MAN & Co - Großes Firmen-Namen-Quiz

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal