Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Gericht beschließt Freilassung des Milliarden-Zockers


Société Générale  

Gericht beschließt Freilassung des Milliarden-Zockers

18.03.2008, 15:20 Uhr | dpa-AFX / T-Online, t-online.de

Jérôme Kerviel: Milliarden bei Société Générale verzockt (Foto: Reuters)Jérôme Kerviel: Milliarden bei Société Générale verzockt (Foto: Reuters) In der Spekulationsaffäre bei der französischen Großbank Société Générale kommt der verdächtige Börsenhändler wieder auf freien Fuß. Nach fünf Wochen Untersuchungshaft soll Jérôme Kerviel noch am Dienstag aus dem Pariser Untersuchungsgefängnis "Sante" entlassen werden. Das entschied das Pariser Berufungsgericht am Dienstagmorgen, wie eine Sprecherin mitteilte. Der 31-Jährige hat dem Bankhaus mit ungesicherten Spekulationen auf Europas wichtigste Indizes, darunter der Deutsche Aktienindex DAX, einen Schaden von etwa 4,9 Milliarden Euro beschert.

Artikelshow - Die größten Händler-Skandale
Subprime & Co. - Stichworte der Finanzkrise
Finanzkrise - Alle Themen auf einen Blick

Entlassung mit strengen Auflagen verbunden
Kerviel solle noch im Laufe des Tages entlassen werden, sagte die Gerichtssprecherin. Es gebe allerdings "extrem strenge Auflagen". So dürfe Kerviel den Großraum Paris nicht verlassen und auch keine Aktivitäten im Zusammenhang mit den Finanzmärkten betreiben. Kerviel müsse sich zudem einmal wöchentlich bei der Polizei melden. Die Staatsanwaltschaft hatte dafür plädiert, Kerviel weiterhin in Untersuchungshaft zu lassen. Der Händler saß seit 8. Februar wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und Untreue in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren sowie eine Geldstrafe von bis zu 750.000 Euro.

Schlussbericht auf Hauptversammlung
Die Société Générale wollte die Entscheidung nicht kommentieren. Der Anwalt des Instituts sprach einem Bericht des Fernsehsenders BFM zufolge von einem "ausgewogenen" Urteil, das nicht in Frage gestellt werde. Die Ermittlungen müssten jetzt ohne Hast fortgeführt würden. Kerviel hatte seit 2005 unerlaubt hoch spekuliert und war Mitte Januar 2008 aufgeflogen. Er soll die Kontrollsysteme unterlaufen und aufkommenden Verdacht mit gefälschten Dokumenten zerstreut haben. Die bankinternen Ermittler wollen bis zur Hauptversammlung am 27. Mai einen Schlussbericht ziehen. Ein Zwischenbericht wies auf Mängel im Kontrollsystem hin. Ein Bericht von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde kam zu dem Ergebnis, dass bei der Bank auf die Warnsignale nicht wirksam reagiert worden sei. Bank-Chef Daniel Bouton gilt seit dem Skandal als schwer angeschlagen.

Mehr zum Thema Börse:
Marktberichte: Deutschland | Europa | Wall Street
Kurs-Listen - Deutschland | Europa | Welt
Chart-Analyse - Aktuelle technische Signale bei Aktie oder Index
Ratgeber - Welche Anlagen in turbulenten Börsenzeiten sicher sind

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal