Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Finanzmärkte: Nobelpreisträger Stiglitz sieht schlimmste Krise seit den 30er Jahren


Finanzmarkt  

Nobelpreisträger: Schlimmste Krise seit den 30er Jahren

17.06.2008, 12:23 Uhr | dpa / AFP / T-Online

Ein Börsenhändler schaut skeptisch (Foto: ddp)Ein Börsenhändler schaut skeptisch (Foto: ddp) Die dramatische Lage auf den Finanzmärkten ist nach Einschätzung von Nobelpreisträger Joseph Stiglitz die schlimmste Krise seit der großen Depression der 30er Jahre. Auch die jüngste Leitzinssenkung in den USA werde daran wenig ändern, sagte der frühere Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Am Vortag hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins von 3,0 auf 2,25 Prozent gesenkt.

Hintergrund - Crashs und Krisen an der Börse
Greenspan - Schlimmste Finanzkrise seit 1945
Börsen-Kommentar - Wenn die Angst Regie führt

Warnruf aus Neuseeland
An den Börsen wurde die dritte Senkung in diesem Jahr mit einem Kursfeuerwerk honoriert. Dennoch bleibt Stiglitz skeptisch. "Die Zinssenkung wird die Blutung ein bisschen aufhalten, aber sie geht nicht auf die grundlegenden Probleme ein, die zum Zusammenbruch des Finanzsektors führen", sagte Stiglitz dem neuseeländischen Rundfunk. Der frühere Chefökonom der Weltbank ist auf Vortragsreise in Neuseeland. Er erhielt den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2001.

Kritik an US-Notenbank
Vielmehr solle die Regierung den zwei Millionen amerikanischen Familien helfen, die Gefahr liefen, ihre Häuser zu verlieren, weil sie die Hypothekenzinsen nicht mehr zahlen können. Weil die Immobilienpreise gefallen seien, hätten viele von ihnen zudem mehr Schulden als ihre Immobilien wert seien. Er warf der US-Notenbank Misswirtschaft vor. Sie hätte die riskante Kreditvergabe zahlreicher Banken verhindern können, meinte Stiglitz.

Weber fordert mehr Transparenz
Neben Stiglitz schaltete sich mit  Bundesbank-Präsident Axel Weber auch ein weiterer Banker in die Debatte ein, wenn auch mit Blickrichtung auf den deutschen Markt.  Angesichts der anhaltenden Turbulenzen dringt Weber hier auf mehr Transparenz. "Alle Finanzmarktteilnehmer sind aufgefordert, zeitnah über ihre Risiken zu informieren", sagte er in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Misstrauen sei "nur durch Offenlegung des Wertberichtigungsbedarfs zu beseitigen".

Marktberichte: DAX & Co. | Europa | Wall Street
Kurs-Listen - Deutschland | Europa | Welt

Kritik an Ackermann-Vorstoß
Gleichzeitig wies der Bundesbank-Präsident die Forderung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zurück, die Finanzkrise mit einer konzertierten Aktion von Banken, Regierungen und Notenbanken zu bekämpfen. "Bei der Überwachung und Lösung der eigenen Schwierigkeiten sind zunächst einmal die Banken selbst gefordert", sagte der Bundesbankpräsident. Auch aus der Politik wurde Kritik an Ackermann laut. Zudem verstärkten sich Rufe nach mehr Transparenz im Finanzsystem.

Appell an alle Marktteilnehmer
Weber richtete seinen Appell für mehr Transparenz nicht nur an die Banken, sondern an alle Finanzmarktakteure - Fonds, Private Equity- Unternehmen und Hedge Fonds eingeschlossen. Die jüngsten zusätzlichen Verwerfungen resultierten nicht nur aus dem erneuten Wertberichtigungsbedarf von beaufsichtigten Kreditinstituten, die ihre Bilanzen vorlegen müssen, sondern "auch aus Problemen beim Liquiditätszugang von Investmentbanken sowie aus Solvenzproblemen bei einzelnen Private Equity-Unternehmen oder Hedge Fonds", sagte er.

Mehr zum Thema Börse
Finanzkrise - US-Notenbank senkt Leitzins - Aktien nachgebend
Finanzkrise - Nun auch Jobs in Deutschland bedroht
Ratgeber - Welche Anlagen in turbulenten Börsenzeiten sicher sind 
Chart-Analyse - Aktuelle technische Signale bei Aktie oder Index

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
HUAWEI Mate20 Pro für 9,95 € im Tarif MagentaMobil M
zur Telekom
Anzeige
Erstellen Sie jetzt 250 Visiten- karten schon ab 11,99 €
von vistaprint.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal