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Stromversorgung: Deutsche Energie-Agentur warnt vor "Stromlücke"


Energie  

Deutsche Energie-Agentur warnt vor "Stromlücke"

02.04.2008, 21:54 Uhr | dpa / AFP / T-Online, t-online.de

Steckdose und Glühbirne (Foto: dpa)Steckdose und Glühbirne (Foto: dpa) Die Deutsche Energie-Agentur (dena) warnt vor Engpässen bei der Stromversorgung in einigen Jahren infolge des schleppenden Neubaus von Kraftwerken heute. "Immer mehr Pläne zum Kraftwerksbau werden auf Eis gelegt", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler der "Braunschweiger Zeitung". Die tatsächlich geplanten Kraftwerksblöcke reichen nicht aus, um 2020 eine ausreichende Leistung zur Verfügung zu stellen. Eine Folge werde ein deutlicher Anstieg des Strompreises sein.

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Bauprojekte stoßen auf Widerstand
Dem Bericht zufolge droht nach einer neuen internen Analyse der Energie-Agentur bis 2020 in Deutschland eine "Stromlücke", die etwa der Leistung von 15 Großkraftwerken entspricht. Kohler forderte Politik und Wirtschaft auf, rasch für die Akzeptanz von Kraftwerks-Neubauten zu werben. Die zurzeit größten Bauprojekte in Deutschland sind die Kraftwerke in Datteln (E.ON) und Grevenbroich (RWE). Mit einer geplanten Leistung von 2200 Megawatt gehört Grevenbroich zu den Prestigeprojekten von RWE. Das Werk von E.ON in Datteln soll 1100 Megawatt leisten. Andere Projekte, unter anderem ein weiteres Großkraftwerk von RWE, sind jedoch am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.



Bundesregierung beschwichtigt
Die Bundesregierung sieht aktuell noch keine Gefahr für die Versorgung. Erst Ende Februar hatte sie erklärt, aktuell sei die Stromversorgung in Deutschland nicht in Gefahr. Sie wies damals Warnungen von RWE-Chef Jürgen Großmann vor möglichen Stromengpässen im Sommer zurück. "Alle Zahlen zeigen, dass von einer Stromlücke keine Rede sein kann", sagte seinerzeit der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Michael Schroeren. Problematisch könnten jedoch die kommenden Jahre werden. Studien zeichnen hier ein düsteres Bild.

Weltweiter Verbrauch wird sich verdoppeln
In einem Punkt sind sich dabei alle Studien einig: Der Verbrauch wird weiter steigen. Eine Studie des Weltenergierates (WEC/World Energy Council),die bei der Weltenergiekonferenz 2007 in Rom vorgestellt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass die globale Nachfrage nach Energie bis 2050 um 70 bis100 Prozent steigen wird. Hier wird jedoch nur der globale Bedarf untersucht. In Deutschland steigt der Stromverbrauch zwar weiter an, aber nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Die neuesten Zahlen für Deutschland umfassen den Gesamtverbrauch für das Jahr 2006, der laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei 540 Milliarden Kilowattstunden gegenüber 534 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2005 liegt. Ein Anstieg von etwas mehr als einem Prozent.

Energieeffizienz dämpft Stromverbrauch
Der langsame Anstieg des Verbrauchs begründet sich laut BDEW unter anderem mit der steigenden Effizienz elektrisch betriebener Geräte in den Haushalten. Zudem würden die Verbraucher bewusster mit Strom umgehen und somit zusätzlich ihre Stromrechnung entlasten. Der Anteil des Stromverbrauchs im Haushalt hat sich in den vergangenen Jahren nach BDEW-Angaben lediglich im Anwendungsbereich Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Computer leicht von zehn auf nun zwölf Prozent erhöht. Der Gesamtanteil des Verbrauchs der Haushalte am Gesamtverbrauch liegt etwa bei 26 Prozent. Fast 50 Prozent verbraucht die Industrie, der Rest verteilt sich auf Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und öffentliche Einrichtungen.

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