Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Streit um angebliche "Stromlücke"


Stromversorgung  

Streit um angebliche "Stromlücke"

02.04.2008, 21:54 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Der Stromverbrauch steigt weiter... (Foto: ddp) Droht Deutschland eine "Stromlücke" oder nicht? RWE-Chef Jürgen Großmann warnte schon vor Stromausfällen, und auch die staatseigene Deutsche Energie-Agentur (dena), die dem Bundeswirtschaftsministerium zuarbeitet, hat in einer Studie Energieengpässe vorhergesagt, weil der Bau von neuen Kraftwerken so schleppend verlaufe. Dieser Studie hat jetzt das Umweltbundesamt (UBA) widersprochen - wenn auch mit Einschränkungen.

Testen Sie Ihr Wissen - Energie-Quiz
Wechsel lohnt sich - Stromrechner
Im Überblick - Tipps zum Stromsparen

Wenn, dann...
Laut UBA müssen bestimmte Vorgaben eingehalten werden: So sollte der Stromverbrauch von 2005 bis 2020 um elf Prozent sinken und erneuerbare Energien müssten ausgebaut werden. Kleines Problem: Zurzeit steigt der Stromverbrauch noch jährlich um rund ein Prozent.



Ja zu neuen Kraftwerken erforderlich
"Immer mehr Pläne zum Kraftwerksbau werden auf Eis gelegt", hatte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler kurz vor Ostern der "Braunschweiger Zeitung" gesagt. Die tatsächlich geplanten Kraftwerksblöcke reichten nicht aus, um 2020 eine ausreichende Leistung zur Verfügung zu stellen. Eine Folge werde ein deutlicher Anstieg des Strompreises sein. Die Stromlücke entspricht demnach der Leistung von etwa 15 Großkraftwerken. Kohler hatte Politik und Gesellschaft deshalb aufgefordert, möglichst schnell für mehr Akzeptanz von Kraftwerks-Neubauten zu werben.

Kraftwerke? Nein, danke!
Die zurzeit größten Bauprojekte in Deutschland sind die Kraftwerke in Datteln (E.ON) und Grevenbroich (RWE). Mit einer geplanten Leistung von 2200 Megawatt gehört Grevenbroich zu den Prestigeprojekten von RWE. Das Werk von E.ON in Datteln soll 1100 Megawatt leisten. Andere Projekte, unter anderem ein weiteres Großkraftwerk von RWE, sind jedoch am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. In Hessen gibt es Proteste gegen die Erneuerung des Kohlekraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg. Ein geplantes Kohlekraftwerk in Moorburg bei Hamburg sorgt für Schwierigkeiten bei den schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in der Hansestadt.

Bundesregierung beschwichtigt
Die Bundesregierung sieht aktuell noch keine Gefahr für die Versorgung. Erst Ende Februar hatte sie erklärt, aktuell sei die Stromversorgung in Deutschland nicht in Gefahr. Sie wies damals Warnungen von RWE-Chef Jürgen Großmann vor möglichen Stromengpässen im Sommer zurück. "Alle Zahlen zeigen, dass von einer Stromlücke keine Rede sein kann", sagte damals der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Michael Schroeren.

Stromverbrauch steigt weiter
Aber auch die Bundesregierung weiß: In ein paar Jahren oder Jahrzehnten kann das schon wieder anders aussehen. Zwar steigt der Stromverbrauch in Deutschland inzwischen langsamer, was energieeffizienteren Haushaltsgeräten zu verdanken ist, aber er steigt. Und die Haushalte machen auch nur rund 26 Prozent am gesamten Stromverbrauch aus. Der größte Teil entfällt mit 50 Prozent auf die Industrie, den Rest verbrauchen Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und öffentliche Einrichtungen.

Mehr zum Thema:
Video-Ratgeber -
Stromdebatte - RWE-Chef warnt vor schweren Stromausfällen
Stromdebatte - Erster Warnruf von Wirtschaftsminister Glos

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeREIFENKONFIGURATOR

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal